Marta hat sich mit ihrem Eiswagen selbstständig gemacht und verdient damit den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie. © Anika Büssemeier/Plan International
Marta hat sich mit ihrem Eiswagen selbstständig gemacht und verdient damit den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie. © Anika Büssemeier/Plan International
29.11.2017

Mühsame Versöhnung

In Kolumbien ist der Friedensvertrag zwischen Regierung und FARC-Guerilla seit einem Jahr in Kraft. Die Waffen schweigen, aber von einem stabilen Frieden ist das südamerikanische Land noch weit entfernt. Plan hilft jungen Unternehmern, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und damit für eine bessere Zukunft zu kämpfen.

Der Tag, an dem ihr Mann starb, war ein sonniger Donnerstag im Februar 2006. Er war allein zum Gottesdienst in die Kirche gegangen, ausnahmsweise, sonst gingen sie immer zusammen. Aber Marta fühlte sich an diesem Tag nicht ganz wohl. Sie war schwanger, sie hatte es gerade erst erfahren. Ihr Mann wusste von nichts, die gute Nachricht wollte sie ihm später erzählen. Doch dazu kam es nicht. Als ihr Mann die Kirche in Puerto Tejada verließ, geriet er in eine Schießerei der Guerilla. Er brach auf dem Platz vor dem Gotteshaus zusammen – und war tot.

Marta war damals 17 Jahre alt. Ihre eigene Mutter starb als sie vier war. Auch sie wurde ermordet, weil sie zwischen die Fronten zweier rivalisierender Banden geriet. Vielleicht starb Martas Hoffnung schon damals. Vielleicht passierte es auch vor elf Jahren, als ihr Mann ermordet wurde. An den Frieden glaubt sie jedenfalls nicht mehr. Auch der kürzlich geschlossene Vertrag ändert daran nichts. „Es gibt immer noch zu viele Fälle, in denen Menschen getötet werden“, sagt sie.


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