In Guatemala sind 43 Prozent der Kinder unter fünf Jahren mangelernährt © Plan
In Guatemala sind 43 Prozent der Kinder unter fünf Jahren mangelernährt © Plan
17.08.2015

Dürre in Guatemala: Kinder leiden an Mangelernährung

Durch die lange Trockenperiode in Guatemala seit Juni sind rund 228.000 Menschen akut von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen. Plan International Guatemala hat bereits Dutzende Fälle von Mangelernährung bei Kindern festgestellt.

Der anhaltende Mangel an Regen in dem bevölkerungsreichsten Staat in Zentralamerika hat erhebliche Ernteeinbußen zur Folge. Seit Juli liegt der Niederschlag unter dem Durchschnitt; in einigen Regionen sogar unter der Hälfte der sonstigen Regenmenge. In manchen Gebieten fiel seit mehr als 45 Tagen kein Regen mehr und auch in den nächsten beiden Wochen wird keine Besserung erwartet. Besonders die Familien, deren Einkommen von der Landwirtschaft abhängt, leiden unter den Ausfällen. Sie verkaufen notgedrungen eigene Habseligkeiten sowie Nutztiere und geraten dadurch immer weiter in die Armut. 

Die wirtschaftliche Lage in Guatemala erschwert die Situation zusätzlich. Der Großteil der Agrarwirtschaft konzentriert sich in den Händen einer kleinen und politisch sehr einflussreichen Elite, die tiefgreifende Reformen verhindert. Ein Großteil der Guatemalteken lebt in Armut. Unter der indigenen Bevölkerung sind es sogar knapp 75 Prozent.

Plan International Guatemala beobachtet die Lage mit Sorge und arbeitet derzeit zusammen mit der Regierung an einer verbesserten und schnelleren Einschätzung der Ernährungssituation von Kleinkindern zwischen 6 Monaten und 5 Jahren. In dem Programmgebiet Polochic wurden bereits 46 Fälle von Mangelernährung sowie vier Fälle von schwerer Unterernährung gefunden. An die betreffenden Familien liefert Plan Grundnahrungsmittel wie Mais, Bohnen, Öl und Zucker.


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