Plan International Deutschland e.V. https://www.plan.de Plan Deutschland de-DE Plan International Deutschland e.V. Thu, 29 Jul 2021 15:26:49 +0000 Thu, 29 Jul 2021 15:26:49 +0000 Plan International Deutschland e.V. | TYPO3 news-2049 Fri, 09 Jul 2021 13:47:27 +0000 Weltbevölkerungstag 2021: Recht auf Selbstbestimmung und Familienplanung https://www.plan.de/news/detail/weltbevoelkerungstag-2021-recht-auf-selbstbestimmung-und-familienplanung.html Die Weltbevölkerung nimmt weiter zu: Rund 7.880.000.000 Menschen leben derzeit auf der Erde - und pro Sekunde kommen knapp drei dazu. Zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli macht Plan International darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dass überall auf der Welt Mädchen und junge Frauen über ihren Körper selbst bestimmen können und Zugang zu Verhütungsmitteln erhalten. In vielen Ländern des Globalen Südens können Frauen nicht selbst entscheiden, wann und wie viele Kinder sie bekommen. Zwischen 2015 und 2019 wurden im Schnitt 64 von 1.000 Frauen ungewollt schwanger. Jährlich sind das 121 Millionen Schwangerschaften weltweit. Zwölf Millionen Frauen haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen aufgrund der Corona-Pandemie derzeit Schwierigkeiten, an Verhütungsmittel zu kommen. Das habe laut Bericht des UN-Bevölkerungsfonds UNFPA zu etwa 1,4 Millionen ungewollten Schwangerschaften geführt. In 115 Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen hat demnach die Pandemie den Zugang zu Verhütungsmitteln und damit die Familienplanung erschwert.

Ein zusätzlicher Grund, weshalb die Bevölkerung insbesondere in den ärmeren Ländern der Welt wächst. Aktuell leben rund 7.880.000.000 Menschen auf der Erde. Jede Sekunde kommen knapp drei dazu. Pro Jahr wächst die Weltbevölkerung um rund 82,4 Millionen Menschen - das entspricht fast der Gesamteinwohnerzahl von Deutschland! Laut einer UN-Prognose zur Entwicklung der Weltbevölkerung wird sich die Zahl aller Menschen bis 2050 auf 9,74 Milliarden erhöhen.

Verhütung nur eingeschränkt möglich

Nur 55 Prozent der Frauen in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen können selbst entscheiden, ob sie Sex haben, verhüten oder Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen möchten. Würde auch der Bedarf von Mädchen und Frauen aus den ärmeren Ländern an Verhütungsmitteln berücksichtigt, könnten jährlich 64 Millionen ungeplante Schwangerschaften abgewendet werden. Dennoch gibt es über 30 Länder auf der Welt, die mindestens ein Gesetz haben, das den Zugang zu Verhütungsmitteln einschränkt. Diese Gesetze verbieten unverheirateten Frauen den Kauf von Verhütungsmitteln oder fordern dafür die Zustimmung ihrer Eltern. Doch auch weitere Barrieren halten Mädchen und Frauen davon ab, ihre sexuellen und reproduktiven Rechte wahrzunehmen. So fehlt es an finanziellen Mitteln, an Beratungsstellen für Jugendliche sowie an Informationen zur Aufklärung. Dazu kommt das soziale Stigma.

Recht, über den eigenen Körper zu entscheiden

Plan International setzt sich dafür ein, dass Mädchen weltweit über ihre Körper selbst bestimmen können. Um eine wirkliche Gleichberechtigung für Mädchen und Frauen zu erreichen, müssen sie ihre sexuellen und reproduktiven Rechte wahrnehmen können, unabhängig von der Pandemie. Dazu gehört auch das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen sowie die Kontrolle über die eigene sexuelle und reproduktive Gesundheit.

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news-2048 Thu, 08 Jul 2021 09:45:28 +0000 LEAD – mehr als ein programmatischer Ansatz bei Plan! https://www.plan.de/news/detail/lead-mehr-als-ein-programmatischer-ansatz-bei-plan.html In unserer Programmarbeit spielt das Thema LEAD eine große Rolle. Aber worum handelt es sich dabei eigentlich und welche Absichten verfolgen wir mit diesem programmatischen Ansatz bei Plan? Das haben wir unsere Plan-Kollegin und LEAD Netzwerkkoordinatorin Lena Blos im Interview gefragt. news-2047 Wed, 07 Jul 2021 09:22:02 +0000 Corona-Pandemie: Plan International fordert gerechte Verteilung von Impfstoffen https://www.plan.de/news/detail/corona-pandemie-plan-international-fordert-gerechte-verteilung-von-impfstoffen-1.html Plan-Geschäftsführerin Kathrin Hartkopf: „Es reicht nicht, die Pandemie nur in einkommensstarken Ländern zu bekämpfen und im Rest der Welt nicht. Alle Menschen haben das gleiche Recht, sich vor dieser Krankheit zu schützen.“ Angesichts der großen Unterschiede beim Zugang zu Corona-Impfstoffen, fordert Plan International Deutschland eine weltweit gerechte Verteilung der Vakzine. „Alle Menschen haben das gleiche Recht, sich vor dieser Krankheit zu schützen“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung der Kinderrechtsorganisation. „Es reicht nicht, die Pandemie nur in einkommensstarken Ländern zu bekämpfen und im Rest der Welt nicht. So wird das Virus zu einem Dauer-Boomerang.“ Zudem seien es gerade Mädchen und junge Frauen, die am meisten unter den Auswirkungen der Krise zu leiden hätten, so Kathrin Hartkopf weiter.

In den wohlhabenden Nationen laufen die Impfkampagnen derzeit im großen Stil, während Länder mit geringerem Einkommen von neuen, verheerenden Infektionswellen heimgesucht werden. Indien, Indonesien und Nepal verzeichnen Rekordzahlen bei den Neuinfektionen und den Todeszahlen. Afrika leidet unter der dritten Welle. Dabei verstärkt die Pandemie massiv Hungerkrisen. In den kommenden Monaten werden schätzungsweise 142 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. So stehen Burkina Faso, der Nordosten Nigerias, Südsudan und Jemen am Rande einer Hungersnot.

Mehr zur Lage in unseren Projektländern

Ein Blick auf die Impfstoff-Verteilung zeigt das Dilemma auf: Im April meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass mehr als 87 Prozent der Impfstoffdosen an Länder mit hohem oder mittlerem Einkommen gegangen sind. Länder mit niedrigem Einkommen haben demnach nur 0,2 Prozent erhalten. Die Folgen sind nicht nur in den betroffenen Ländern spürbar, sondern weltweit: Wenn sich das Virus in ungeimpften Bevölkerungsgruppen ausbreitet, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass neue Varianten neue Krisen auf der ganzen Welt auslösen. Niemand ist sicher, bis alle sicher sind. Kathrin Hartkopf: „Es handelt sich um eine globale Krise, die global bekämpft werden muss. Aus diesem Grund unterstützen wir die Forderung der WHO und der USA, die Patente auf Corona-Impfstoffe aufzuheben, als einen großen Schritt zur Sicherstellung eines gerechten Zugangs.“

Die Lockdowns führen neben einer weltweiten Rezession, steigenden Lebensmittelpreisen und sinkenden Einkommen auch zu einer globalen Bildungskrise. Die Unesco hat festgestellt, dass 168 Millionen Kinder wegen der pandemiebedingten Schließungen bereits ein Jahr lang keine Schule besucht haben. Mit jedem Tag, der vergeht, fallen diese Kinder weiter zurück, und die Schwächsten zahlen den höchsten Preis. Die UN-Bildungsorganisation schätzt, dass durch die Schulschließungen weltweit elf Millionen Mädchen zusätzlich nicht mehr an die Schulen zurückkehren könnten, mit verheerenden Auswirkungen auf ihre Zukunft. Das Risiko von Gewalt, Kinderheirat, weiblicher Genitalverstümmelung und früher und ungeplanter Schwangerschaft hat sich für Mädchen und junge Frauen erhöht.

