Infolge der Angriffe durch Boko Haram bedürfen in der Region Diffa in Niger fast 340.000 Menschen Unterstützung. © Plan
Infolge der Angriffe durch Boko Haram bedürfen in der Region Diffa in Niger fast 340.000 Menschen Unterstützung. © Plan
10.05.2017

Boko Haram muss alle Mädchen freilassen

Plan International begrüßt die Freilassung von 82 nigerianischen Mädchen im Austausch gegen mehrere Kämpfer der Terrororganisation Boko Haram, die 2014 aus der staatlichen Sekundarschule in Chibok 276 Mädchen entführt wurde. Noch immer sind 113 dieser Mädchen gefangen. Plan ruft die nigerianische Regierung auf, sich massiv für die Freilassung aller Mädchen einzusetzen.

Für die frei gelassenen Mädchen und ihre Familien mag der schlimmste Teil des Albtraums nun vorbei sein. Doch neben den 113 Mädchen aus Chibok sind Tausende weiterer Mädchen und Jungen in den letzten sieben Jahren in der Tschad-Region verschwunden. Viele sind vermutlich gefangen und sexuellen Übergriffen durch Boko Haram-Krieger ausgesetzt, einschließlich Zwangsheirat, sexueller Gewalt und Sklaverei.

Mädchen, die nach ihrer Flucht in ihre Gemeinden zurückkehren, haben in ihrer Gefangenschaft oft ein Kind bekommen. In ihren Dörfern sind diese jungen Mütter stigmatisiert und mit Ausgrenzung konfrontiert. Plan International arbeitet in Nigeria bereits mit betroffenen Mädchen, um ihnen psychosoziale Unterstützung und Zugang zu Gesundheitsdiensten zu bieten. Wir helfen ihnen auch dabei, sich wieder in ihre Gemeinden zu integrieren, indem wir ihnen Bildungsmöglichkeiten und berufliche Trainings anbieten.

Plan lobt die nigerianische Regierung und andere Organisationen für ihr Bemühen um die Freilassung der 82 Mädchen. Gleichzeitig fordern wir sie auf, sich weiter dafür zu engagieren, dass auch alle anderen entführten Kinder zu ihren Familien zurückkehren können - in ein Umfeld, das Sicherheit, Stabilität und Gewaltfreiheit garantiert und in dem Kinder grundlegende Freiheiten und Menschenrechte genießen können.


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