Dilhara wollte ihrem Vater helfen, das Haus ihrer Familie fertig zu bauen. Deshalb machte sie eine Ausbildung als Maurerin. © Plan International / Shehan Obeysekara
15.02.2019 - von Lara Betz

Als Maurerin hat Dilhara ihr eigenes Haus gebaut

Dilhara aus Sri Lanka nahm an dem Berufausbildungsprojekt von Plan International teil. Nach ihrer Ausbildung als Maurerin baute sie ihr eigenes Haus.


Jugendarbeitslosigkeit ist ein großes Problem in Sri Lanka. Viele junge Menschen haben nicht die technischen Fähigkeiten oder einen ausreichenden Abschluss, um eine Arbeit zu finden. Dieses Problem ist sogar noch größer bei Mädchen und jungen Frauen, deren Beschäftigungsmöglichkeiten nach der Heirat und der Geburt von Kindern erheblich sinken. Das Berufausbildungsprojekt von Plan International vereinfacht jungen Menschen in dem Distrikt Ampara den Eintritt in die Arbeitswelt, besonders Mädchen.

Im Rahmen des Projektes werden Mädchen im sri-lankischen Distrikt Ampara dabei unterstützt, für sie passende Beschäftigungsmöglichkeiten im öffentlichen und privaten Sektor zu finden. Sie bekommen zudem Schulungen, in denen ihre organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen gefördert werden, die sie für die Gründung eines eigenen Unternehmens brauchen.

Ausbildung als Maurerin

Eine der Teilnehmerinnen des Projektes ist die 21-jährige Dilhara. Sie entschied sich, das Maurerhandwerk zu lernen- ein sonst von Männern dominierter Beruf -, nachdem Bauarbeiten an dem neuen Haus ihrer Familie zum Stillstand kamen.

„Ein eigenes Haus zu bauen, ist ein Traum, den sich jeder gerne erfüllen möchte. Mein Vater wollte das auch - er hat seine gesamten Ersparnisse in sein Traumhaus für unsere Familie gesteckt. Er beauftragte einen Maurer, der ihm dabei helfen sollte. Als jedoch Risse an den neu gebauten Wänden auftauchten bemerkte mein Vater, dass der Maurer gepfuscht hatte. Damit war der Traum vom eignen Haus geplatzt, denn nun reichte das gesparte Geld nicht mehr. Meine Familie hatte dem Maurer vertraut. Sie wussten nicht, dass er so eine schlechte Arbeit leisten würde“, sagt Dilhara.

Sie beschloss, mehr über das Maurerhandwerk zu lernen, um ihrem Vater zu helfen, das Haus doch fertig zu bauen. „Ich dachte, ich könnte die Fehler an dem Haus beheben, wenn ich selbst eine Ausbildung zur Maurerin machen würde“, erklärt sie.

Dilharas Eltern hatten nichts dagegen, dass sie sich zu dem Maurerkurs des Berufsausbildungszentrums in Ampara einschrieb, obwohl sie sich Sorgen machten, dass ihre Tochter nur mit Männern zusammenarbeiten würde.

Neben sieben Jungs hat Dilhara den siebenmonatigen Kurs als einziges Mädchen abgeschlossen. Mit dem neuen Wissen über die Baubranche konnte sie das Haus ihrer Familie fertigstellen.

„Ich habe mein eigenes Haus gebaut”, sagt sie stolz. „Jetzt kann ich sogar Betonplatten für ein zweistöckiges Haus herstellen. Alles, was ich brauche, ist ein guter Entwurf eines Architekten und dann kann ich ganz schnell umsetzen, was verlangt wird.“


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