Plan International unternimmt weltweit zahlreiche Maßnahmen, um den Auswirkungen der Pandemie entgegenzutreten. So hat die Kinderrechtsorganisation in Indien vier Sauerstofferzeugungsanlagen errichtet sowie 230 Geräte zur Sauerstoffanreicherung beschafft. Nahezu 260.000 Menschen wurden dort mit Corona-Aufklärungskampagnen erreicht. Plan nutzt sein bestehendes Netzwerk in den Programmländern Mittelamerikas, Afrikas und Asiens zur Information der Bevölkerung, um so zur Akzeptanz der Impfstoffe beizutragen. Plan-Mitarbeitende tragen dazu bei, die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, indem sie Wasser, sanitäre Anlagen oder Hygieneartikel beschaffen und verteilen. Zudem setzen sie sich bei der Verteilung der Impfstoffe für einen gleichberechtigten Zugang zu den Gesundheitszentren ein und dafür, dass im öffentlichen Gesundheitswesen tätige Personen und andere gefährdete Gruppen vorrangig Zugang zu Impfstoffen erhalten.

Jetzt für die Corona-Nothilfe spenden!

 

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news-1724 Thu, 10 Jun 2021 09:15:00 +0000 Girls Out Loud: Ein digitaler Weg für Mädchenrechte https://www.plan.de/news/detail/girls-out-loud-ein-digitaler-weg-fuer-maedchenrechte.html Mädchen und junge Frauen haben häufig kein Mitspracherecht bei Diskussionen und Entscheidungen, die sie und ihr Leben direkt betreffen. Mit der Initiative Girls Out Loud will Plan International diese Machtverhältnisse kippen und es Mädchen ermöglichen, sich stärker einzubringen. Die Organisation hat mit Facebook-Gruppen eine Infrastruktur für Mädchen und junge Frauen geschaffen, in der sie sich austauschen und solidarisieren können. Es ist selten, dass Mädchen – besonders jene, die in prekären Situationen leben – die Diskussionen über die Themen, die ihr Leben betreffen, selbst steuern. Um die Bedürfnisse von Mädchen zu verstehen und sie effektiv zu unterstützen, hat Plan International die Initiative „Girls Out Loud“ ins Leben gerufen, um Mädchen und jungen Frauen eine Online-Plattform zu bieten, auf der sie sich über ihre Rechte und die Themen, die sie beschäftigen, austauschen können.

Zu diesem Zweck wurden in mehreren Ländern private und geheime Facebook-Gruppen eingerichtet, in der Mitglieder Fragen stellen und zu verschiedenen Themen diskutieren. Es gibt je eine Moderatorin, um die Gruppe dynamisch zu gestalten, Vertrauen und Respekt aufzubauen und die Mädchen über ihre Rechte zu informieren. „Wenn wir über ein Telefon oder einen Computer Zugang zum Internet haben, schauen wir auch immer in diese Gruppe“, sagt eins der Gruppenmitglieder.

Die Online-Community gibt den Mädchen Raum zum Austausch über Gewalt- und Missbrauchsthemen, sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie LGBTQ+-Rechte. Man konnte schnell beobachten, wie das Selbstvertrauen der Mädchen stieg, gemeinsam mit einem erhöhten Bewusstsein für Rechte, soziale Ungleichheiten und schädliche soziale Normen.

„Es ist ein Raum, in dem wir unsere Gefühle und Meinungen äußern können, ohne Angst haben zu müssen, verurteilt zu werden. Ein Raum, in dem wir Unterstützung von einer Gemeinschaft bekommen können, wenn wir Probleme haben“, berichtet eins der Mädchen.

Wegen der Covid-19 Pandemie sind viele Mädchen in ihren Häusern zunehmend isoliert. Die Facebook-Gruppen bieten eine wichtige Anbindung an das Leben außerhalb der eigenen vier Wände, die ihnen hilft, mit anderen in Kontakt zu bleiben und aktiv zu bleiben. Die Moderatorinnen sind derweil zu einer Bezugsperson und Mentorin geworden, an die sich die Mädchen wenden können, wenn sie mit jemandem im Vertrauen sprechen wollen.

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news-2033 Wed, 09 Jun 2021 11:48:00 +0000 Verpasste Chance: Kinderrechte kommen erstmal nicht ins Grundgesetz https://www.plan.de/news/detail/verpasste-chance-kinderrechte-kommen-erstmal-nicht-ins-grundgesetz.html Plan International kritisiert gescheiterte Aufnahme von Kinderrechten im Grundgesetz Plan International Deutschland kritisiert, dass Kinderrechte nicht wie geplant noch in der aktuellen Legislaturperiode ins Grundgesetz aufgenommen werden. „Die Bundestagsfraktionen haben eine wichtige Chance für die Rechte von Kindern vertan. Es ist enttäuschend, dass sie sich nicht auf eine gemeinsame Formulierung geeinigt haben“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung des Kinderhilfswerks. „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wäre es ein wichtiges Signal für Kinder und ihre Familien gewesen, Kinderrechte zu stärken.“

Plan International Deutschland werde sich als Teil der Initiative „Kinderrechte ins Grundgesetz“ mit mehr als 100 weiteren Organisationen für die Verankerung der Kinderrechte in die Verfassung einsetzen, so Kathrin Hartkopf weiter. „Wir bei Plan International Deutschland fordern seit langem, dass Kinder aufgrund ihrer besonderen Bedürfnisse besondere Rechte über die allgemeinen Grundrechte hinaus brauchen. Ein Prinzip, das mit der UN-Kinderrechtskonvention auf internationaler Ebene bereits seit mehr als 30 Jahren gilt.“

Die UN-Kinderrechtskonvention hat in Deutschland bislang nur den Rang eines einfachen Bundesgesetzes und steht damit unterhalb der Verfassung. Wenn es zu Konflikten zwischen der UN-Kinderrechtskonvention und dem Grundgesetz kommt, hat das Grundgesetz demnach Vorrang. Daher ist es aus Sicht von Plan International Deutschland wichtig, einen bereichsübergreifenden Kindeswohlvorrang sowie die Beteiligungsrechte von Kindern in das Grundgesetz aufzunehmen. Kinder sind demnach gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft, eigenständige Persönlichkeiten mit eigener Würde und dem Anspruch auf Anerkennung ihrer Individualität. Kinderrechte im Grundgesetz sollten deshalb vor allem den Vorrang des Kindeswohls, Beteiligungsrechte für Kinder und Jugendliche sowie Entwicklungs- bzw. Entfaltungsrechte der kindlichen Persönlichkeit absichern, so die Forderung der Kinderrechtsorganisation.

Die Bundesregierung hatte Anfang dieses Jahres einen Gesetzentwurf zur Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz auf den Weg gebracht. Für eine Änderung des Grundgesetzes wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat erforderlich gewesen. In dieser Woche scheiterte das Vorhaben in der abschließenden Verhandlungsrunde mit den Bundestagsfraktionen.

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news-2022 Tue, 08 Jun 2021 09:11:00 +0000 Kameruns Mädchen im Kreuzfeuer https://www.plan.de/news/detail/kameruns-maedchen-im-kreuzfeuer.html In Kamerun herrscht seit 2016 Bürgerkrieg zwischen den englischsprachigen Regionen Nord-West und Süd-West, unter dem die Bevölkerung leidet. Familien werden getrennt, Menschen sind auf der Flucht, Kinder gehen nicht mehr zur Schule und vor allem Mädchen und junge Frauen sind vielen Gefahren ausgesetzt. Zwei junge Frauen aus Bamenda berichten von ihrer Geschichte. Weltweit leben über 48 Millionen Mädchen und Jungen in Krisenregionen. Besonders gefährdet aufgrund ihres Alters und ihres Geschlechts sind heranwachsende Mädchen und junge Frauen: Familiäre und gesellschaftliche Strukturen, die sie eigentlich schützen sollen, fallen bei Krieg, Bürgerkrieg oder Vertreibung oft auseinander. Damit erhöht sich das Risiko, dass Mädchen sterben, sexualisierte Gewalt erleben, gegen ihren Willen verheiratet werden oder dauerhaft die Schule verlassen müssen.

