Nono bei ihrem Besuch in Hamburg im Mai 2016. © Plan
Nono bei ihrem Besuch in Hamburg im Mai 2016. © Plan
26.05.2016

„Frauen in Simbabwe müssen eigene Entscheidungen treffen dürfen“

Das ehemalige Patenkind Nobesuthu Mgutshini (Nono) aus Harare in Simbabwe hat Soziologie studiert, arbeitet mittlerweile für das Kinderhilfswerk Plan International als Genderbeauftragte und engagiert sich bei „Alight Zimbabwe Trust“, einem Alumni-Netzwerk von ehemaligen Patenkindern. Im Mai war sie zu Besuch im deutschen Büro von Plan International in Hamburg und hielt einen Vortrag über die Bedeutung von Bildung für die Zukunft der Menschheit. Bei dieser Gelegenheit hat sie uns Fragen zu ihrem Werdegang beantwortet und verraten, wie sich ihr Leben durch die Patenschaft verändert hat.

Was wünschen sich die Kinder in Simbabwe?
Die Kinder möchten zur Schule gehen können. Gerade Mädchen brauchen besonderen Schutz vor Gewalt. Kinder mit Behinderungen haben oft nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Mädchen und Jungen müssen endlich ihre Rechte wahrnehmen können.

Wie unterscheiden sich diese Wünsche von den Wünschen der Kinder in Deutschland?
In Deutschland sorgt die Regierung dafür, dass alle Kinder Zugang zu Bildung haben. Das fehlt den Kindern in Simbabwe. Sie sind in vielen Dingen benachteiligt und die Mädchen werden oft früh verheiratet.

Warum hast du dich für das Studium der Soziologie entschieden?
Ich habe Soziologie studiert, weil ich alles über das soziale Zusammenleben von Menschen in Gemeinschaften lernen wollte. Das ist für mich die Möglichkeit, etwas zu verbessern und mich für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen.

Was magst du an deinem Land am liebsten?
Am liebsten mag ich an Simbabwe, dass die Menschen dort so warmherzig sind und dass in unserem Land Frieden herrscht. Das ist keine Selbstverständlichkeit in Afrika, denn in vielen Ländern herrschen Kriege und Konflikte.

Was möchtest du in deinem Land am liebsten ändern?
Der wirtschaftliche Status von Mädchen und Frauen muss sich ändern. Sie müssen eigenes Land und Geld besitzen und ihre eigenen Entscheidungen treffen dürfen.

Wie haben sich deine Eltern gefühlt, als du ein Patenkind einer fremden Person geworden bist?
Als ich Patenkind wurde, hat meine Mutter mich sehr unterstützt. Sie arbeitete ehrenamtlich in der Entwicklungszusammenarbeit und Erwachsenenbildung, deswegen ist sie sehr aufgeklärt und wusste um die Chancen, die eine Patenschaft für uns und die Gemeinde haben kann.

Was sind deine schönsten Erinnerungen als Patenkind?

Meine schönsten Erinnerungen an meine Zeit als Patenkind sind die vielen Briefe und Zeichnungen, die ich von meinen Pateneltern und deren Kindern bekommen habe. Ich fand es schön, dass meine Patenfamilie mich mag und wertschätzt.

Wie hat sich die Patenschaft auf deine Gemeinde ausgewirkt?
Durch die Patenschaft hat sich auch was in meiner Gemeinde verbessert. Viele Mädchen und Jungen konnten dank Plan endlich die Schule besuchen.

Wie wäre dein Leben ohne Plan und eine Patenschaft?
Wenn ich kein Patenkind geworden wäre, wäre ich jetzt wohl verheiratet und hätte schon viele Kinder. Durch die Patenschaft eröffneten sich mir viele Möglichkeiten. Ich habe Netzwerke geknüpft und konnte meine Wünsche verwirklichen, da ich erst zur Schule gehen und dann studieren konnte. Die Patenschaft gab mir Sicherheit und eine Zukunft.

Welchen Rat würdest du jemanden geben, der Pate werden möchte?
Ich möchte allen raten, auch eine Patenschaft zu übernehmen. Wir leben in einer globalisierten Welt und es ist wichtig, ein Vorbild zu sein. Eine Patenschaft ist etwas ganz Besonderes dadurch, dass eine lebenslange Beziehung eingegangen wird. Denkt nicht zweimal nach, werdet Patin oder Pate und ändert das Leben eines Kindes!


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