Mit Theaterstücken klären die Plan-Jugendclubs in ihren Gemeinden über das Thema Frühverheiratung auf. © Sigrid Spinnox/Plan
Mit Theaterstücken klären die Plan-Jugendclubs in ihren Gemeinden über das Thema Frühverheiratung auf.© Sigrid Spinnox/Plan
22.09.2015

Gegen Frühverheiratung

Früh verheiratete Kinder schließen selten die Schule ab und werden selber zu früh Eltern – der Kreislauf der Armut dreht sich weiter. Plan International hat im westafrikanischen Togo ein neues Projekt gestartet, das rund 13.500 Mädchen im Alter von zehn bis 19 Jahren vor früher Heirat schützen soll.

Das Kinderhilfswerk organisiert Schulungen zum Kindesschutz für lokale Behörden und stellt Methoden zur Prävention von Kinderehen vor. Auch Gemeindevertreter und Schulen sensibilisiert Plan für den Zusammenhang von mangelnder Bildung von Mädchen und ihrer Frühverheiratung. Im Anschluss werden in jedem der zehn Bezirke Kinderschutz-Komitees gegründet, die auf lokaler Ebene Kinder vor Gewalt und Frühverheiratung schützen. Die Arbeit der Kinder- und Jugendclubs in den Gemeinden sowie öffentlichkeitswirksame Kampagnen sollen dazu führen, dass frühe Heirat unterbunden und die Kinderrechte nachhaltig geschützt werden. Das Projekt hat ein Gesamtbudget von 80.000 Euro und wird vom Auswärtigen Amt vom Referat für Menschenrechte mit 60.000 Euro unterstützt.

Kinderheirat ist eine gravierende Kinderrechtsverletzung: Millionen von Mädchen werden weltweit durch eine Verheiratung weit vor ihrer Volljährigkeit ihrer Kindheit beraubt. Diese Mädchen sind gezwungen, die Schule vorzeitig zu verlassen und in ein Leben mit wenigen beruflichen oder persönlichen Perspektiven zu starten. Gleichzeitig steigt das Risiko für sie, Opfer von Gewalt oder Missbrauch zu werden.

Kinderheirat bedeutet auch, dass die betroffenen Mädchen häufig benachteiligt und von ihren eigenen Familien und Freunden isoliert sind. Sie werden oft alleingelassen im Umgang mit der Ehe, der Elternschaft, den häuslichen und familiären Pflichten. Zwar werden auch Jungen im Kindesalter verheiratet, Mädchen sind jedoch viel öfter betroffen. Die  Folgen sind meist schwerwiegend, zum Beispiel, wenn sie schwanger werden. Die Geburt ist sowohl für die jungen Mütter als auch für die Neugeborenen ein Risiko, bei ihnen ist die Kinder- und Müttersterblichkeit besonders hoch.

Dieses Projekt wird unterstützt von:
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