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news-2023 Fri, 28 May 2021 10:57:00 +0000 Menstruelle Gesundheit und Hygiene ist ein Menschenrecht https://www.plan.de/news/detail/menstruelle-gesundheit-und-hygiene-ist-ein-menschenrecht.html Der 28. Mai ist der internationale Tag der Menstruationshygiene (Menstrual Hygiene Day). Er wurde 2014 ins Leben gerufen, um auf die Menstruation und die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, mit denen Menstruierende weltweit immer noch konfrontiert sind – beispielsweise aufgrund von Vorurteilen, Stigmatisierungen und damit einhergehender Diskriminierung. Was das für Konsequenzen hat und wie Plan International in den Programmländern dazu arbeitet, erklärt Alissa Ferry, Expertin für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte bei Plan International Deutschland, im Interview. news-1709 Wed, 26 May 2021 10:54:00 +0000 Wie Plan International und Be Girl mit dem Tabuthema Menstruation brechen https://www.plan.de/news/detail/wie-plan-international-und-be-girl-mit-dem-tabuthema-menstruation-brechen.html Weltweit hat jedes zehnte Mädchen während ihrer Periode keinen Zugang zu Hygieneprodukten. Viele von ihnen gehen deswegen in dieser Zeit nicht zur Schule. Auf ein ganzes Schuljahr gerechnet verpassen sie damit ein Viertel des Unterrichts. Die so entstehenden Lernlücken erhöhen das Risiko, die Schule ganz abzubrechen. Ohne einen Abschluss haben die Mädchen kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt und geben häufiger dem Druck nach, sich früh verheiraten zu lassen. Anstatt der erhofften finanziellen Absicherung finden sich viele dieser Mädchen und jungen Frauen jedoch in einem Teufelskreis der Armut wieder, da sie durch eine solche Ehe, die häufig mit frühen Schwangerschaften einhergeht, noch weniger Chancen haben, die schon entstandenen Bildungslücken wieder aufzuholen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Auch in Kolumbien hat das Problem extremer Armut besonders harte Auswirkungen für Mädchen und junge Frauen. Sie sind häufiger und stärker von extremer Armut betroffen und haben ein höheres Risiko, Betroffene von Gewalt und sexuellem Missbrauch zu werden. Plan International hat sich mit dem sozialgesellschaftlich orientierten Unternehmen Be Girl zusammengetan, um diesen Kreislauf der Armut zu durchbrechen. In einem gemeinsamen Projekt sollen Tabus rund um das Thema Menstruation aufgebrochen und der Zugang zu Hygienprodukten für Mädchen und junge Frauen verbessert werden. 

Be Girl hat sich genau auf dieses Problem fokussiert, denn: „Die Menstruation wird für viele Mädchen zu einem Problem, wenn sie sich die teuren Wegwerfprodukte nicht leisten können. Sie gehen dann einfach nicht in die Schule. Das Tabu um das Thema Menstruation lässt sie den Grund für ihr Fehlen aber häufig verschweigen. Das Problem wird nicht aus- geschweige denn besprochen. Irgendwann brechen diese Mädchen dann die Schule ab und keiner will wissen, wieso,“ erklärt Diana Sierra, Ko-Gründerin von Be Girl.

Plan International hat gemeinsam mit Be Girl eine Workshopreihe in Cartagena organisiert, die 3.600 Mädchen in 15 Gemeinden erreicht hat. Während der Veranstaltungen erhielten Mädchen und junge Frauen Informationsmaterial zum Thema Menstruation und konnten sich untereinander über ihre Erfahrungen und Probleme austauschen, die sie während und/oder wegen ihrer Periode beschäftigen.

Alle Teilnehmerinnen erhielten ein Period Panty Pack, ein Paket mit Unterwäsche, die mit einer extra vernähten Netztasche das Einlegen von wiederverwendbaren Damenbinden erlaubt. Zusätzlich bekamen alle Mädchen einen SmartCycle Tracker, ein tragbares Gerät, das das verlässliche Vorhersagen der nächsten Periode möglich macht. Mit dem SmartCycle Tracker, der sich im Design einer Halskette überall mithinnehmen lässt, können die Mädchen genau verfolgen, wo in ihrem Menstruationszyklus sie sich gerade befinden.

Durch die Workshops konnte das Projekt auch Mädchen in ländlichen Regionen erreichen, wo der technologische Ausbau oft noch keine stabile Internetverbindung zulässt oder fehlende Infrastruktur eine regelmäßige Aufklärungsarbeit vor Ort schwierig macht. „Wir sind sehr froh, dass Diana Sierra und Be Girl Teil unserer Projekte von Plan International in Kolumbien geworden sind. Durch diese tolle Zusammenarbeit haben wir viel erreichen können“ sagt Alejandro Gamboa, Nationaldirektor für Plan International in Kolumbien.

Um das Stigma, das dem Begriff der Menstruation immer noch anhängt, überwinden zu können, braucht es auch die Unterstützung der Jungen und Männer im Umfeld der Mädchen. Gleichberechtigung kann nicht einseitig erreicht werden, es braucht die gesamte Gemeinschaft.

Deshalb ist es wichtig, dass auch Eltern, Gemeindemitglieder und männliche Klassenkameraden an den Gender Programmen beteiligt sind. Wenn wir das Tabu Menstruation brechen wollen, dann muss auch das nicht menstruierende Umfeld von Mädchen verstehen, welche Auswirkungen das Thema für ihre Töchter, Schwestern und Freundinnen hat. Nur so kann der Kampf für mehr Gleichberechtigung zu einem Anliegen aller werden. 

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news-2028 Wed, 26 May 2021 09:49:00 +0000 Auf der Spur der Unterernährten https://www.plan.de/news/detail/auf-der-spur-der-unterernaehrten.html Jedes Mal, wenn ein Kind in ihrer Nachbarschaft erkrankt, wird Ngachower Etcho tätig. Sie ist freiwillige Plan-Gemeindehelferin in Pibor, einer von Konflikten und Überschwemmungen betroffenen Region in Südsudan. news-2015 Tue, 18 May 2021 12:40:00 +0000 Von der Teenager-Mutter zur Gemeindevorsitzenden https://www.plan.de/news/detail/von-der-teenager-mutter-zur-gemeindevorsitzenden.html Die heute 23-jährige Jazmina aus Ecuador kam durch eine Notsituation mit Plan International in Kontakt: Nach einem Erdbeben half sie freiwillig in einer der Notunterkünfte mit und blieb Plan danach treu. Durch Workshops lernte sie, sich für sich und ihre Mitmenschen einzusetzen. Mittlerweile ist sie selbst Vorsitzende ihrer Gemeinde und trägt so zu nachhaltigen Verbesserungen im Leben aller bei. “Schwierige Zeiten können auch zu Chancen werden,” sagt die heute 23jährige Jazmina. Eine Lebensweisheit, die die junge Frau aus eigener Erfahrung kennt. Aufgewachsen an Ecuadors Küstenregion klingt ihre Kindheit zunächst nach einem idyllischen Erwachsenwerden – einer sorglosen Jugend am Strand. Doch Jazmina hat schon früh Verantwortung übernehmen müssen. Als eine der ältesten Töchter kümmerte sie sich um ihre jüngeren Geschwister und den Haushalt, wenn ihre Mutter arbeiten musste. Bis sie mit 17 Jahren selbst schwanger wurde.

Als große Schwester fiel es Jazmine als Jugendliche immer schwerer, neben der Hausarbeit auch ihre Hausaufgaben stemmen zu können. Sie begann, die Schulaufgaben hintenanzustellen und fehlte oft im Unterricht. „Früher war ich eine der besten Schüler:innen, auch wenn ich meine Hausaufgaben in der Regel nachts erledigen musste, nachdem ich meine Geschwister ins Bett gebracht hatte,“ erzählt Jazmine.

