Abdella, 31, hat dank Plan wieder sauberes Wasser. © Plan International / Petterik Wiggers
Abdella, 31, hat dank Plan wieder sauberes Wasser. © Plan International / Petterik Wiggers
25.08.2016

Äthiopien: Nach der Dürre kommt die Flut

Das Ende der Dürre bringt keine Erleichterung: Durch die heftigen Regenfälle in einigen Teilen des Landes kommt es zu Überflutungen. Die Regierung schätzt, dass rund 190.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Insgesamt sind fast eine halbe Million Menschen von den Fluten betroffen.

„Den Schulen fehlt es an sauberem Trinkwasser und an sanitären Einrichtungen. Das führt zu Durchfallerkrankungen, die besonders für Kinder sehr gefährlich sind“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. Hauptsächlich von der Dürre betroffen sind die sechs Regionen: Afar, Amhara, Oromo, SNNP, Somali und Tigray. Während es im Süden Äthiopiens nach der Trockenzeit zu teils starkem Regen und Überflutungen kam, ist die Amhara-Region staubtrocken. Aufgrund der dramatischen Situation hat das Kinderhilfswerk bereits im November 2015 ein Nothilfeprogramm für die Menschen gestartet. Im Bezirk Sehala ist nur Plan als Hilfsorganisation tätig. Allein in Amhara sind den Vereinten Nationen zufolge 2,3 Millionen Menschen zum Überleben auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, im ganzen Land sind es mehr als zehn Millionen Menschen.

Plan versorgt Menschen mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser sowie Saatgut für die nächste Ernte. Schwer unterernährte Kinder werden in so genannten „Stabilisation Centres“ behandelt. Über 100.000 Kinder und schwangere wie stillende Frauen erhielten über Plans Nothilfe Nahrungsmittel, über 7.700 Menschen werden seit Februar täglich mit Trinkwasser versorgt. Dazu füllen LKWs Wassertanks an zentralen Punkten wie Schulen oder Gemeindezentren auf. Jede Familie kann sich 40 Liter Wasser pro Tag und Chemikalien zur Aufbereitung von Trinkwasser mitnehmen.

Um die Krise bewältigen zu können, bräuchte Äthiopien rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Noch immer fehlen davon über 610 Millionen Dollar. „Was wir jetzt wirklich benötigen, ist ein Gesundheitszentrum in der Nähe. Momentan müssen wir stundenlang nach Lalibela reisen, um zu einem medizinischen Zentrum zu gelangen - das kann sich kaum jemand von uns leisten", erzählt der 31-jährige Abdella aus einem Dorf in der Nähe von Lalibela.


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