In Plans Kinderclubs werden Mädchen und Jungen über ihre Rechte aufgeklärt. Das hilft dabei gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. © Pi Frisk / Plan International
In Plans Kinderclubs werden Mädchen und Jungen über ihre Rechte aufgeklärt. Das hilft dabei gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. © Pi Frisk / Plan International
08.01.2019

„Mädchen und Jungen sind gleich“

Im früheren Bürgerkriegsland Mosambik werden viele Familien schon im Teenager-Alter gegründet. Wir von Plan International unterstützen Mädchen dabei, die Schule zu beenden und soziale Normen zu ändern.

Ein leichter Regen setzt ein, als es über sandige Wege zum Schulgebäude von Jangamo geht. Umgeben von Palmen lernen hier 900 Mädchen und Jungen, verteilt auf zwei Schichten und wenige Räume. Doch einmal pro Woche wird Platz gemacht für den Kinderclub von Plan International, deren Mitglieder Fragen zu Kinderrechten, Frühheirat und zur Sexualerziehung diskutieren. „In einem Land, in dem die Hälfte aller Mädchen vor dem 18. Lebensjahr verheiratet wird, lohnt sich der frühzeitige Abbau von Stereotypen“, sagt Octavia Leonardo, die selbst als Kind eine Ehe schließen musste und heute bei Plan International Mosambik arbeitet.

Im Kinderclub macht Baptista mit. Der wissbegierige 14-Jährige träumt davon, Krankenpfleger zu werden. „Ich denke, dass Mädchen und Jungen gleich sind“, sagt er. „Ich helfe zum Beispiel immer meiner Mutter mit dem Geschirr.“ Mailavia hat dagegen andere Pläne. „Ich möchte Verkehrspolizistin werden", erklärt die Zwölfjährige.

In der Region östlich der Hauptstadt Maputo wächst eine neue Generation heran, die nicht mehr akzeptiert, dass nur Jungen ihre Ausbildung abschließen können, während Mädchen gezwungen sind, Kinder zu bekommen – und dabei ihr eigenes Leben sowie ihre Zukunft riskieren. Ein Umdenken setzte ein, als Octavia Leonardo die Leitung für das Plan-Projekt „Bessere Chancen für Mädchen“ und damit auch die Leitung mehrerer Kinderclubs übernahm. Frühehen sollen reduziert werden und mehr Mädchen eine Ausbildung abschließen. Derzeit besucht nur jede zehnte Schülerin in Mosambik ein Gymnasium. Doch bessere Bildung schützt junge Frauen vor Teenager-Ehen und -Schwangerschaften.

Um solche positiven Entwicklungen zu beschleunigen, hat Plan International im Rahmen seiner Patenschaftsprogramme in Jangamo ein Internat gebaut. Schülerinnen aus besonders abgelegenen, armen Dörfern erhalten dafür Stipendien. Octavia Leonardo organisiert derweil spezielle Trainingslager für Teilnehmende aus verschiedenen Kinderclubs der Region, um gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. „Das Schlimmste, was unsere Töchter tun können, ist Sex vor der Ehe zu haben“, erklärt die dreifache Mutter. „Aber wenn unsere Söhne 14 Jahre alt werden, ermutigen wir sie dazu, sexuelle Beziehungen zu zeigen, dass sie echte Männer sind. Das ist falsch!"



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