Plan International Deutschland e.V. https://www.plan.de Plan Deutschland de-DE Plan International Deutschland e.V. Mon, 19 Apr 2021 00:45:10 +0000 Mon, 19 Apr 2021 00:45:10 +0000 Plan International Deutschland e.V. | TYPO3 news-2002 Fri, 16 Apr 2021 05:58:00 +0000 Nach dem Feuer: Nothilfe und Kinderschutz in Cox’s Bazar https://www.plan.de/news/detail/nach-dem-feuer-nothilfe-und-kinderschutz-in-coxs-bazar.html Anjuman weiß nicht, wann das Feuer im Geflüchtetencamp begonnen hat oder wo es zuerst ausgebrochen ist. Sie weiß nur noch, wie die Flammen immer näherkamen und sie mit ihrer Familie um ihr Leben rannte. Und sie weiß auch, dass sie plötzlich allein war. Endlich in Sicherheit aber ohne ihre beiden Söhne, den 10jährigen Sadek und seinen sieben Jahre alten Bruder Riyajul. In der Nacht zum 23. März 2021 brach in Cox’s Bazar, dem weltweit größten Geflüchtetencamp im Südosten Bangladesch, aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer aus. Cox's Bazar beherbergt knapp eine Million Geflüchtete, fast ausschließlich Angehörige der Volksgruppe der aus Myanmar geflüchteten Rohingyas, von denen viele ein zweites Mal ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Der Brand zerstörte mehr als 10.000 Unterkünfte und ließ 48.300 Menschen erneut vor dem Nichts stehen.

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news-2003 Tue, 13 Apr 2021 09:47:38 +0000 Peek & Cloppenburg* Düsseldorf: Charity-Aktion zum Weltfrauentag https://www.plan.de/news/detail/peek-cloppenburg-duesseldorf-charity-aktion-zum-weltfrauentag.html Zum Weltfrauentag am 8. März stellt das Modeunternehmen Peek & Cloppenburg Düsseldorf inspirierende Frauen wie die Schauspielerin Emilia Schüle in den Fokus. Mit einem Charity-T-Shirt macht das Unternehmen darauf aufmerksam, dass Frauen in vielen Ländern der Welt noch immer nicht gleichberechtigt sind. Unter dem Motto „Nichts ist unmöglich!“ setzt sich Peek & Cloppenburg mit Sitz in Düsseldorf zum Weltfrauentag 2021 für Gleichberechtigung und die Stärkung von Frauen weltweit ein. Um diese Botschaft zu kommunizieren, hat das Unternehmen mit der Eigenmarke Jake*s ein Charity-T-Shirt entworfen, das den Aufdruck „impossible“ trägt. Jeweils 5 Euro des Verkaufspreises fließen in ein Plan International-Projekt in Bolivien, das Mädchen und jungen Frauen berufliche Perspektiven bietet.

„Wir möchten mit der Kampagne zeigen, dass Frauen alles schaffen können. Unser Ziel ist es, über die Kooperation mit Plan International zu einer gleichberechtigten Zukunft beizutragen,“ sagt Tewe Maas, Marketing Bereichsleiter.

Die Kampagne wird von der Schauspielerin Emilia Schüle unterstützt, die sich als Plan International-Botschafterin bereits seit Jahren für Mädchen in Krisengebieten einsetzt.

*Es gibt zwei unabhängige Unternehmen Peek & Cloppenburg mit ihren Hauptsitzen in Düsseldorf und Hamburg. Dieser Beitrag bezieht sich auf die Peek & Cloppenburg KG, Düsseldorf, mit Häusern an folgenden Standorten:

Augsburg, Aschaffenburg, Bergisch-Gladbach, Berlin, Bad Homburg, Bergen-Enkheim, Bocholt, Dortmund, Düren, Düsseldorf, Erlangen, Eschweiler, Essen, Frankfurt a.M., Hagen, Halle (Saale), Hamm, Hanau, Hilden, Homburg, Hürth, Kaiserslautern, Karlsruhe, Koblenz, Köln, Leipzig, Leuna-Günthersdorf, Leverkusen, Ludwigshafen, Lünen, Mainz, Mannheim, Mönchengladbach, Mühlheim an der Ruhr, München, Neu-Isenburg, Neuss, Neunkirchen, Oberhausen, Potsdam, Recklinghausen, Regensburg, Rosenheim, Saarlouis, Saarbrücken, Siegen, Solingen, Stuttgart, Troisdorf, Ulm, Viernheim Weiterstadt, Wiesbaden, Wuppertal

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news-1680 Mon, 12 Apr 2021 10:20:00 +0000 Covid-19 und das Recht auf reproduktive Gesundheit in Mosambik https://www.plan.de/news/detail/covid-19-und-das-recht-auf-reproduktive-gesundheit-in-mosambik.html Mosambik hat als eines von wenigen Ländern in Südostafrika ein staatlich finanziertes Programm ins Leben gerufen, das Informationen über sexuelle Rechte und Gesundheit mittels Aufklärungskampagnen verbreitet und kostenlos Verhütungsmittel verteilt. Aber seit die Corona-Pandemie das Land im April 2020 erreichte, stehen die Versorgungsketten der Gesundheitszentren vor großen Herausforderungen. Seitdem auch Mosambik im Jahr 2020 auf die Covid-19-Pandemie mit einem harten Lockdown reagieren musste, hat der medizinische Sektor starke Probleme, die Lieferketten von Medikamenten und medizinischem Hilfsmaterial aufrechtzuerhalten. Grenzschließungen und die zeitweise Einstellung der Arzneimittelproduktion haben die Gesundheitszentren hart getroffen.

