120.000 Menschen wurden bislang von den Gefechten in Kachin aus ihren Dörfern vertrieben. © Plan / Kaung Htet
120.000 Menschen wurden bislang von den Gefechten in Kachin aus ihren Dörfern vertrieben. © Plan / Kaung Htet
29.08.2016

Kampagne zu vergessenen humanitären Krisen gestartet

Millionen Menschen weltweit leben in vergessenen humanitären Krisen. Es mangelt an medialer Aufmerksamkeit und politischer Unterstützung für diese Menschen. Plan International hat am 28. August zusammen mit anderen internationalen Hilfsorganisationen und dem Auswärtigen Amt die Kampagne #nichtvergesser gestartet, um an diese humanitären Krisen zu erinnern.

Die Idee: Mit einem Foto als #nichtvergesser können Menschen ein Zeichen setzen und Aufmerksamkeit für vergessene humanitäre Krisen schaffen. Die Bilder sollen mit dem Hashtag #nichtvergesser über die sozialen Medien geteilt werden. Plan International beteiligt sich über Twitter und Facebook an der Online-Aktion.

Als vergessene humanitäre Krise definiert ECHO, die Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission, eine schwere, lang anhaltende humanitäre Krisensituation, bei der die betroffene Bevölkerung keine oder nur unzureichende internationale Hilfe erhält. Zudem ist kein politischer Wille zu erkennen, die Krise zu beenden. Es mangelt auch an medialem Interesse, die Krisen verlaufen außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung.

Manche humanitäre Krisen prägen sich ins öffentliche Bewusstsein. Vor allem große Naturkatastrophen wie zum Beispiel der Tsunami in Südasien (2004), das Erdbeben in Haiti (2010), der Taifun Haiyan auf den Philippinen (2013) oder zuletzt das Erdbeben in Nepal (2015). Das Ausmaß des plötzlichen großen Leids der betroffenen Menschen lassen sie ins Scheinwerferlicht rücken. Die öffentliche Aufmerksamkeit führt zu großer Hilfsbereitschaft und zu erhöhtem Spendenaufkommen. Die Spenderinnen und Spender leisten einen wichtigen Beitrag, um humanitäre Hilfsmaßnahmen zu ermöglichen.

Plan International leistet humanitäre Hilfe

Doch auch in anderen, von Naturgefahren nicht unmittelbar betroffenen Regionen leben Menschen in großer, mitunter existenzieller Not. Humanitäre Hilfe orientiert sich vorrangig an der Hilfsbedürftigkeit der Betroffenen – denn auch Menschen in Krisensituationen, die nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, brauchen Hilfe, um in Würde zu überleben.

Eine der vergessenen Krisen ist der Bürgerkrieg in Myanmar. Viele der schutzlosesten Kinder Myanmars leben in den Flüchtlingscamps in Kachin und Rakhine. Plan International unterstützt sie und ihre Familien durch Angebote zur frühkindlichen Förderung, zur gesundheitlichen Versorgung und Katastrophenvorsorge. So bildet Plan International unter anderem Freiwillige aus, die Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren betreuen und hilft Familien, ausreichend Nahrungsmittel für eine gesunde Lebensweise anzubauen.

Jetzt mitmachen und #nichtvergesser werden

Im Zentrum der Kampagne steht der Hashtag #nichtvergesser. Machen Sie jetzt mit, indem Sie sich mit einem Knoten fotografieren lassen und das Bild über die sozialen Medien verbreiten. Der Knoten im Taschentuch ist ein Symbol dafür, dass etwas ganz Wichtiges nicht vergessen wird. Es ist Ihrer Kreativität überlassen, in was, oder womit Sie einen Knoten machen wollen: Schnürsenkeln, Halstuch, lange Haare, Schlips.

Die Kampagnenwebseite finden Sie hier.
Wenn Sie für Menschen in Krisensituationen spenden möchten, können Sie unseren Nothilfe-Fonds unterstützen.


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