Weniger als die Hälfte der eingeschulten Jungen und Mädchen in Ruanda schließen die Grundschule ab. Mit dem neuen Projekt will Plan die Bildungssituation für die Kinder deutlich verbessern. @ Plan International / Jenny Matthews
Weniger als die Hälfte der eingeschulten Jungen und Mädchen in Ruanda schließen die Grundschule ab. Mit dem neuen Projekt will Plan die Bildungssituation für die Kinder deutlich verbessern. @ Plan International / Jenny Matthews
24.01.2019

Bessere Chancen durch Bildung

Heute ist internationaler Tag der Bildung. Plan International setzt sich mit weltweiten Bildungsprogrammen dafür ein, dass jedes Kind sein Recht auf hochwertige Bildung wahrnehmen kann - zum Beispiel in Ruanda.

Bildung ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch die Voraussetzung für das Erreichen aller 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs). Diese fundamentale Rolle, die Bildung für Frieden und Entwicklung in der Welt spielt, haben die Vereinten Nationen im Dezember 2018 gewürdigt, indem sie den 24. Januar zum internationalen Tag der Bildung ernannt haben.

In den letzten Jahren hat sich die weltweite Bildungssituation zwar erheblich verbessert – 84 Millionen mehr Kinder und Jugendliche als noch vor 15 Jahren besuchen heute die Schule, davon sind 52 Millionen Mädchen. Trotzdem gibt es noch viel zu tun. Denn laut UNESCO-Weltbildungsbericht haben immer noch 264 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren keinen Zugang zu Bildung. Selbst bei den Kindern, die eine Schule besuchen, sind die Abschlussraten gering.

So auch in Ruanda, wo fast die Hälfte der Bevölkerung unter 18 Jahre alt ist. Die Bildung dieser jungen Generation ist für die Entwicklung des Landes von entscheidender Bedeutung. Zwar werden 94 Prozent der Jungen und 96 Prozent der Mädchen eingeschult, aber weniger als die Hälfte von ihnen schließen die Grundschule ab. Die Ursachen hierfür sind vor allem die Armut vieler Eltern, weshalb die Kinder oft arbeiten müssen, aber auch eine schlechte Lehrqualität und mangelhafte Ausstattung der Schulen. Traditionelle Rollenvorstellungen und Normen hindern besonders Mädchen daran, ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. So tragen vor allem frühe Schwangerschaften, geschlechtsspezifische Benachteiligungen und Gewalt dazu bei, dass Mädchen die Schule abbrechen.

Um die Bildungssituation für Kinder in Ruanda zu verbessern, hat Plan International Deutschland ein neues Projekt gestartet: „Gute Bildung für Kinder in Ruanda“. In den beiden Projektregionen Bugesera und Nyaruguru sollen die Lernbedingungen von rund 6.900 Schulkindern in 20 Grund- und Sekundarschulen verbessert werden. Dazu werden Lehrkräfte fortgebildet sowie neue Schulausstattung und Unterrichtsmaterial bereitgestellt. Durch Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit sollen frühe Schwangerschaften verhindert und so vorzeitige Schulabbrüche, insbesondere von Mädchen, reduziert werden.

Da die die Grundlagen für ein späteres erfolgreiches Lernen bereits im Kleinkind-Alter gelegt werden, unterstützt Plan zusätzlich 25 Kindergärten und damit circa 5.250 Kleinkinder, die durch gemeindebasierte frühkindliche Förderung auf die Schulzeit vorbereitet werden. Der von Plan dazu entwickelte Ansatz „CLAC“ (Community Led Action for Children) basiert auf der Einbindung der Gemeinden und nutzt bereits bestehende Infrastruktur, um Kindergärten und Lernräume zu schaffen.

Darüber hinaus setzt Plan International sich auf politischer Ebene für eine angemessene Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher in den Vorschulen und die Inklusion von Kindern mit Behinderungen ein.


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