Die Hälfte der Flüchtlinge in Ruanda sind Kinder © Plan
Die Hälfte der Flüchtlinge in Ruanda sind Kinder © Plan
07.07.2015

Burundi: Flüchtlingskrise verschlimmert sich

Tausende Frauen und Männer fliehen vor den politischen Unruhen in Burundi in die Nachbarländer Ruanda und Tansania. Insgesamt haben sich fast 127.000 Menschen als Flüchtlinge registriert. Die genaue Anzahl ist jedoch unbekannt: Viele weitere Burundier und Burundierinnen haben das Land verlassen, sind aber noch nicht als Flüchtlinge dokumentiert.

In Ruanda hat sich die Zahl der ankommenden Flüchtlinge drastisch erhöht. Täglich überqueren laut der Vereinten Nationen (UN) mehr als 600 Flüchtlinge die Grenzen. In Tansania kommen täglich 200 bis 300 neue Flüchtlinge an. Mit nun insgesamt fast 120.000 Flüchtlingen werden die Lebensbedingungen zunehmend erschwert - und in den nächsten Wochen wird mit weiteren Flüchtlingen gerechnet.
Das Kinderhilfswerk Plan International unterstützt die geflohenen Familien, die in überfüllten Flüchtlingscamps untergekommen sind. In Tansania mussten die Flüchtlinge teilweise in Kirchen oder Schulen Zuflucht suchen. Der Unterricht fällt damit für viele Kinder bis auf weiteres aus. „Wir müssen uns vor allem darauf vorbereiten, Kindern und besonders gefährdeten Personen schnell Hilfe zu leisten“, sagt Elena Ahmed, Länderdirektorin von Plan International Tansania.

In Ruanda fehlt es schon jetzt an Nahrungsmitteln, Kleidung, Kinderschutzzonen und psychologischer Unterstützung. Vor allem die Kinder leiden unter der Krise: Die beiden Mahlzeiten am Tag reichen nicht aus, so dass sie oft mit leerem Magen schlafen gehen. Plan International verteilt an die in den Lagern ankommenden Mädchen und Jungen Saft und Kekse, während sich die Eltern in die Schlange zur Essensausgabe anstellen. In Tansania wurden sichere Bereiche für Kinder eingerichtet, in denen sie spielen und lernen können.

Obwohl die Verfassung von Burundi ebenso der Friedensvertrag von Arusha, der das Ende eines zwölfjährigen Bürgerkrieges im Jahr 2005 einleitete, eine dritte Amtszeit verbietet, ließ sich Präsident Nkurunziza sich Ende April von seiner Partei erneut als Kandidat aufstellen. Seitdem rutscht das kleine afrikanische Land immer tiefer in die Krise.


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