Plan International setzt sich weltweit dafür ein, dass Menschenrechte geachtet und geschützt werden. In Malawi zum Beispiel mit einem Projekt, durch das mehr Kinder ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können. © Plan International
Plan International setzt sich weltweit dafür ein, dass Menschenrechte geachtet und geschützt werden. In Malawi zum Beispiel mit einem Projekt, durch das mehr Kinder ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können. © Plan International
06.12.2018

70 Jahre Menschenrechte: Eine Erfolgsgeschichte ohne Ende

1948 haben die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Trotzdem müssen sich alle Menschen weiterhin für ihre Gültigkeit stark machen.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ So steht es in Artikel eins der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurde. In 30 Artikeln werden darin die Rechte definiert, die jedem Menschen vor dem Staat zustehen - unabhängig von Faktoren wie Herkunft, Geschlecht oder Religion. Das ist deutlich komplexer als es scheint, denn die Menschenrechte beinhalten weit mehr als den Schutz jedes Individuums vor staatlicher Willkür. Neben sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechten gehören auch kollektive Rechte wie das Recht auf Bildung, Frieden, Wasser und eine saubere Umwelt zum modernen Menschenrechtskatalog.

Menschenrechte sind universell und gelten natürlich auch für Kinder. Die sind allerdings besonders schutzbedürftig und haben daher mit der UN-Kinderrechtskonvention einen eigenen Rechtekatalog. Dort sind ihnen zum Beispiel das Recht auf Spiel und Freizeit oder auch das Recht auf elterliche Fürsorge zugesichert. Plan International setzt sich weltweit dafür ein, dass Menschenrechte geachtet und geschützt werden. So trägt die Organisation beispielsweise mit dem Bau und der Ausstattung neuer Klassenzimmer sowie mit der Ausbildung von Lehrkräften in Malawi dazu bei, dass mehr Kinder ihr Recht auf Bildung wahrnehmen und die Schule abschließen können. Auch in Krisensituationen wie aktuell beispielsweise bei der Flüchtlingskrise in Lateinamerika oder den Rohingya macht Plan sich dafür stark, dass alle Menschen weiterhin ihre Rechte wahrnehmen können.

Die Geschichte der Menschenrechte ist eng mit der deutschen Geschichte verbunden. Denn es waren die Verbrechen des Nationalsozialismus, die den Ausschlag dafür gaben, allgemeingültige Rechte der Menschen zu formulieren, die ihnen niemand mehr nehmen darf. Eine neue Weltordnung wurde 1941 zum Ziel des zweiten Weltkriegs erklärt, in der garantiert sein sollte, dass alle Menschen weltweit ein Leben frei von Not führen können und ihre elementaren Rechte geachtet werden. Zu diesem Zweck formierte sich eine Kriegsallianz von anfangs 25 "Vereinten Nationen", aus der 1945 die gleichnamige Weltorganisation hervorging.

Die Achtung der Menschenrechte wurde zum Prinzip und Ziel der Vereinten Nationen. Mit der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 verpflichteten sich alle UN-Mitgliedstaaten, die Menschenrechte fortan als Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft anzusehen und nicht mehr als ausschließliche eigene Angelegenheit.  Wenngleich es noch zwanzig weitere Jahre dauerte, bis mit dem Zivilpakt und dem Sozialpakt der Schutz der Menschenrechte weltweit rechtlich bindend wurde, war die Menschenrechtserklärung ein globaler Meilenstein: Zum ersten Mal hatten sich Staaten auf der Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses der Menschenwürde auf weltweit geltende Menschenrechte geeinigt.

Eine Erfolgsgeschichte, die jedoch noch nicht zu Ende geschrieben ist. Denn noch heute werden täglich auf der ganzen Welt Menschenrechte verletzt und immer wieder kommen Debatten über ihre Definition, Gültigkeit und Umsetzung auf. Auch aktuelle globale Entwicklungen wie steigende Flüchtlingszahlen oder der Klimawandel haben Einfluss auf die Diskussion.

So bleiben Menschenrechte auch 70 Jahre nach ihrer Verabschiedung eine ständige Aufgabe und ein steter Anspruch - nicht nur für die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten oder Organisationen und Menschen, die sich dafür einsetzen. Wenn es um den Schutz und die Verteidigung von Menschenrechten geht, ist jeder und jede Einzelne gefragt.


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