Als sie 17 Jahre alt war wurde Jazmine schwanger. Sie zog zu ihrem Freund und brach die Schule ab. „Ich bin nicht zurück zum Unterricht gegangen, weil ich mich geschämt habe. Ich hatte Angst davor, was die anderen über mich sagen würden. Heute bereue ich das,“ sagt sie.

Sechs Monate nach der Geburt ihres Kindes 2016 erschütterte ein Erdbeben Jazmines Heimatregion Manabi. „Wenn ich zurückschaue, kommt mir alles, was an dem Tag passiert ist, einfach nur surreal vor. Eine Wand wäre fast auf mich und meinen Sohn gestürzt. Wir sind gerade noch so aus dem Haus herausgekommen.

Plan International leistete nach dem Erdbeben humanitäre Hilfe, bei der Jazmine sich als freiwillige Helferin beteiligte und in einer der 23 Notunterkünften mitarbeitete, die von der Katastrophe betroffenen Kindern einen sicheren Raum zur Verarbeitung des Erlebten bot.

Nach dem Ende des Programms entschied sich Jazmine, weiter an den regulären Aktivitäten von Plan International in ihrer Gemeinde teilzunehmen. Sie besuchte Workshops zur Aufklärung über Kinder- und Frauenrechte und nahm an einem Programm zum Aufbau von Führungqualifikationen teil. 2019 nahm sie mithilfe eines von Plan International finanzierten Stipendiums ihre Bildung wieder auf und schloss die Schule als Klassenbeste ab.

Das „One Scholarship, One Future“-Programm, an dem Jazmine teilnahm, zielt darauf ab, Jugendliche und junge Erwachsene dabei zu unterstützen, ihre Schule abzuschließen und ermutigt Eltern dazu, eine aktive Rolle in der Zukunfts- und Karriereplanung ihrer Kinder einzunehmen.

Jazmine hat dank des Programms eine führende Rolle in ihrer Gemeinde eingenommen. „Meine Mitarbeit bei Plan International hat mir geholfen, meine Stimme zu erheben und mich für das, was mir wichtig ist, einzusetzen. Ich habe gelernt, wie ich selbstbewusst auftreten und meine Rechte einfordern kann,“ sagt sie.

Einer ihrer bisher größten Erfolge als heutige Gemeindevorsitzende ist der Ausbau der elektrischen Infrastruktur, sodass inzwischen 90 Prozent ihrer Gemeinde mit öffentlich finanzierten Straßenlaternen ausgestattet sind. Mädchen und Frauen hatten berichtet, dass sie sich wegen der fehlenden Beleuchtung nachts nicht sicher fühlten. Nur indem ihre Stimmen im Gemeindetreffen Gehör fanden, konnte das Problem erkannt und Maßnahmen getroffen werden.

Aber Jazmine hat noch viel mehr vor. Sie möchte sich weiter dafür einsetzen, dass sich Kinder und junge Erwachsene in ihrer Gemeinde bewusstwerden, was sie alles erreichen können, wenn sie zusammenarbeiten: „Kämpft für eure Träume, schließt eure Schule ab und bildet euch immer weiter. Nur so können wir gemeinsam Gutes für uns und für unsere Gemeinschaft bewirken.“

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news-2020 Wed, 12 May 2021 16:57:00 +0000 80 Jahre: Happy Birthday, Senta Berger! https://www.plan.de/news/detail/80-jahre-happy-birthday-senta-berger.html Senta Berger, international gefeierte Filmikone, engagiert sich seit über 20 Jahren mit Plan International als Botschafterin für die Rechte der Mädchen. Ihr runder Geburtstag ist ein schöner Anlass, ihr ganz besonderen Dank auszusprechen und ein neu errichtetes Mädchenwohnheim in Simbabwe nach ihr zu benennen. Wenn das kein Grund zu feiern ist: Senta Berger wird am Donnerstag, den 13. Mai 80 Jahre alt. Für Plan International Deutschland eine gute Gelegenheit, der beliebten Schauspielerin für ihre langjährige und engagierte Unterstützung als Botschafterin für die Rechte der Mädchen zu danken und ein von Plan neu errichtetes Wohnheim für junge Schülerinnen in Simbabwe nach ihr zu benennen: das „Senta Berger Mädchenwohnheim Masasi“.

„Wir gratulieren Senta Berger ganz herzlich zu ihrem 80. Geburtstag“, sagt Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender von Plan International Deutschland. „Seit vielen Jahren unterstützt sie als Botschafterin für die Rechte der Mädchen unsere Arbeit mit beispiellosem Engagement. Zahlreichen Kindern auf dieser Welt, vor allem aber benachteiligten Mädchen, hat sie durch ihre Fürsprache Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben. Senta Berger hat maßgeblich zur Entstehung der globalen Mädchen-Kampagnen von Plan International beigetragen. Für diesen großartigen Einsatz möchten wir ihr ganz besonders danken.“

Großartiger Einsatz für die Rechte der Mädchen

Seit über 20 Jahren engagiert sich Senta Berger ehrenamtlich für Plan International. Mit Benefizlesungen und Ausstellungseröffnungen appelliert sie für mehr Chancengleichheit, Audioproduktionen und Dokumentarfilmen über die Projektarbeit von Plan lieh sie ihre Stimme. Ihr Schlüsselerlebnis hatte Senta Berger bereits 1998, als sie mit Plan in Nepal war und dort einem kleinen Mädchen begegnete: Dieses lief auf dem Weg in die Schule in der Kälte barfuß und in dünnem Kleidchen neben ihrem Bruder her, der komplett mit Schuluniform und festen Schuhen ausgestattet war. Auslöser für Senta Berger, sich fortan gemeinsam mit Plan International für die Rechte der Mädchen stark zu machen.  

„In vielen Ländern sind Mädchen immer noch extrem benachteiligt“, sagt Senta Berger. „Das hat natürlich vorwiegend mit den patriarchalischen Hierarchien zu tun und damit, dass Männer sich gut in der Macht eingerichtet haben. Aber langsam bröckelt dieses Bild und Plan International hat mit seinem besonderen Einsatz für die Rechte der Mädchen dieser Welt sehr dazu beigetragen.“

Senta Berger Mädchenwohnheim bietet Schutz vor Übergriffen

Das von der Stiftung Hilfe mit Plan neu errichtete „Senta Berger Mädchenwohnheim Masasi“ wird 45 Mädchen im Osten Simbabwes den Besuch einer weiterführenden Schule ermöglichen und ist Teil des Gesamtprojekts „Bessere Schulbildung in Simbabwe“. Das Wohnheim befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Sekundarschule, so dass die Mädchen vor möglichen Übergriffen auf den sonst sehr langen Schulwegen oder in unsicheren Mietunterkünften geschützt sind.

Das Modell der Wohnheime für Mädchen, wie Plan International es bereits an mehreren Schulen in Simbabwe und weiteren Projektländern umgesetzt hat, ist mittlerweile im Bildungssektor sehr geschätzt. Es wurde erkannt, dass Mädchen dadurch geschützt werden und sie so ihr Recht auf eine weiterbildende und qualitativ hochwertige Bildung wahrnehmen können. Weitere Informationen zu Spenden an das Projekt „Bessere Schulbildung in Simbabwe“ der Stiftung Hilfe mit Plan.
 

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news-1552 Wed, 12 May 2021 15:30:00 +0000 Corona-Krise global: Schwerpunkt Asien https://www.plan.de/news/detail/corona-krise-global-schwerpunkt-asien.html Die Corona-Pandemie stellt aktuell immer noch eine Herausforderung dar, die weltweit den Alltag von Menschen beeinflusst. Wie Plan International die Programmarbeit entsprechend angepasst hat, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier. Einige asiatische Programmländer werden momentan von einer neuen Infektionswelle erfasst. Einen regionalen Brennpunkt stellt das bevölkerungsstarke Indien dar. Die in vielen Ländern zuvor oft landesweit verhängten strikten Einschränkungen des öffentlichen Lebens sowie Reisebeschränkungen wurden vielerorts gelockert. Die Folgen der Corona-Pandemie haben große Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Familien. Besonders die arme Bevölkerung hat schlechteren Zugang zu Hygieneartikeln und leidet unter ausbleibendem Einkommen und Nahrungsunsicherheit.

