Durch die Einführung von Biogas konnte Vimbais (24) Stellung als Frau innerhalb der Gemeinschaft gestärkt werden.
Durch die Einführung von Biogas konnte Vimbais (24) Stellung als Frau innerhalb der Gemeinschaft gestärkt werden. © Plan International
06.11.2017

Mit Vieh-Mist zu mehr Gleichberechtigung

Das Kochen mit ihrem Biogas-Herd hat das Leben von Vimbai Runesu (24) aus Simbabwe stark verändert: Sie braucht deutlich weniger Zeit und Geld für die Zubereitung ihrer Mahlzeiten. Die so gewonnene Zeit hilft ihr, sich besser zu behaupten und ihre Stellung als Frau zu stärken.

In Vimbais Zuhause, einem abgelegenen Dorf in der Masvingo-Provinz im Südosten von Simbabwe wurde eine Biogasanlage gebaut. Frühstück und Abendessen für 14-köpfige Familie sind jetzt viel schneller vorbereitet. Zuvor hatte die 24-Jährige mit ihren Kindern täglich stundenlang nach dem raren Brennholz suchen müssen, um überhaupt kochen zu können.

Die Biogasanlage ist eines von zwei Biogas-Pilotprojekten, die Plan International mit Unterstützung von Oxfam umsetzt. Die Anlage nutzt Kuh-, Schweine- oder Hühnermist, um diese alternative  Energieform zu produzieren: Sie kann traditionelle Brennmaterialien wie Feuerholz ersetzen und ist für das Kochen, Heizen und die Beleuchtung in ländlichen Haushalten eignet. Dies entlastet vor allem Frauen und Kinder, denn gewöhnlich ist es ihre Aufgabe, Brennholz sammeln zu müssen.
Auch weitere Vorteile bringt diese Art der Energiegewinnung mit sich: Benutztes Geschirr und auch die Küche lassen sich leichter reinigen, Biogas ist ein sauberer Brennstoff und produziert keinen Ruß und andere Partikel, wie es bei brennendem Holz oder Kerosin der Fall ist. Dadurch, dass beim Kochen weniger Rauch entsteht, kann die Verwendung von Biogas auch Atemwegsinfektionen und Atemprobleme verhindern. Nutzen mehr Haushalte Biogas statt Brennholz, werden außerdem weniger Kohlendioxidemissionen ausgestoßen.

Bevor ihr Biogasherd installiert wurde, musste Vimbai 20 Kilometer am Tag laufen, um Feuerholz zu sammeln und das bei sehr hohen Temperaturen in der Region. „Der größte Vorteil ist die Zeitersparnis, denn der Biogasherd kocht auch schneller“, erklärt sie.
Wie in den meisten Familien auf dem Land sind Vimbai und ihre Mutter Maina Runesu für die Aufgaben im Haushalt verantwortlich. „Als Frauen tragen wir die Last der Hausarbeit. Die Einführung der Biogasanlage ist ein begrüßenswertes Projekt, das uns sehr entlasten wird. Jetzt müssen wir nicht mehr Stunden damit verbringen, nach Feuerholz zu suchen“, sagt Maina.

Mit der Einführung von Biogas konnte die Gleichberechtigung der Geschlechter in den ländlichen Gemeinden verbessert werden, da die Stellung von Frauen und Mädchen innerhalb der Familien und Gemeinschaften gestärkt wird. Durch die Zeit, die jetzt bei der Vorbereitung der Mahlzeiten gespart werden kann, haben die Frauen mehr Zeit zum Lernen und um zu arbeiten und so ein Einkommen zu erwirtschaften.  „Die Entwicklungen im Energiesektor tragen zum Wirtschaftswachstum und auch zur Erreichung weiterreichender Entwicklungsziele für die Geschlechtergerechtigkeit bei. Der Zugang zu sauberer Energie für das Kochen ist ein Geschlechterproblem, da in den meisten Kulturen die Frauen für das Kochen verantwortlich sind“, erklärt Projektkoordinatorin Auxillia Sakupwanya.

Die am Pilotprojekt -Teilnehmenden wurden auch in dem Bau und der Instandhaltung der Biogasanlage geschult und haben gelernt, wie sie die Gülle aus den Biogasanlagen als wertvollen Bio-Dünger nutzen können.
Die zunehmende Verwendung von Biogas im Haushalt ist einer von vielen Wegen, um das globale Nachhaltigkeitsziel, erschwingliche umweltfreundliche Energie bis 2030 allgemein zugänglich zu machen, erreichen zu können.


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