Die Flüchtlinge im Südsudan haben meist alles in ihrer Heimat zurückgelassen. Nun leben sie in einfachsten Verhältnissen. Schutz bieten Bäume. © Plan/Adrianne Ohanesian
10.03.2014

Konflikt und Regen: Doppelbelastung für Flüchtlingskinder im Südsudan

Tausende von vertriebenen Frauen und Kindern leben im Südsudan derzeit unter freiem Himmel, Schutz bieten ihnen vereinzelt Bäume. Sie haben kaum oder gar keinen Zugang zu lebenswichtigen Dingen wie Wasser oder Nahrung. Die nahende Regenzeit wird ihre Situation weiter verschlechtern.

In Mingkaman im Bundesstaat Lakes leben ein großer Teil der Binnenvertriebenen aus Bor County, eine der Hauptkonfliktregionen im Bundesstaat Jonglei. Der Konflikt hat bis jetzt rund eine Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht, knapp vierhunderttausend von ihnen sind Kinder.

In der ernsten Lage, in der die Flüchtlinge sich befinden, ist jede geleistete Unterstützung ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Situation könnte sich jetzt zusätzlich verschlimmern, falls die anstehenden Regenfälle Überschwemmungen verursachen, die den Zugang zu den Gebieten im Bundesstaat Lakes verhindern. Die Menschen, die aus ihren Heimatorten geflohen sind, sind vollständig abhängig von der Unterstützung durch Hilfsorganisationen wie Plan, um ihr Überleben zu sichern.

John Mayol, Mitarbeiter von Plan Südsudan konnte sich bei einem Besuch in seiner Heimatregion ein Bild von der Lage machen: „Die Leute haben in dem Konflikt alles verloren. Sie haben Entsetzliches miterlebt, Dinge, die sie wohl nie wieder vergessen werden. Viele wollen nicht nach Hause zurückkehren. Auch ich bin ein Opfer des Konflikts, der tausende Menschen aus Bor vertrieben hat. Daher bin ich mit meiner Familie in ein Flüchtlingslager nach Uganda geflohen. Als ich jetzt zu einem Besuch nach Bor gefahren bin, habe ich sehen müssen, dass mein Haus, der Markt und alles in der Stadt komplett zerstört wurde.“

Bor war einst eine florierende Stadt, nun ist sie komplett zerstört, trostlos, nichts ist geblieben, zu dem die Menschen zurückkehren wollen. „Viele von uns haben die letzten Ersparnisse verwendet, um den Kämpfen zu entfliehen. Manche Familien haben ihr Vieh mitgenommen auf den Weg in die Region Äquatoria. Viele sind nach Awerial im Bundesstaat Lakes gezogen. Meine Frau und Kinder sind in einem Flüchtlingslager in Uganda. Jetzt müssen wir ganz neu anfangen“, erklärt John Mayol.

Die Regenzeit beginnt normalerweise im April. So werden tausende Vertriebene aus Bor, die jetzt in Mingkaman leben, die Anbauzeit verpassen. Da die Erträge der vorherigen Saison zerstört wurden oder zurückgelassen werden mussten, ist dies besonders gravierend. Für die betroffenen Kinder und ihre Familien ist es eine Doppelbelastung, die zu einer großen Nahrungsmittelknappheit führen kann.

Der Regen und damit verbundene Überflutungen werden den Zugang zu den Flüchtlingsunterkünften für Hilfsorganisationen in den kommenden Wochen stark einschränken. Plan arbeitet rund um die Uhr daran, ausreichend Nahrung und Wasser nach Mingkaman zu bringen. In Zusammenarbeit mit dem World Food Programme stellt Plan eine zusätzliche Versorgung für schwangere und stillende Frauen und mangelernährte Kinder unter fünf Jahren zur Verfügung. Toiletten und Waschgelegenheiten werden gebaut, um eine angemessene Hygieneversorgung zu gewährleisten.

Außerdem hat Plan drei Kinderschutzzonen eingerichtet, in denen sich die Kinder sicher fühlen können, sie psychologische Unterstützung bekommen und es Raum zum Spielen gibt. Derzeit werden Übergangsschulen gebaut, damit die Kinder nicht zu viel Unterricht verpassen.

Nothilfe-Maßnahmen wie in Uganda und dem Südsudan werden über den Nothilfe-Fonds von Plan finanziert.

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