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news-1589 Wed, 12 May 2021 14:20:00 +0000 Corona-Krise global: Schwerpunkt Lateinamerika https://www.plan.de/news/detail/corona-krise-global-schwerpunkt-lateinamerika.html Covid-19 hat auch die 12 lateinamerikanischen Länder betroffen, in denen Plan International arbeitet. Wie Plan International die Programmarbeit entsprechend angepasst hat, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier. In Lateinamerika und der Karibik ist die Lage aufgrund hoher Infektionszahlen nach wie vor ernst. In fast allen Ländern der Region sind die öffentlichen Gesundheitssysteme unterfinanziert. Zudem sind weiterhin auch andere schwere Krankheiten, wie Malaria und Denguefieber, weit verbreitet. Die Pandemie trägt zu einer Verstärkung bestehender Ungleichheiten bei, unter der besonders Mädchen und Frauen leiden. Frühe Verheiratung und Schwangerschaft sowie geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt nehmen zu. Dies ist unter anderem Folge der Isolation sowie des mangelnden Zugangs zu Bildung und Beratungsstellen. Kinder bekommen oft wenig Unterstützung beim Lernen zu Hause, und wichtige Bildungsthemen und Aufklärung werden vernachlässigt.

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news-1588 Wed, 12 May 2021 12:34:00 +0000 Corona-Krise global: Schwerpunkt Afrika https://www.plan.de/news/detail/corona-krise-global-schwerpunkt-afrika.html Von der Covid-19-Pandemie sind auch die 25 afrikanischen Länder betroffen, in denen Plan International arbeitet. Wie Plan International die Programmarbeit entsprechend angepasst hat, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier. Die Zahl der Corona-Infizierten blieb in den meisten der Plan-Programmländer in Afrika seit Beginn der Pandemie relativ niedrig. Wie eine Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte, ist das Risiko eines plötzlichen Anstieges allerdings trotzdem hoch. Dies liegt insbesondere an einer verminderten Beachtung von Präventivmaßnahmen durch ein Gefühl der Sicherheit, einer geringen Anzahl an Tests und damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Nachverfolgung von Ansteckungen sowie niedrigen Impfraten.

Während zu Beginn der Pandemie strenge Ausgangssperren die Ausbreitung von Covid-19 stark eingrenzen konnten, herrscht inzwischen eine geringere Bereitwilligkeit, das öffentliche Leben einzuschränken. Für viele Mädchen hatten diese Maßnahmen zusätzlich noch weitreichendere Konsequenzen, da sie beispielsweise durch Schulschließungen einem erhöhten Risiko für frühe Verheiratung oder Schwangerschaft ausgesetzt waren.

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news-2017 Thu, 06 May 2021 10:18:19 +0000 Weltkindermal-Tag: An die Stifte, fertig, los …. https://www.plan.de/news/detail/weltkindermal-tag-an-die-stifte-fertig-los.html Seit 13 Jahren gibt es den Weltkindermaltag. Kinder im Alter bis zu 12 Jahren haben die Gelegenheit, sich noch bis Ende Juni an einem großen Malwettbewerb zu beteiligen. Thema: „Entdecke die Natur – an Land“. Die Resonanz ist groß, allein 40 Plan-Aktionsgruppen sind mit an Bord. Wilde Tiere, eine bunte Pflanzenwelt und viel Neuland: Das Motto „Entdecke die Natur – an Land“ rund um den Weltkindermaltag am 6. Mai 2021 lädt Kinder ein, ihre nächste Umgebung zu erkunden und ihre Erlebnisse aufzumalen. Der Schreib- und Kreativwarenhersteller STAEDTLER, Ausrichter des Malwettbewerbs, stellt Plan für jede Bildeinsendung einen Euro zur Verfügung, um damit das Projekt „Allin Mikuna - Kinder gesund ernähren“ in Peru zu unterstützen. „Allin Mikuna“ bedeutet in der lokalen Sprache Quechua „Gute Ernährung“. Mit dem Projekt wird Familien vor Ort geholfen, ihre Lebensgrundlage zu sichern und ihre Kinder gesund zu ernähren. In Schulungen lernen Eltern, wie sie ihre eigenen Lebensmittel ökologisch anbauen.   

Seit STAEDTLER den Weltkindermaltag vor 13 Jahren ins Leben gerufen hat, ist er in Deutschland mit einem bundesweiten Malwettbewerb verbunden. Interessierte Kinder zu Hause, Schulklassen oder Kindergartengruppen können ihre Bilder noch bis zum 30. Juni 2021 bei Plan International Deutschland oder direkt bei STAEDTLER einsenden. Teilnehmen können alle Kinder zwischen drei und 12 Jahren – einzeln oder in Gruppen.

Weitere Informationen zum Weltkindermaltag und zur Teilnahme am Malwettbewerb auf unserer Themenseite. 

 

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news-2013 Thu, 06 May 2021 10:04:00 +0000 Corona-Notstand in Indien https://www.plan.de/news/detail/corona-notstand-in-indien.html Indiens Gesundheitssystem steht angesichts der rapide steigenden Covid-19-Infektionszahlen vor dem Zusammenbruch. Plan International unterstützt die humanitäre Hilfe vor Ort. Die zweite Welle der Corona-Pandemie in Indien hat eine beispiellose Krise des öffentlichen Gesundheitssystems ausgelöst. Das Land vermeldete heute einen neuen Höchstwert von 412.000 Neuinfektionen mit Covid-19. Auch die Zahl der Covid-bedingten Todesfälle in verschiedenen Teilen Indiens stieg auf 4.000 an einem Tag und damit auf ein trauriges Rekordhoch. Besonders dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt Neu-Delhi. In zahlreichen Krankenhäusern sind medizinischer Sauerstoff und Medikamente knapp.

„Unser Gesundheitssystem wird von einem nicht enden wollenden Strom von Covid-19-Patient:innen überrollt, die medizinische Hilfe und zusätzlichen Sauerstoff benötigen. Wir müssen alle zusammenkommen und jetzt handeln, um das Leiden einer großen Anzahl von Menschen, die von Covid betroffen sind, zu lindern“, sagt Mohammed Asif, Länderdirektor von Plan International Indien.

Im Rahmen der weltweiten Unterstützung, leistet deshalb auch Plan International seinen Beitrag in der humanitären Hilfe: Plan Indien startet das Nothilfe-Projekt „Help India Heal“, das in den kommenden drei Monaten rund 200.000 Familien unterstützen soll, die von Covid-19 betroffen sind. Das Projekt leistet insbesondere in folgenden fünf Bereichen Hilfe in der humanitären Krise:

  • Unterstützung von 10.000 Covid-19-Patient:innen aus armen und gefährdeten Gemeinden in 20 Distrikten durch die Einrichtung von temporären Corona-Versorgungszentren, in denen sie Zugang zu Pflege, Behandlung und Ernährung haben.
  • Beatmungsgeräte für 500 Behandlungszentren: Die Organisation wird 500 Covid-Pflege- und Behandlungszentren in Bezirkshauptstädten und kleineren Städten mit High-Flow-Sauerstoffkonzentrator-Geräten ausstatten, damit sie Covid-19-Patient:innen versorgen können, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen. 
  • Schutz der Covid-19-Helfer:innen: Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, 100.000 Ärzt:innen, Krankenpfleger:innen, Mitarbeitende des Gesundheitswesens an vorderster Front, Polizeipersonal, Sanitäter:innen und weitere Helfer:innen mit persönlicher Schutzausrüstung zu unterstützen.
  • Ernährungssicherung: Plan International unterstützt 100.000 arme und besonders gefährdete Familien in ländlichen und städtischen Gemeinden durch die Lieferung von Lebensmittelkörben.
  • Aufklärung: Plan International wird mit einer groß angelegten Aufklärungskampagne das Bewusstsein insbesondere junger Menschen dafür schärfen, wie die Ausbreitung von Covid-19 verhindert werden kann, einschließlich der Bekämpfung von Stigmatisierung und Mythen rund um Impfungen. Damit sollen eine Million heranwachsende Mädchen und Jungen in 1.800 Dörfern erreicht werden.

