Eine Plan-Mitarbeiterin interviewt Pa, die vor 15 Jahren mit ihrem Mann nach Thailand kam. © Pattapong Polek/Plan
Eine Plan-Mitarbeiterin interviewt Pa, die vor 15 Jahren mit ihrem Mann nach Thailand kam. © Pattapong Polek/Plan
15.04.2015

Kinderarbeit in der Fischindustrie nimmt zu

Viele Kinder aus Kambodscha sind alleine oder mit ihren Eltern nach Thailand immigriert und arbeiten dort unter ausbeuterischen Bedingungen beim Fischfang und der Weiterverarbeitung. Plan-Büros arbeiten mit Produzenten in Thailand sowie Händlern und Konsumenten in Schweden und Finnland zusammen, um Ausbeutung zu beenden und faire Produktionsbedingungen zu schaffen.

Die Hauptgründe der Flucht aus dem eigenen Land sind die Suche nach Arbeit oder die Begleitung von Familienangehörigen. Die Mehrheit der Migrantinnen und Migranten wurde jedoch illegal von Händlern über die Grenze gebracht und kam ohne Arbeitserlaubnis oder gültige Papiere nach Thailand; ein Zehntel von ihnen ist noch nicht einmal 18 Jahre alt.

Dass 13jährige auf den Fischerbooten arbeiten, ist kein seltenes Bild. Gerade, weil auch ihnen die Papiere fehlen, haben sie keine Möglichkeit, die Schule zu besuchen und geraten so immer tiefer in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse oder schädliche Lebensumstände. Fast die Hälfte der Befragten hat bereits versucht, von den Fischerbooten zu fliehen, zeigt eine Studie von Plan Thailand, Plan Kambodscha und Plan Schweden. In den vier thailändischen Provinzen Samut Prakaorn, Chonburi, Rayong und Trat sowie in den drei kambodschanischen Städten Kompong Cham, Battambang und Siem Reap wurden die Arbeiterinnen und Arbeiter zu ihrer Situation befragt.  

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) liegt der Anteil der Kinderarbeit in der Fischindustrie bei 9,9 Prozent. Davon betroffen sind Kinder zwischen 5 und 17 Jahren. Plans Projekt „SEAS of Change Project (SEAS: Stopping Exploitation through Accessible Schooling (and/or Services))“ will diesen Missbrauch stoppen. Zwar legt der Labour Protection Act in Thailand fest, dass alle Formen von Arbeit für Kinder unter 15 Jahren verboten sind und es für 15-17jährige Jugendliche Einschränkungen wie das Verbot von Überstunden und gefährlicher Arbeit gibt - aber das Gesetz wird nicht vollständig durchgesetzt und gilt auch nicht für ausländische Kinder.

Ziel des Projekts ist, die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz von thailändischen Kindern, Kindern aus Migrantenfamilien sowie staatenlose Kinder gegen Kinderarbeit zu stärken.
Außerdem soll sichergestellt werden, dass die Lieferketten in der Shrimp-Industrie dem nationalen Arbeitsrecht und internationalen Standards entsprechen. Hier wird ein besonderer Fokus auf Kinderarbeit und Zwangsarbeit gerichtet. Schließlich soll den Kindern, die in der Nähe der fischverarbeitenden Industrie leben, der Zugang zu Bildung sowie zu Maßnahmen der sozialen Sicherung ermöglicht werden.


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