Staatsrat Jan Fries, Bärbel Reimann, Vertreterin der Landesbeauftragten für Frauen, Susanne Kuznik von der Plan AG-Bremen-Liliental und Kerstin Straub bei der Vorstellung des Mädchenberichts in Bremen. © Plan
Staatsrat Jan Fries, Bärbel Reimann, Vertreterin der Landesbeauftragten für Frauen, Susanne Kuznik von der Plan AG-Bremen-Liliental und Kerstin Straub bei der Vorstellung des Mädchenberichts in Bremen. © Plan
21.10.2016

Bremen: Plan International stellt Mädchenbericht 2016 vor

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Welt-Mädchentag, stellt Plan International den Mädchenbericht 2016 „Bildung für Mädchen in der Entwicklungspolitik - die Bundesregierung auf dem Prüfstand“ im Bremer Rathaus vor.

Derzeit gehen 62 Millionen Mädchen weltweit nicht zur Schule. In den ärmsten Ländern der Welt schließt nur gut die Hälfte aller Mädchen die Grundschule ab, nur jedes vierte Mädchen südlich der Sahara kann eine weiterführende Schule besuchen.

Die Bundesregierung hat sich über die Nachhaltigkeitsziele verpflichtet, bis 2030 alles zu tun, damit Mädchen und Jungen weltweit gleichberechtigt aufwachsen können - die Bilanz ist jedoch ernüchternd. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Fördermittel für Grundbildung signifikant erhöht werden. Das ist das Ergebnis des Mädchenberichts 2016, den Plan International am Donnerstagabend vor über 80 geladenen Gästen im Bremer Rathaus vorstellte.

Jan Fries, Staatsrat der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, eröffnete den Abend: „Mädchen haben in vielen Ländern schlechtere Chancen als Jungen. Gerade in den armen Teilen dieser Welt fehlt ihnen oft der Zugang zu Elementarbildung. Darauf machen der diesjährige Mädchenbericht und Because I am a Girl eindringlich aufmerksam. Auch wenn sich Plan International mit seinen Analysen und Forderungen an die Bundespolitik richtet, sind auch Städte und Regionen, ja alle Einzelnen von uns gefragt, was getan werden kann, um dem Ziel ‚Chancengleichheit für alle Mädchen und Jungen auf dieser Welt‘ näher zu kommen.“

Ein Großteil der Entwicklungsgelder, die für den Bereich Bildung zur Verfügung stehen, bleibt in Deutschland. So flossen 2014 von den 1,4 Milliarden Euro für Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit nur 126 Millionen in die Förderung von Grundbildung von Mädchen und Jungen in Entwicklungsländern. Über die Hälfte der Gelder blieb in Deutschland zur Finanzierung ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen. „Für Plan International sind die Ergebnisse des Berichts besorgniserregend, da die Bundesregierung ihrem Versprechen nicht nachkommt“, sagte Kerstin Straub, Leiterin der Kommunikation von Plan International Deutschland, die den Bericht und die daraus folgenden Forderungen am Donnerstag in Bremen präsentierte.

Bärbel Reimann, Vertreterin der Landesbeauftragten für Frauen, bestätigte: „Mich persönlich bestärkt der Plan-Mädchenbericht jedes Mal aufs Neue in meiner Arbeit. Die Länder südlich der Sahara und in anderen Teilen der Erde mögen weit weg scheinen. Aber auch in Bremen wissen wir von Beschneidung von Mädchen, von Zwangsheirat, von Nötigung und Gewalt oder einfach bloß fremdbestimmter Lebenswege, nur weil sie Mädchen sind. Diese Realitäten sind mit den Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind, deutlich näher an unsere gerückt und geben uns deutliche Aufgaben. Die fundierte Analyse von Plan International wird hoffentlich etwas bewirken.“

Bundesweites Aktionsprogramm für die Rechte von Mädchen

Bereits seit 2003 macht Plan International mit der Because I am a Girl-Bewegung auf die besondere Situation von Mädchen aufmerksam und setzt sich dafür ein, dass Mädchen ihre Rechte wahrnehmen können. Zu den größten Erfolgen, die Plan International unter dem Dach von Because I am a Girl errungen hat, zählt die Ernennung des 11.Oktober zum „International Day of the Girl Child“, zum Welt-Mädchentag, durch die Vereinten Nationen. Anlässlich des Welt-Mädchentages startete Plan auch dieses Jahr zusammen mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern ein bundesweites Aktionsprogramm um auf die zentralen Anliegen von Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen.
Wir sind überzeugt: Bildung für Mädchen bedeutet, Armut zu bekämpfen. Ein Mädchen mit
abgeschlossener Bildung wird später heiraten und aufgrund ihres Wissens um ihren Körper und ihrer Rechte weniger Kinder bekommen. Zudem führt eine weiterführende Schulbildung dazu, dass das Einkommen des Mädchens signifikant erhöht wird.

Wer selbst aktiv werden möchte, sollte unsere Online-Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnen und mit der Kampagne #Pink4GenderEquality ein Zeichen setzten!


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