Um diese Maßnahmen umsetzen zu können, bittet Plan International im Rahmen der gleichnamigen Kampagne #HelpIndiaHeal um Spenden.

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news-1989 Tue, 04 May 2021 09:37:00 +0000 Fußball spielen gegen Geschlechterstereotype in Brasilien https://www.plan.de/news/detail/fussball-spielen-gegen-geschlechterstereotype-in-brasilien.html In Brasilien herrschen hartnäckige Geschlechterstereotype. Das hat weitreichende Folgen: Mädchen werden in ihrem Selbstbild und ihren Zukunftsplänen eingeschränkt nach wie vor als das „schwache“ Geschlecht und weniger wert angesehen. Das führt zu Diskriminierung und Benachteiligung in allen Lebensbereichen bis hin zu Frühverheiratung und ungewollten Frühschwangerschaften. Plan Internationals „La League“-Programm versucht, mit diesen veralteten Rollenbildern und geschlechterstereotypen Vorurteilen zu brechen und so Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern zu schaffen. „Solange ich zurückdenken kann, wurde mir gesagt, dass Fußball nur was für Jungen ist“, sagt die 16-jährige Gilcielen, die in einer ländlichen Gemeinde im brasilianischen Bundesstaat Maranhão lebt.

Wegen dieses Vorurteils dachte sie, dass es fundamentale Unterschiede zwischen den Fähigkeiten von Jungen und Mädchen gäbe: Wenn sie nicht mit einem Ball spielen kann, müsste es noch andere Dinge geben, die sie nicht tun kann, weil sie ein Mädchen ist. „Meine Gemeinde ist klein, aber die Vorurteile sind groß, und sie halten sich hartnäckig. Ich dachte früher, dass Jungs keinen Schmerz empfinden und dass Mädchen und Frauen zerbrechlich und schwach sind.“

Diese Weltanschauung hindert viele Mädchen daran, sich zu entfalten und ihre Ziele zu erreichen. Um diese Einstellungen und Denkweisen zu verändern, hat Plan International das Mädchenprojekt „La League“ ins Leben gerufen, in dem Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 18 Jahren aus neun Gemeinden in den Codó und Timbiras zusammen spielen. Geschlechtergerechtigkeit im Sport ist dabei nicht nur Ziel, sondern auch Methode, um Geschlechterklischees aufzubrechen, Gleichberechtigung zu fördern und Mädchen und Jungen gleichermaßen zu stärken. Denn Sport vermittelt Fairness, Teamgeist, gibt Selbstvertrauen und verbindet Menschen - egal welches Geschlecht. So kann langfristiges Engagement nachhaltige, strukturelle Veränderungen schaffen.

Als großer Fan der brasilianischen Fußballnationalmannschaft findet Gilcielen Inspiration, wenn sie professionelle Sportlerinnen beim Fußball zuschauen kann. „Marta und Forminga sind meine Vorbilder. Sie sind super stark und kämpfen gegen alle Widerstände für ihre Träume“, erzählt sie.
Die Teilnahme am „La League“-Programm war für Gilcielen ein Wendepunkt. Denn neben dem Fußballspielen nimmt sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen auch an Workshops zu Kinderrechten und Diskussionen über soziale und politische Themen teil. All das stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihre Leadership-Fähigkeiten und andere Kompetenzen, die sie auf das Berufsleben vorbereiten.

Das Projekt konnte zahlreiche Mädchen, Jungen, Betreuer:innen und Gemeindemitglieder mit der Botschaft der Gleichstellung der Geschlechter erreichen. Ein primäres Ziel hierbei ist das Beenden von Frühverheiratung und Teenagerschwangerschaften. Hierzu werden auch Männer und Jungen angesprochen und Eltern ermutigt, mit ihren Töchtern wie mit ihren Söhnen bei Sportevents teilzunehmen.

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news-2014 Thu, 29 Apr 2021 11:04:12 +0000 Kooperativen in Indien brauchen Unterstützung in Corona-Krise https://www.plan.de/news/detail/kooperativen-in-indien-brauchen-unterstuetzung-in-corona-krise.html Seit Tagen steigt die Zahl der Corona-Infizierten in Indien. Das Gesundheitssystem ist überlastet, es mangelt überall an Sauerstoff und Krankenhausbetten. Doch das ist nicht das einzige Problem. Hinzu kommt, dass die wirtschaftliche Lage immer angespannter wird und den Menschen ihre Existenz zu rauben droht, berichtet Divya Khandal, Leiterin der Kooperative „Dhonk“. Vor allem Frauen verdienen in kleinen Kooperativen wie „Dhonk“ den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder. Doch in diesen Zeiten kommen zu der Sorge vor Ansteckung große Existenznöte dazu. Der Tourismus in Indien ist zum Erliegen gekommen, und damit bleiben auch die Kund:innen für die Kooperative „Dhonk“ im nordindischen Bundesstaat Rajasthan aus. 30 Frauen und zehn Männer stellen hier hochwertige Kunsthandwerksprodukte her. Die Kooperative befindet sich nahe des 1973 gegründeten Nationalparks Ranthambore, einem Reservat für Königstiger. Früher wurden diese großen Säugetiere gejagt und standen kurz vor dem Aussterben. Auch wurde illegal Holz in der Region gefällt.

„Dhonk“ wirkt diesen illegalen Praktiken seit Jahren entgegen. In der Kooperative bekommen die Mitarbeitenden eine Ausbildung in alten Handwerksmethoden wie Nähen, Blockdruck und Sticken. Oft werden dabei die traditionellen Tigermotive zum Beispiel für Stickereien oder Drucke verwendet. Die Herstellung solcher Kunsthandwerkeprodukte sichert vor allem Frauen eine Perspektive auf ein selbst bestimmtes Leben und ermöglicht es ihnen, die Schulbildung ihrer Töchter finanzieren.

„Dhonk“-Gründerin Divya Khandal und ihre Mitarbeitenden hatten erst Ende März die Arbeit nach wochenlanger Pause wiederaufnehmen können, als der Lockdown in Rajasthan aufgehoben wurde. So produzieren die Mitarbeitenden seit einigen Wochen Ware auf Vorrat. Doch durch die Pandemie fielen zuletzt immer mehr Abnehmer:innen weg. „Im Moment ist der Plan Shop der letzte Kunde. Es ist im Moment unsere einzige Hoffnung auf ein Einkommen“, sagt Divya Khandal. Sie hofft darauf, dass sich die Situation bald entspannen wird und die Kooperative weiterbestehen kann.

Wer die „Dhonk“ unterstüzten möchte, findet im Plan Shop weitere Informationen zu dem Projekt.

