In unseren Kinderschutzzonen finden Jungen und Mädchen Raum, um sich von Traumata zu erholen. © Plan
In unseren Kinderschutzzonen finden Jungen und Mädchen Raum, um sich von Traumata zu erholen. © Plan
13.04.2018

Hilfe für Vertriebene nach IS-Kämpfen auf den Philippinen

Fünf Monate lang lieferten sich philippinische Truppen und IS-Milizen erbitterte Kämpfe in Marawi. Mehrere Hunderttausende mussten fliehen. Mittlerweile gilt die Stadt als befreit - trotzdem benötigen viele Menschen noch humanitäre Hilfe. Plan International leistet vor Ort Nothilfe.

Marawi liegt auf der philippinischen Südinsel Mindanao. Im Mai 2017 griffen islamistische Terroristen die Stadt an und brachten sie unter ihre Kontrolle, um dort nach dem Vorbild der Dschihadistengruppe Islamischer Staat ein Kalifat als Regierungsform auszurufen . Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte rief daraufhin das Kriegsrecht auf der gesamten Insel aus. Vorausgegangen war den Angriffen ein seit längerem schwelender religiöser Konflikt. Bereits seit den 1960er-Jahren kämpfen immer wieder muslimische Rebellengruppen für Unabhängigkeit auf den überwiegend christlich geprägten Philippinen.

Mehr als 350.000 Menschen, darunter Tausende Kinder, wurden durch die Belagerung und Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und der Terroristengruppe aus ihrer Heimat vertrieben und mussten in Evakuierungslagern untergebracht werden. Die schlechten hygienischen Bedingungen in den Camps, Nahrungsknappheit und fehlende medizinische Versorgung lösten eine humanitäre Krise aus.

Plan International leistet vor Ort Nothilfe. Dafür wurden Kinderschutzzonen eingerichtet. Dort finden Kinder einen sicheren Ort zum Spielen und Lernen, während Frauen einen Platz haben, um sich auszutauschen und wo sie Unterstützung bekommen. Denn gerade Kinder und Frauen sind in Krisensituationen davon bedroht, Opfer von Missbrauch und Gewalt zu werden.

Plan stellt zudem Wasser- und Hygienekits, Trennwände für eine bessere Privatsphäre und Toiletten- und Waschmöglichkeiten zur Verfügung. 28.000 Menschen  wurden durch diese Maßnahmen bereits unterstützt.

Nothilfe-Teams arbeiten eng mit der Regierung zusammen, um die Situation und die Bedürfnisse der betroffenen Kinder einzuschätzen und entsprechende Hilfsmaßnahmen zu ergreifen.

Obwohl Marawi seit Oktober 2017 von islamistischen Terroristen befreit ist, ist die Krise noch nicht beendet. Die Stadt liegt in Trümmern und es wird mehrere Jahre dauern, um sie wieder aufzubauen. Anfang April konnten Teile der Bevölkerung für kurze Zeit in die Stadt zurückkehren, um ihre verbliebenen Besitztümer mitzunehmen. Mehr als 40.000 Familien werden weiterhin in Evakuierungslagern bleiben müssen.


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