Jedes Mädchen hat das Recht auf eine Kindheit. ©Juan Carlos Ibañez / Plan International
Jedes Mädchen hat das Recht auf eine Kindheit. ©Juan Carlos Ibañez / Plan International
21.08.2017

El Salvador schafft Kinderheirat ab

Das Parlament in El Salvador hat eine Gesetzeslücke geschlossen und damit Kinderheirat verboten. Obwohl die Ehe unter dem Alter von 18 Jahren in El Salvador auch vorher bereits illegal war, hatte Artikel 14 des Familiengesetzes des Landes es ermöglicht, dass Mädchen vor diesem Alter verheiratet werden, wenn das Mädchen schwanger ist und ein Richter oder ein Elternteil die Ehe beantragen.

Die Zustimmung des Mädchens war nicht erforderlich, trotz der Tatsache, dass diese Entscheidung ihr Leben von Grund auf ändert. Carmen Elena Aleman, Länderdirektorin von Plan International in El Salvador begrüßte die heutige Ankündigung und sagte: „Die Schließung der Lücke in El Salvadors Familiengesetz ist ein sehr wichtiger Schritt im Kampf um die Rechte der Mädchen. Kinderheirat ist eine zutiefst schreckliche Praxis. Plan hat lange dafür gekämpft, diese Gesetzesänderung zu erreichen. Es gibt aber noch viel zu tun. Es wird Zeit kosten, die Praktiken und Überzeugungen zu ändern, die so tief in unserer Gesellschaft verankert sind. Wir müssen uns jetzt doppelt anstrengen, um das Bewusstsein in den Gemeinden zu ändern.“

Kinderheirat ist ein ernstes Probleme in El Salvador. In einem Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) zeigt sich, dass neun von zehn Mädchen und Jugendlichen unter 18 Jahren schon in einer illegalen Beziehung waren - fünf von zehn wurden dazu gezwungen.

Diese Erkenntnisse spielten eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung des Gesetzes. Alle 76 Abgeordneten stimmten dafür, die Lücke zu schließen und die Kinderheirat vollständig zu verbieten. Es gab keine Stimme dagegen und keine Enthaltungen. „Kinderheirat beeinflusst das Leben der Mädchen in vielen Bereichen schädlich“, fährt Aleman fort. „Es raubt ihnen nicht nur ihre Rechte, sondern auch ihre Kindheit. Ein Mädchen, das vor dem Alter von 18 Jahren verheiratet ist, wird die Schule abbrechen, um Mutter zu werden, ist den Komplikationen der Geburt ausgesetzt und wird in der Armut gefangen sein.“

All diese Fakten haben tiefe Auswirkung auf die geistige und körperliche Gesundheit der Mädchen und ihre Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit. Ihre Fähigkeit, Entscheidungen über ihren eigenen Körper zu treffen, wird ihnen entzogen. Es ist daher eine Verletzung der grundlegenden Menschenrechte. „Wir fordern daher die volle Unterstützung des Rechtssystems, des Generalstaatsanwalts und Bürgermeisters, um sicherzustellen, dass dieses Gesetz auch in der Praxis umgesetzt wird“, sagt Aleman.


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