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news-2004 Tue, 27 Apr 2021 14:46:00 +0000 Zukunftsperspektiven für laotische Kleinbauern in Bokeo https://www.plan.de/news/detail/zukunftsperspektiven-fuer-laotische-kleinbauern-in-bokeo.html Klimaextreme wie Dürren oder außergewöhnliche Kälteperioden machen den Menschen im Nordwesten von Laos immer mehr zu schaffen. Mit innovativen Anbaumöglichkeiten und Trainings zur besseren Vermarktung ihrer landwirtschaftlichen Produkte unterstützt Plan Frauen und Männern in dem südostasiatischen Land dabei, ihr Einkommen zu verbessern, erklärt Tobias Zehe, Teamleiter für die Region Asien-Pazifik. news-2011 Sun, 25 Apr 2021 15:07:00 +0000 Mädchen müssen die digitale Revolution mitgestalten https://www.plan.de/news/detail/maedchen-muessen-die-digitale-revolution-mitgestalten.html Unser Alltag wird mit der Zeit immer mehr von Technologie und digitalem Fortschritt bestimmt. Das trifft auch auf unsere Arbeitswelt zu. Leider werden sowohl in digitalen Räumen als auch den Branchen, die diese gestalten, Mädchen und junge Frauen nicht ausreichend berücksichtigt oder sogar diskriminiert. Drei junge Frauen aus verschiedenen Ländern wenden sich mit ihren Erfahrungen an eine der größten Telekommunikationsfirmen der Welt. news-2012 Thu, 22 Apr 2021 07:58:01 +0000 Lieferkettengesetz: Bundestag soll bei Kinderrechten nachbessern https://www.plan.de/news/detail/lieferkettengesetz-bundestag-soll-bei-kinderrechten-nachbessern.html Anlässlich der ersten Lesung im Bundestag zum Lieferkettengesetz rufen die sechs größten Kinderrechtsorganisationen zu dringenden Nachbesserungen im aktuellen Regierungsentwurf auf. Der Bundestag sollte die Rechte von Kindern im geplanten Lieferkettengesetz stärker berücksichtigen. Das fordert Plan International Deutschland gemeinsam mit Human Rights Watch, Kindernothilfe, Save the Children, UNICEF Deutschland und World Vision Deutschland in einem gemeinsamen Appell. Anlässlich der für heute geplanten ersten Lesung im Bundestag zum sogenannten Sorgfaltspflichtengesetz rufen die Organisationen zu dringenden Nachbesserungen im aktuellen Regierungsentwurf auf, um Mädchen und Jungen weltweit vor Kinderrechtsverletzungen in globalen Lieferketten wirksam zu schützen.

„Es liegt jetzt in den Händen der Parlamentarier:innen, die Weichen für verantwortungsvolles globales Handeln zu stellen und die Umsetzung von Menschenrechten, Kinderrechte eingeschlossen, in allen Stufen der Wertschöpfungskette zu einem gesetzlichen Erfordernis für Unternehmen zu machen”, so heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Organisationen. „Ein solches Gesetz ist zwingend notwendig, um alle Menschen, und insbesondere Kinder, beispielsweise vor Ausbeutung und Gesundheitsschäden, wirksam zu schützen."

In ihrem Appell fordern die Organisationen unter anderem, den Anwendungsbereich des Gesetzes auf Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden und auf besonders risikobehafteten Branchen auszuweiten. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht vor, in einem ersten Schritt nur etwa 600 deutsche Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden dazu zu verpflichten, die geplanten Maßnahmen umzusetzen.

Die Größe eines Unternehmens sei jedoch nicht in jedem Fall aussagekräftig. Auch kleinere Unternehmen in Risikobranchen, wie dem Textilsektor oder in der Landwirtschaft, können zu schweren Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden beitragen. Daher ist aus kinderrechtlicher Sicht ein risikobasierter Ansatz zielführender, als die ausschließliche Konzentration auf die Größe der Unternehmen.

Zudem fordern die Organisationen den Geltungsbereich der Sorgfaltspflicht auf die gesamte Lieferkette auszuweiten. „In unserer täglichen Arbeit vor Ort sehen wir eine Vielzahl von Kinderrechtsverletzungen in globalen Wertschöpfungsketten,“ so die Organisationen. „Die meisten dieser Rechtsverletzungen, darunter auch Kinderarbeit, finden am Beginn der Wertschöpfungskette statt, wie in Minen und in der Landwirtschaft. Deshalb sollte ein Sorgfaltspflichtengesetz den gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung und deren umfassende Wertschöpfung einbeziehen.“

Der aktuelle Regierungsentwurf verpflichtet Großunternehmen lediglich dazu, menschenrechtliche Risiken in ihren eigenen Betrieben und bei ihren direkten Zulieferern zu bewerten und auf solche Risiken zu reagieren. Bei Zulieferern, die weiter unten in der Lieferkette angesiedelt sind, sieht das Gesetz vor, dass Unternehmen nur eine „anlassbezogene“ menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung durchführen müssen, sobald sie „substantiierte Kenntnisse“ von potenziellen Menschenrechtsverletzungen haben. Eine solche Regelung würde hinter die UN Leitprinzipien zurückfallen, wie auch hinter die kürzlich vom EU Parlament verabschiedeten „Empfehlungen an die EU-Kommission zur Sorgfaltspflicht und Rechenschaftspflicht von Unternehmen“.

In einem gemeinsamen Positionspapier haben die Organisationen bereits Ende letzten Jahres ihre Forderungen für ein robustes Lieferkettengesetz formuliert, das den internationalen und nationalen kinderrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands nachkommt.

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news-2009 Tue, 20 Apr 2021 07:13:42 +0000 Gemeinsamer Appell: Mehr Geld für Kampf gegen Hunger https://www.plan.de/news/detail/gemeinsamer-appell-mehr-geld-fuer-kampf-gegen-hunger.html Schon ein geringer Teil der weltweiten Militärausgaben könnte große Lücken schließen. Mehr als 200 Hilfsorganisationen fordern deshalb in einem offenen Brief alle Regierungen auf, die Mittel für humanitäre Hilfe zu erhören. Vor einem Jahr warnten die Vereinten Nationen vor Hungersnöten „biblischen Ausmaßes“. Die Warnung verhallte: Gerade einmal fünf Prozent der für 2021 benötigten Hilfsgelder für Ernährungssicherheit in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar wurden von der internationalen Gebergemeinschaft bislang finanziert. Mehr als 200 Organisationen fordern deshalb in einem offenen Brief alle Regierungen auf, die Hilfe dringend zu erhöhen und zu verhindern, dass in diesem Jahr mehr als 34 Millionen Menschen an den Rand des Verhungerns getrieben werden.

Erst im Februar riefen das Welternährungsprogramm (WFP) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) dazu auf, zusätzliche Mittel in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar für die Versorgung der bedürftigsten Menschen bereitzustellen. Die Summe entspricht in etwa den weltweiten Militärausgaben eines Tages (weniger als 26 Stunden): Im gesamten Jahr 2019 gaben die Staaten insgesamt 1,9 Billionen Dollar für das Militär aus. Doch während immer mehr Menschen hungrig zu Bett gehen, nehmen die Konflikte zu.

Bereits mehr als 170 Millionen Menschen hungern

Ende 2020 schätzten die Vereinten Nationen, dass 270 Millionen Menschen entweder stark von Hunger bedroht sind oder bereits von akutem Hunger betroffen. Schon jetzt trifft dies für 174 Millionen Menschen in 58 Ländern zu. Viele von ihnen sind in Gefahr, an Nahrungsmangel oder der Schwächung ihres Immunsystems zu sterben. Die Zahl der Notleidenden wird in den kommenden Monaten noch steigen, wenn nicht sofort etwas unternommen wird. Weltweit sind die durchschnittlichen Lebensmittelpreise jetzt auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren.

Bewaffnete Konflikte sind die Hauptursache für den weltweiten Hunger, der auch durch den Klimawandel und die Covid-19-Pandemie verschärft wird. Vom Jemen über Syrien, Afghanistan und den Südsudan bis hin zum Norden Nigerias treiben Konflikte und Gewalt Menschen in existenzielle Not.

Gemeinsamer Aufruf zu globalem Waffenstillstand

Die über 200 Organisationen fordern, dass der zu Beginn der Pandemie erfolgte Aufruf des UN-Generalsekretärs zu einem globalen Waffenstillstand erhört und umgesetzt wird. Um Leben zu retten, müssen die Entscheidungs- und Verantwortungsträger*innen in aller Welt dauerhafte und nachhaltige Konfliktlösungen unterstützen und humanitären Helfenden Zugang zu den Menschen in Krisengebieten ermöglichen. 

Anne-Birgitte Albrectsen, CEO von Plan International: „Wir sind Zeugen einer verheerenden globalen Hungerkrise, die Mädchen und Frauen am härtesten trifft. Aus Ländern wie dem Südsudan wird uns bereits über hungerbedingte Todesfälle und Familien berichtet, die tagelang ohne Nahrung auskommen müssen. Andere treffen herzzerreißende Entscheidungen, indem sie ihre Töchter früh verheiraten oder das wenige verbleibende Essen für die Mitglieder des Haushalts aufsparen, die körperlich am schwersten arbeiten müssen. Nun ist das Engagement der führenden Politiker*innen dieser Welt gefragt: Wenn jetzt nicht mehr Mittel für humanitäre Hilfe bereitgestellt werden, riskieren wir Millionen Todesfälle."

