Mabel aus Moyamba ist im 6. Monat schwanger. ©Plan
Mabel aus Moyamba ist im 6. Monat schwanger. ©Plan
18.03.2015

Ein Jahr Ebola: Die Krise ist nicht vorbei

Ein Jahr nach Ausbruch der Ebola-Epidemie veröffentlicht Plan International den Bericht „Ebola: beyond the health emergency. Die Ergebnisse der Studie untermauern, dass der Ebola-Ausbruch zum Verlust von bereits prekären Gesundheitsdiensten geführt hat. Mütter und schwangere Frauen sind besonders schwer betroffen.

Der Bericht untersucht die weitergehenden Auswirkungen des Ebola-Ausbruchs und die indirekten Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Im Zusammenhang mit der Studie wurden 1.836 Kinder und Erwachsene aus betroffenen Gemeinden in Liberia und Sierra Leone befragt.

In Sierra Leone berichteten 80 Prozent, in Liberia 40 Prozent der Mütter von fehlenden Gesundheitsdienstleistungen seit dem Ausbruch von Ebola. Viele Geburten in Sierra Leone und Liberia finden laut Bericht nun ohne die Begleitung von ausgebildeten Gesundheitsfachkräften statt. In beiden Ländern wurden zudem Impfprogramme für Kinder gestoppt. Angesichts der ohnehin hohen Raten von Mütter- und Kindersterblichkeit in den betroffenen Ländern sind diese Ergebnisse alarmierend. Eine der häufigsten Todesursachen bei jungen Frauen in Entwicklungsländern sind Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland.

Durch das Versagen der Gesundheitssysteme ist auch der Zugang zu Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit verwehrt. Mit gravierenden Auswirkungen auf die Situation der Mädchen: Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Notlage und der fehlenden Sicherheit durch die Schulgemeinschaft gehen junge Mädchen ungeschützt sexuelle Kontakte ein, die zu einer Zunahme von frühen Schwangerschaften und möglicherweise auch zu einem Anstieg von HIV- und Aids-Infektionen führen.

Plans Hilfe beginnt schon bei der Prävention

In Sierra Leone und Guinea treten noch immer neue Fälle von Ebola auf. Plan arbeitet mit Gesundheitsbehörden auf lokaler Ebene zusammen, organisiert Desinfektionsmaßnahmen und führt Aufklärungskampagnen durch. So soll die Bevölkerung vor weiteren Infektionen geschützt werden.

Plan begrüßt, dass die Themen Bekämpfung von Ebola, Stärkung der Gesundheitssysteme sowie Förderung von Frauen und Mädchen hoch auf der Agenda der deutschen G7-Präsidentschaft für 2015 stehen. Auch im Zusammenhang mit der Post-2015-Agenda, die im September verabschiedet wird, muss die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern prioritär vorangetrieben werden. Plan setzt sich im Rahmen seiner politischen Arbeit dafür ein, dass auf dem G7-Gipfel und in der Post-2015 Agenda wegweisende Schritte zur Lösung dieser globalen Probleme in Angriff genommen werden.


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