Täglich kommen rund 1.000 neue Flüchtlinge nach Tansania und werden in Zelten untergebracht © Sala Lewis/Plan
Täglich kommen rund 1.000 neue Flüchtlinge nach Tansania und werden in Zelten untergebracht © Sala Lewis/Plan
05.06.2015

Hilfe für burundische Flüchtlinge in Ruanda und Tansania

Das Kinderhilfswerk Plan unterstützt tausende Flüchtlinge, die nach dem verheerenden Bürgerkrieg Burundi verlassen haben. Durch die Unruhen rund um die bevorstehende Wahl werden weitere Flüchtlinge erwartet.

Knapp 30.000 Menschen sind bisher in den drei eingerichteten Anlaufstellen für Flüchtlinge in Ruanda eingetroffen. Auch nach Tansania sind bereits über 50.000 Burundierinnen und Burundier geflohen. Plan International hat in Ruanda zwei Aufnahmestationen in Nyanza und Bugesera und ein Camp in Mahama eingerichtet, in dem Kinder und Frauen Unterstützung finden. Casimir Youmbi, Koordinator der Nothilfe von Plan Ruanda, sagt: „Wir versuchen in erster Linie, die Rechte der Kinder zu sichern. Mädchen und Jungen sind in Kriegen und Katastrophen besonders gefährdet. Sie brauchen psychologische und soziale Unterstützung, damit sie die traumatischen Erlebnisse verarbeiten können.“
 
Es werden rund 100.000 weitere Flüchtlinge in den nächsten drei Monaten erwartet. Viele Kinder wurden von ihren Familien getrennt und sind unterernährt. Plans Fokus liegt neben dem Kindesschutz auch darauf, geschlechterbasierte Gewalt zu verhindern. In drei neu gegründeten Kinderschutzzentren können die Kinder spielen und werden von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern betreut. Konkrete Maßnahmen ergreift das Kinderhilfswerk zudem durch die Verteilung von Nahrungsmitteln und Kleidung.

Erst vor zwölf Jahren ist der Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit beendet worden, der Schätzungen zufolge mehr als 300.000 Opfer gefordert hat. Bereits seit Ende April herrscht in Burundi erneut Chaos. Tausende Menschen demonstrierten gegen die von Präsident Pierre Nkurunziza angestrebte dritte Amtszeit. Die Verfassung sieht nur zwei Amtsperioden vor. Nun hat das Militär nach eigenen Angaben die Macht in dem ostafrikanischen Krisenland übernommen.


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