Plan setzt sich im Südsudan für die Gesundheit und Bildung von Kindern ein und stärkt die Rechte von Mädchen und Frauen. © Adrianne Ohanesian/Plan
Plan setzt sich im Südsudan für die Gesundheit und Bildung von Kindern ein und stärkt die Rechte von Mädchen und Frauen. © Adrianne Ohanesian/Plan
21.07.2016

Bürgerkrieg im Südsudan wird zur Krise für Kinder

Die Situation im Südsudan ist von Krieg und Gewalt gekennzeichnet. Das Kinderhilfswerk Plan International warnt davor, dass Kinder einer zunehmenden Gefahr von Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt sind.

In der Hauptstadt Juba liefern sich die Streitkräfte mit ehemaligen Rebellen seit Tagen Gefechte. Bei den Kämpfen wurden nach Regierungsangaben in Juba mehrere Hundert Menschen getötet. Darunter befinden sich auch viele Zivilisten und Friedenstruppen der Vereinten Nationen (UN).

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind Tausende Menschen vor den neuen Gewaltausbrüchen geflohen. Mindestens 36.000 Zivilisten suchten in Einrichtungen der Vereinten Nationen und anderen Gebäuden in der Hauptstadt Juba Schutz in dem ostafrikanischen Land. Menschen würden in Kirchen oder Schulen ohne Wasser und ohne Toiletten ausharren, berichtete die Weltgesundheitsorganisation WHO. Offiziellen Statistiken zufolge sind rund 70 Prozent der Flüchtlinge unter 18 Jahre alt.

„In Krisensituationen sind es besonders die Kinder gefährdet. Sie können ihr Recht auf Schutz, Bildung, Gesundheitsfürsorge und Beteiligung nicht wahrnehmen. Die derzeitige Situation ist sehr besorgniserregend, weil die sowieso schon schlechte Lage nun noch verschlimmert wird“, sagt Daniel Muchena, Länderdirektor von Plan International Südsudan. UNICEF berichtet, dass seit Ausbruch des Konfliktes 2013 geschätzt 400.000 Kinder nicht mehr die Schule besuchen und zwischen 9.000 und 15.000 Kinder als Kindersoldaten eingezogen wurden.

Das Projektgebiet von Plan International im Südsudan heißt Juba-Lainya. Plan International arbeitet allerdings nicht direkt in der Hauptstadt Juba mit Patenkindfamilien. Die Plan-Gemeinden und die Patenkindfamilien leben etwa 100 Kilometer entfernt in der Region Lainya im ländlichen Bereich. Plan geht deshalb davon aus, dass kein Patenkind und seine Familie in den kürzlichen Auseinandersetzungen Schaden erlitt. Falls Plan Nachrichten zu einzelnen Patenkindern und ihrem Wohlergehen erhalten sollte, werden die betreffenden Paten direkt informiert.            


Interessant? Weitersagen: