Zenabou, 16
Zenabou freut sich darüber, das erste Mal in ihrem Leben Fußball spielen zu dürfen.
21.02.2018

Fußball stärkt Mädchen im Minawao Flüchtingscamp

Mädchen, die Fußball spielen? Ein Ding der Unmöglichkeit in Zenabous Heimat in Nigeria. Im Minawao-Flüchtlingscamp, in das die junge Frau mit ihrer Familie vor den Boko Haram flüchten musste, nimmt sie nun an einem Programm von Plan International teil. Im Rahmen dieses Programms erfahren Mädchen durchs Fußballspielen Anerkennung und werden darin bestärkt, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Viele Jahre lang hatte die 16-jährige Zenabou nicht einmal den Traum, jemals Fußball spielen zu können. Zu unmöglich erschien es, dass es ihr und ihren Freundinnen erlaubt wird, auf dem Fußballfeld gegeneinander anzutreten. „Also saßen wir bei den Spielen der Jungs am Rand und schauten ihnen neiderfüllt zu“, erklärt die junge Frau. „Wenn eine von uns den Mut aufbrachte und fragte, ob sie mitspielen darf, wurde sie von den Jungen ausgelacht, und sie erzählten ihr, dass Fußball nur etwas für Männer wäre.“ 

Zenabou ist eine Geflüchtete aus Nigeria, die nun im Minawao-Flüchtlingscamp lebt. Das Flüchtlingscamp befindet sich im Norden Kameruns. Dort leben Menschen, die vor der Gewalt der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram fliehen mussten. Etwa 60.000 Menschen leben im Camp. Über 60 Prozent davon sind Kinder.

Fußball als Form der gesellschaftlichen Akzeptanz

Plan International ist seit 2015 im Minawao-Flüchtlingscamp im Einsatz und unterstützt die Geflüchteten und die Menschen, die in den Dörfern nahe des Camps leben. Plan arbeitet unter anderem daran, Gewalt gegen Frauen mithilfe von Aufklärungsveranstaltungen und anderen Aktivitäten zu bekämpfen, die ein Bewusstsein für die Problematik schaffen sollen. 


Fußball-Turniere nur für Mädchen sind eine Maßnahme, um Aufmerksamkeit für geschlechtsspezifische Gewalt zu schaffen und um die Mädchen und Frauen zu fördern. Dabei treten die Mädchen in Teams gegeneinander an, die Siegerinnen erhalten am Ende einen Preis. Für die Mädchen ist Fußball weit mehr als nur ein Spiel. Denn dadurch, dass es ihnen erlaubt ist, Fußball zu spielen, fühlen sie sich in ihren Fähigkeiten bestärkt, können sich entwickeln und ihr volles Potenzial ausschöpfen. 

Für Zenabou und ihre Freundinnen ist es eine ganz neue Erfahrung, etwas tun zu dürfen, das normalerweise nur Jungen vorbehalten ist. „Wir werden sonst häufig von bestimmten Aktivitäten ausgeschlossen, weil wir vermeintlich nicht dazu in der Lage sind. Wir werden von unseren männlichen Klassenkameraden schikaniert. Uns wird das Recht aberkannt, Entscheidungen zu treffen, die unser eigenes Leben verändern könnten.“  

„Mädchen haben nicht das Recht, Fußball zu spielen“

Die Mädchen, die im Minawao-Flüchtlingscamp leben, sind regelmäßig sexistischen Klischees ausgesetzt, die Frauen und Mädchen in bestimmte Rollen zwängen. Zenabous Eltern und Brüder sind ebenfalls von diesen Stereotypen überzeugt und erzählen ihr häufig, dass Mädchen nicht das Recht besäßen, Fußball spielen zu dürfen.

Nicht nur im privaten Rahmen erleben die Mädchen Diskriminierung, auch in der Schule sind sie Gewalt und Schikanen ausgesetzt. Plan International arbeitet gemeinsam mit Lehrern daran, Schulungen an verschiedenen Bildungseinrichtungen durchzuführen. Diese Schulungen sollen den Kindern die verschiedenen Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt vor Augen führen und ihnen zeigen, was sie im Falle von Missbrauch und Belästigung tun können. Es gibt auch Kurse speziell für Eltern. Dabei werden beispielsweise unterhaltsame Filme gezeigt, über die mehr Informationen und aufklärende Inhalte  transportiert werden. 

Das Ziel dieser Maßnahmen ist, dass geflüchtete Mädchen und Frauen trotz aller Widerstände, denen sie ausgesetzt sind und waren, es schaffen, gesellschaftliche Barrieren zu überwinden und ihre Ziele zu erreichen. 

Plan International fördert nicht nur in Kamerun Gleichberechtigung und Kinderschutz durch Sport. Plan International Deutschland finanziert seit Jahren Sport-Projekte, um Kinder und vor allem Mädchen zu stärken. Aktuell zum Beispiel in Tansania. 


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