Bishnu Chaudhary beim Wasserholen © Plan
Bishnu Chaudhary beim Wasserholen © Plan
03.06.2015

Bishnu Chaudhary: "G7, schaut auf Mädchen wie mich!"

Ehemaliges Sklavenmädchen spricht für Plan International

 Hamburg/München, 3. Juni 2015 – "Seht mich an! Ich konnte meinen Weg gehen, weil ich Bildung und eine berufliche Perspektive bekommen habe", sagt die Nepalesin Bishnu Chaudhary (19). Bevor Plan International das Mädchen aus der Leibeigenschaft eines Großgrundbesitzers im Terai-Tiefland befreite, schuftete sie bis zu 16 Stunden täglich als sogenannte Kamalari – als "hart arbeitende Frau". Waschen, kochen, putzen – für die Schule blieb Bishnu keine Zeit.

Das änderte sich für die wissbegierige Nepalesin nach ihrer Befreiung: Sie besuchte eine Übergangsklasse, die Plan International für befreite Kamalari eingerichtet hatte, um sie auf den regulären Schulbesuch vorzubereiten. Mittlerweile hat Bishnu die weiterführende Schule abgeschlossen und ist für einen Bacherlor-Studiengang auf "Lehramt" immatrikuliert. Perspektiven wie diese sollen die G7 nun allen Kindern auf der Welt ermöglichen – zusammen mit einer vollständigen, gleichberechtigten und effektiven Partizipation auf wirtschaftlicher, sozialer und politischer Ebene. "Dann kann auch eine Kamalari Präsidentin werden", sagt Bishnu.

Nachhaltige Armutsbekämpfung setzt die konsequente Gleichberechtigung der Geschlechter voraus, zum Beispiel bei Haussklavinnen wie Bishnu Chaudhary in Nepal. Plan International begrüßt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die Themen Gesundheit sowie die Stärkung von Frauen und Mädchen auf die Agenda des G7-Gipfels gesetzt hat – erinnert aber die G7-Staaten auch daran, entsprechende Zielvereinbarungen auf ihrem Gipfeltreffen zu verabreden – und einzuhalten. Bei der G7-Konferenz im bayerischen Elmau sind unter anderem die neuen globalen Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele (SDGs) Thema. Das Kinderhilfswerk Plan fordert, dass zur Erreichung der Gleichberechtigung der Geschlechter – SDG-Ziel Nummer 5 – konkrete Indikatoren festgeschrieben werden. Dazu gehören die Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Mädchen und Frauen sowie Maßnahmen, um die Diskriminierung der Geschlechter wirkungsvoll zu beenden. Früh- und Zwangsheiraten sollen ebenso wie die weibliche Genitalverstümmelung im Rahmen der SDGs bis 2030 beendet werden, fordert Plan International.

Plan nimmt teil an der Veranstaltung "Zusammen gegen Armut" in München. Gemeinsam mit anderen Organisationen setzt das Kinderhilfswerk am Samstag, 6. Juni 2015, auf dem Königsplatz ein starkes Zeichen an die Politik, mehr für die Gleichberechtigung, bessere Bildung, Teilhabe der Kinder – und damit gegen die Armut zu tun. Plan International Deutschland ist durch Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung, und Kuratoriumsmitglied Marie-Luise Marjan vertreten. Sie werden von Bishnu Chaudhary begleitet, die ein Grußwort an die Politiker richtet.

Interviewanfragen für Maike Röttger, Marie-Luise Marjan und Bishnu Chaudhary über:
Plan International Deutschland e.V., Kommunikation, Bramfelder Straße 70, 22305 Hamburg
• Sabine Marxen, Pressereferentin, Tel. 0175 7800118
• Marc Tornow, Pressereferent, Tel. 040 61140-177
• Weitere Informationen online: www.plan.de/SDG

• E-Mail: presse@plan.de


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