Die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu machen, ist für viele afrikanische Mädchen keine Selbstverständlichkeit. © Mary Matheson
16.06.2014

Jugendliche sprechen vor Afrikanischer Union

Am 16. Juni bestimmen Mädchen und Jungen die Geschicke der Afrikanischen Union. In Addis Abeba berichten die Jugendlichen über die Bildungssituation in ihren Ländern und appellieren, mehr in eine qualitativ gute Grundbildung aller Kinder zu investieren. Auch 32 junge Plan-Aktivisten ergreifen das Wort, zu ihnen zählt Helene aus Hildesheim.

Am diesjährigen Tag des afrikanischen Kindes übernehmen Jugendliche auf unserem Nachbarkontinent symbolisch die Macht in der Afrikanischen Union. Am Sitz des Staatenbundes in Addis Abeba schildern sie den Delegierten ihre Schulerfahrungen und fordern sie auf, mehr für das Erreichen des Entwicklungsziels „Bildung für alle bis 2015“ zu tun und auch allen Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen. 126 Millionen Kinder weltweit gehen nicht zur Schule, 52 Prozent von ihnen leben in Afrika südlich der Sahara. In dieser Region beendet nur eins von fünf Mädchen die Grundschule.

In der äthiopischen Hauptstadt ergreifen auch 32 Plan-Jugendliche aus Ägypten, Äthiopien, Burkina Faso, Kenia, Liberia, Malawi, Sierra Leone, Norwegen und Deutschland das Wort. Helene (22) aus Hildesheim vertritt PlanAction, die Jugendgruppe von Plan International Deutschland. Die Studentin, die sich zudem als Jugendvertreterin in der Mitgliederversammlung der Hilfsorganisation engagiert, hält ihr Leben für privilegiert: „Mir wurden niemals Hindernisse in den Weg gelegt, und ich konnte meinen ganz persönlichen Weg gehen. Aber es gibt einen Wunsch, den ich nicht alleine erfüllen kann: Ich möchte, dass alle Mädchen und Jungen die Chance auf eine gute Bildung bekommen.“

Am 25. und 26. Juni findet eine hochrangig besetzte Geberkonferenz der Global Partnership for Education (GPE) in Brüssel statt – ein wichtiges Treffen, bei der die internationale Gemeinschaft weitere Finanzmittel für die Förderung der Grundbildung in wirtschaftlich schwachen Ländern zur Verfügung stellt. Nach aktuellen Berechnungen der UNESCO fehlen jährlich 26 Milliarden US-Dollar, um jedes Kind bis 2015 zur Grundschule schicken zu können. Deutschland beteiligt sich seit 2008 finanziell am GPE-Multigeberfonds, zahlte aber bisher nur rund 33 Millionen Euro in den Fonds ein. Plan fordert gemeinsam mit seinen Partnern im Bündnis der Globalen Bildungskampagne, dass die Bundesrepublik diesen Beitrag ihrer wirtschaftlichen Stärke entsprechend auf 100 Millionen Euro jährlich erhöht und damit ein Zeichen für die weltweite Bildung setzt.

Plan startet zusätzlich zur „Machtübernahme“ der Jugendlichen am Tag des afrikanischen Kindes die Initiative „10 days to in invest in Girls’ Education“. Bis zum Abschluss der Geberkonferenz in Brüssel finden täglich Aktionen statt, damit ausreichend hohe Finanzzusagen gemacht und mehr für die Bildung von Mädchen getan wird. Plan-Aktivistin Helene und weitere Jugendliche wollen die Geber zum Beispiel mit einem Bildungslauf durch Addis Abeba dazu bewegen.

Hier berichtet Helene von der Veranstaltung in Addis Abeba.


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