Durch das Projekt wurde auch das Selbstbewusstsein der Mädchen gestärkt. © Plan
Durch das Projekt wurde auch das Selbstbewusstsein der Mädchen gestärkt. © Plan
16.08.2016

Fußball-Projekt macht Mädchen in Brasilien stark

Erfolgreicher Projektabschluss: In 16 Projektgemeinden in den Regionen Codó und São Luís hat Plan International durch die Gründung von Mädchenfußballteams Gleichberechtigung sowie die Partizipation von Mädchen und Jungen gefördert.

Kaum vorstellbar, aber noch bis in die 80er Jahre war Fußball für Frauen in Brasilien gesetzlich verboten. Mit diesem Projekt haben mehr Mädchen die Möglichkeit erhalten, die positiven Eigenschaften dieses Sportes kennenzulernen. Bestehende Rollenbilder und Stereotype wurden aufgebrochen und die Rechte der Mädchen und Frauen gestärkt.

Insgesamt nahmen über 800 Mädchen regelmäßig an Fußballtrainings teil und lernten dabei Teamgeist, Fairplay und ihre Stärken kennen. In Workshops setzten sie sich mit ihren Rechten, geschlechtsspezifischen Rollenbildern und sexueller Gesundheit auseinander und stärkten gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein. Sie wissen nun, wie sie sich für ihre Rechte einsetzen können und erkennen, wenn diese verletzt werden. Außer den Mädchen nahmen auch Eltern, Lehrkräfte und andere Gemeindemitglieder an den Projektaktivitäten teil und beschäftigten sich intensiv mit den Themen Gender, sexuelle und reproduktive Rechte, Partizipation und Gewaltprävention.

Höhepunkte des Projektes waren die regelmäßig stattfindenden Fußballturniere. Sie förderten sowohl den Zusammenhalt wie auch das Selbstbewusstsein der Spielerinnen. Gleichzeitig stießen die Turniere auf eine sehr positive Resonanz in den Gemeinden, die den Mädchen viel Anerkennung für ihre Leistungen zollten.

Vorurteile wurden abgebaut

Die Befragung am Ende des Projektes zeigte deutlich positive Veränderungen. Rollenbilder von Männern und Frauen in der Gesellschaft wurden aufgebrochen: Waren zu Projektbeginn noch 46 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass Mädchen an bestimmten Aktivitäten nicht teilnehmen sollten, weil sie für Jungen bestimmt seien, waren am Ende des Projektes nur noch 23 Prozent dieser Meinung. Auch die Vorbehalte gegenüber homosexuellen Menschen haben sich deutlich reduziert: Die Zahl derer, die sagten, dass sie niemals eine homosexuelle Person als Freund oder Freundin haben könnten, sank im Projektzeitraum von 31 auf 13 Prozent.

Gleichzeitig hat die Evaluierung gezeigt, dass sich Vorurteile und geschlechtsspezifische Rollenzuweisungen nur langsam ändern. „Wir gehen zu den Fußballspielen der Jungen, aber unsere Eltern und Brüder kommen nicht zu unseren Spielen“, so berichtet ein Mädchen. „Sie sagen, dass Mädchen nichts von Fußball verstehen, aber ich sage ihnen, dass sie nicht wissen, wovon sie reden.“

Dieses Beispiel zeigt aber auch das gestärkte Selbstbewusstsein der Mädchen. Vor allem durch ihr Vordringen in angebliche „Jungs-Domänen“ fördern sie die Gleichberechtigung in ihren Gemeinden und sorgen dafür, dass ihre Rechte geachtet und geschützt werden.


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