Zu diesen ohnehin oft knappen Gütern zählen auch Verhütungsmittel, die bisher von einer staatlich finanzierten Aufklärungskampagne zum Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten kostenlos ausgegeben wurden. Aber auch sichere Schwangerschaftsabbrüche wurden von den staatlich finanzierten Zentren durchgeführt. Da zuvor viele Frauen aus Mangel an Alternativen illegal abtrieben, konnte durch diese Leistungen vor Ausbruch der Pandemie die Sterblichkeitsrate von ungewollt Schwangeren deutlich gesenkt werden.

„Als uns nach ein paar Monaten die Medikamente ausgingen, hatten wir hier vier Mädchen, die nicht sicher im Gesundheitszentrum abtreiben konnten. Wir mussten sie wegschicken – ich weiß nicht, was aus ihnen geworden ist,“ erinnert sich Fausia, eine Krankenpflegerin aus der Inhambane Provinz im Nordosten Mosambiks.

„Was die Versorgung mit Verhütungsmitteln angeht, gab es eine ganze Menge Mädchen, für die das Hormonimplantat die beste Option gewesen wäre. Im Mai und Juni konnten wir diesen Service aber leider nicht mehr anbieten. Mindestens 80 Mädchen und junge Frauen hätten diesen Service in der Zeit gerne in Anspruch genommen, aber wir konnten nichts tun,“ erzählt Fausia.

Plan International setzt sich in Inhambane für mehr Aufklärung zum Thema sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit ein. Durch die Förderung von nationalen Gesundheitsprogrammen wie der staatlich finanzierten Verteilung von Verhütungsmitteln und der Bereitstellung von Gesundheitsleistungen können ungewollte Schwangerschaften vermieden werden, die in Mosambik häufig zu einer frühen Verheiratung der betroffenen Mädchen führen.

Ein Schwerpunkt liegt in der präventiven Arbeit, die in Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen und Frauengruppen stattfindet. Damit Mädchen und junge Frauen ein selbstbestimmtes Leben führen und frei über ihre Familienplanung entscheiden können, ist es aber ebenso wichtig, dass sie Zugang zu medizinischen Leistungen erhalten, um ihr Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit wahrnehmen zu können. Deswegen versorgt Plan International die Zentren regelmäßig mit medizinischem Material und dringend benötigten Medikamenten. 

Nur so können die medizinischen Fachkräfte wie Fausia ihre Arbeit umsetzen und Mädchen und Frauen täglich Zugang zu Leistung gewähren, die ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit schützen und ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes und gesundes Leben ermöglichen.

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news-2001 Tue, 06 Apr 2021 14:12:15 +0000 Schwere Überschwemmungen in Indonesien und Timor-Leste https://www.plan.de/news/detail/schwere-ueberschwemmungen-in-indonesien-und-timor-leste.html Zyklon Seroja hat im Osten Indonesiens und in Timor-Leste Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst. Mehr als 100 Menschen wurden getötet, Dutzende werden noch vermisst. Plan International wird Kinder und ihre Familien mit Hilfsgütern versorgen. Der tropische Wirbelsturm Seroja hat mit sintflutartigen Regenfällen die indonesische Provinz Ost-Nusa Tenggara heimgesucht. In der abgelegenen Region, die aus circa 550 Inseln besteht, sind mehr als hundert Menschen durch Überschwemmungen und Erdrutsche zu Tode gekommen, Rettungsteams suchen nach Vermissten. Plan International ist auf der Insel Lembata seit 2016 in zahlreichen Dörfern mit Patenschaftsprogrammen aktiv.

Ein Nothilfe-Team der Kinderhilfsorganisation hat umgehend den Bedarf an Hilfsmaßnahmen ermittelt und über 100 Hilfspakete mit Matten und Decken sowie Hygieneartikel in Notunterkünften verteilt.

Dini Widiastuti, Geschäftsführerin von Plan International Indonesien, sagte: "Kinder sind am meisten gefährdet, wenn eine Katastrophe eintritt. In Abstimmung mit dem indonesischen Katastrophenschutz und den zuständigen Behörden haben wir die Bedürfnisse betroffener Kinder, insbesondere aus marginalisierten Familien, erfasst und Hilfsgüter verteilt. So konnten wir sicherstellen, dass sie inmitten dieser Katastrophe lebensnotwendige Dinge erhalten."

In dem südostasiatischen Land kommt es in der Regenzeit zwischen Oktober und April immer wieder zu Naturkatastrophen. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde leben etwa 125 Millionen Indonesier in erdrutschgefährdeten Gebieten. Dies entspricht fast der Hälfte der Bevölkerung des Inselstaats.