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news-2002 Fri, 16 Apr 2021 05:58:00 +0000 Nach dem Feuer: Nothilfe und Kinderschutz in Cox’s Bazar https://www.plan.de/news/detail/nach-dem-feuer-nothilfe-und-kinderschutz-in-coxs-bazar.html Anjuman weiß nicht, wann das Feuer im Geflüchtetencamp begonnen hat oder wo es zuerst ausgebrochen ist. Sie weiß nur noch, wie die Flammen immer näherkamen und sie mit ihrer Familie um ihr Leben rannte. Und sie weiß auch, dass sie plötzlich allein war. Endlich in Sicherheit aber ohne ihre beiden Söhne, den 10jährigen Sadek und seinen sieben Jahre alten Bruder Riyajul. In der Nacht zum 23. März 2021 brach in Cox’s Bazar, dem weltweit größten Geflüchtetencamp im Südosten Bangladesch, aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer aus. Cox's Bazar beherbergt knapp eine Million Geflüchtete, fast ausschließlich Angehörige der Volksgruppe der aus Myanmar geflüchteten Rohingyas, von denen viele ein zweites Mal ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Der Brand zerstörte mehr als 10.000 Unterkünfte und ließ 48.300 Menschen erneut vor dem Nichts stehen.

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news-2003 Tue, 13 Apr 2021 09:47:38 +0000 Peek & Cloppenburg* Düsseldorf: Charity-Aktion zum Weltfrauentag https://www.plan.de/news/detail/peek-cloppenburg-duesseldorf-charity-aktion-zum-weltfrauentag.html Zum Weltfrauentag am 8. März stellt das Modeunternehmen Peek & Cloppenburg Düsseldorf inspirierende Frauen wie die Schauspielerin Emilia Schüle in den Fokus. Mit einem Charity-T-Shirt macht das Unternehmen darauf aufmerksam, dass Frauen in vielen Ländern der Welt noch immer nicht gleichberechtigt sind. Unter dem Motto „Nichts ist unmöglich!“ setzt sich Peek & Cloppenburg mit Sitz in Düsseldorf zum Weltfrauentag 2021 für Gleichberechtigung und die Stärkung von Frauen weltweit ein. Um diese Botschaft zu kommunizieren, hat das Unternehmen mit der Eigenmarke Jake*s ein Charity-T-Shirt entworfen, das den Aufdruck „impossible“ trägt. Jeweils 5 Euro des Verkaufspreises fließen in ein Plan International-Projekt in Bolivien, das Mädchen und jungen Frauen berufliche Perspektiven bietet.

„Wir möchten mit der Kampagne zeigen, dass Frauen alles schaffen können. Unser Ziel ist es, über die Kooperation mit Plan International zu einer gleichberechtigten Zukunft beizutragen,“ sagt Tewe Maas, Marketing Bereichsleiter.

Die Kampagne wird von der Schauspielerin Emilia Schüle unterstützt, die sich als Plan International-Botschafterin bereits seit Jahren für Mädchen in Krisengebieten einsetzt.

*Es gibt zwei unabhängige Unternehmen Peek & Cloppenburg mit ihren Hauptsitzen in Düsseldorf und Hamburg. Dieser Beitrag bezieht sich auf die Peek & Cloppenburg KG, Düsseldorf, mit Häusern an folgenden Standorten:

Augsburg, Aschaffenburg, Bergisch-Gladbach, Berlin, Bad Homburg, Bergen-Enkheim, Bocholt, Dortmund, Düren, Düsseldorf, Erlangen, Eschweiler, Essen, Frankfurt a.M., Hagen, Halle (Saale), Hamm, Hanau, Hilden, Homburg, Hürth, Kaiserslautern, Karlsruhe, Koblenz, Köln, Leipzig, Leuna-Günthersdorf, Leverkusen, Ludwigshafen, Lünen, Mainz, Mannheim, Mönchengladbach, Mühlheim an der Ruhr, München, Neu-Isenburg, Neuss, Neunkirchen, Oberhausen, Potsdam, Recklinghausen, Regensburg, Rosenheim, Saarlouis, Saarbrücken, Siegen, Solingen, Stuttgart, Troisdorf, Ulm, Viernheim Weiterstadt, Wiesbaden, Wuppertal

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news-1680 Mon, 12 Apr 2021 10:20:00 +0000 Covid-19 und das Recht auf reproduktive Gesundheit in Mosambik https://www.plan.de/news/detail/covid-19-und-das-recht-auf-reproduktive-gesundheit-in-mosambik.html Mosambik hat als eines von wenigen Ländern in Südostafrika ein staatlich finanziertes Programm ins Leben gerufen, das Informationen über sexuelle Rechte und Gesundheit mittels Aufklärungskampagnen verbreitet und kostenlos Verhütungsmittel verteilt. Aber seit die Corona-Pandemie das Land im April 2020 erreichte, stehen die Versorgungsketten der Gesundheitszentren vor großen Herausforderungen. Seitdem auch Mosambik im Jahr 2020 auf die Covid-19-Pandemie mit einem harten Lockdown reagieren musste, hat der medizinische Sektor starke Probleme, die Lieferketten von Medikamenten und medizinischem Hilfsmaterial aufrechtzuerhalten. Grenzschließungen und die zeitweise Einstellung der Arzneimittelproduktion haben die Gesundheitszentren hart getroffen.

Zu diesen ohnehin oft knappen Gütern zählen auch Verhütungsmittel, die bisher von einer staatlich finanzierten Aufklärungskampagne zum Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten kostenlos ausgegeben wurden. Aber auch sichere Schwangerschaftsabbrüche wurden von den staatlich finanzierten Zentren durchgeführt. Da zuvor viele Frauen aus Mangel an Alternativen illegal abtrieben, konnte durch diese Leistungen vor Ausbruch der Pandemie die Sterblichkeitsrate von ungewollt Schwangeren deutlich gesenkt werden.

„Als uns nach ein paar Monaten die Medikamente ausgingen, hatten wir hier vier Mädchen, die nicht sicher im Gesundheitszentrum abtreiben konnten. Wir mussten sie wegschicken – ich weiß nicht, was aus ihnen geworden ist,“ erinnert sich Fausia, eine Krankenpflegerin aus der Inhambane Provinz im Nordosten Mosambiks.

„Was die Versorgung mit Verhütungsmitteln angeht, gab es eine ganze Menge Mädchen, für die das Hormonimplantat die beste Option gewesen wäre. Im Mai und Juni konnten wir diesen Service aber leider nicht mehr anbieten. Mindestens 80 Mädchen und junge Frauen hätten diesen Service in der Zeit gerne in Anspruch genommen, aber wir konnten nichts tun,“ erzählt Fausia.

Plan International setzt sich in Inhambane für mehr Aufklärung zum Thema sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit ein. Durch die Förderung von nationalen Gesundheitsprogrammen wie der staatlich finanzierten Verteilung von Verhütungsmitteln und der Bereitstellung von Gesundheitsleistungen können ungewollte Schwangerschaften vermieden werden, die in Mosambik häufig zu einer frühen Verheiratung der betroffenen Mädchen führen.

Ein Schwerpunkt liegt in der präventiven Arbeit, die in Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen und Frauengruppen stattfindet. Damit Mädchen und junge Frauen ein selbstbestimmtes Leben führen und frei über ihre Familienplanung entscheiden können, ist es aber ebenso wichtig, dass sie Zugang zu medizinischen Leistungen erhalten, um ihr Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit wahrnehmen zu können. Deswegen versorgt Plan International die Zentren regelmäßig mit medizinischem Material und dringend benötigten Medikamenten. 

Nur so können die medizinischen Fachkräfte wie Fausia ihre Arbeit umsetzen und Mädchen und Frauen täglich Zugang zu Leistung gewähren, die ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit schützen und ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes und gesundes Leben ermöglichen.

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