Auch in Timor-Leste leistet Plan International bereits humanitäre Hilfe und hat Reis und Hygieneartikel an Patenkinder und ihre Familien verteilt. In dem kleinen Nachbarstaat Indonesiens gab es mindestens 34 Tote. 3.500 Menschen sind von den Überschwemmungen in der Hauptstadt Dili und sieben Dörfern der Umgebung betroffen. Die Sturzfluten verursachten große Schäden an Häusern und der öffentlichen Infrastruktur. Das nationale medizinische Lager SAMES wurde ebenfalls schwer überflutet, wobei viele medizinische Vorräte, auch für die laufende COVID-19-Bekämpfung, beschädigt wurden und verloren gingen.

Nothilfe-Maßnahmen in Indonesien und Timor-Leste sowie anderen Plan-Programmländern werden über den Nothilfe-Fonds finanziert.

Sie können den Nothilfe-Fonds unterstützen:
Plan International Deutschland e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE92 2512 0510 0009 4449 33
BIC: BFSW DE 33 HAN
Stichwort: Nothilfe-Fonds

Oder online.

Sollten uns konkrete Informationen zu Patenkindern und ihren Familien vorliegen, setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung. Danke für Ihr Verständnis.

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news-2000 Thu, 01 Apr 2021 09:13:31 +0000 Eppendorf AG wird neuer Partner von Plan International https://www.plan.de/news/detail/eppendorf-ag-wird-neuer-partner-von-plan-international.html Anlässlich des 75. Jubiläums der Eppendorf AG engagiert sich das Unternehmen seit dem 1. April gemeinsam mit Plan für Mädchen und junge Frauen in Ghana. In diesem und dem nächsten Jahr spendet der Hamburger Konzern je 75.000 € für das Projekt „Sauberes Wasser für Ghana“. Ziel dieses Projektes ist es, die Sanitär- und Hygienesituation sowie die Trinkwasserversorgung in 36 Projektgemeinden zu verbessern. Rund 32.000 Gemeindemitglieder sollen Zugang zu sauberem, bezahlbarem Wasser und Sanitäranlagen erhalten. Dafür bauen und renovieren wir Wasserzugänge in Gemeinden, Schulen und Gesundheitszentren, bauen Sanitäranlagen für Jungen und Mädchen an 36 Schulen, ermöglichen Schulungen zu gemeindebasierter Sanitärversorgung und nachhaltigem Wassermanagement und klären in Workshops über das Thema Menstruationshygiene auf.

Das Projekt wurde im März von den rund 4.500 Eppendorf-Mitarbeiter:innen an den 26 Standorten weltweit ausgewählt, da es dem Vorstand des Unternehmens wichtig war, allen Mitarbeiter:innen Mitsprache zu ermöglichen und sie in das soziale Engagement bei Plan einzubeziehen.

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news-1977 Tue, 30 Mar 2021 09:59:00 +0000 Plan International steht an der Seite der Gemeinden und jungen Menschen in Myanmar https://www.plan.de/news/detail/plan-international-steht-an-der-seite-der-gemeinden-und-jungen-menschen-in-myanmar-2.html Plan International steht den Gemeinden, Jugendlichen und Kindern in Myanmar in dieser schwierigen Zeit zur Seite und bekräftigt das starke Engagement, das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Plan International ist zutiefst besorgt über die aktuelle Situation in Myanmar, da sie die Zukunft und das Wohlergehen der Menschen in Myanmar bedroht, insbesondere der jungen Menschen, die sich an vorderster Front für ihre Zukunft einsetzen, während sie der Gewalt ausgesetzt sind. Eine unserer Jugend-Friedensbotschafter:innen, die festgenommen wurde als sie ehrenamtlich tätig war, ist inzwischen wieder frei.

Als internationale Organisation, die sich für die Rechte von Kindern und die Gleichberechtigung von Mädchen einsetzt, ruft Plan International dazu auf, jegliche Gewalt und Repression gegen friedliche junge Demonstriende zu stoppen und ihre Rechte auf Bildung und freie Meinungsäußerung zu respektieren.

Plan International steht den Gemeinden, Jugendlichen und Kindern in Myanmar in dieser schwierigen Zeit zur Seite und wir bekräftigen unser starkes Engagement, das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Trotz des Kommunikationsausfalls und der Verbindungsprobleme in Myanmar haben die lokalen Plan-Mitarbeiter:innen einen engen Kontakt zu den Projektleiter:innen und Ehrenamtlichen unserer 105 Partnergemeinden. Darüber hinaus erkundigen sie sich jede Woche über die Gesundheit und Sicherheit der Patenkinder und ihrer Familien. Wegen der aktuellen politischen Situation und aufgrund der COVID-19-Beschränkungen ist es schwierig, Briefe in die Patengemeinden zu bringen und abzuholen. Auch aufgrund eingeschränkter Kurierdienste kommt es beim Versand und Empfang von Briefen zu Verzögerungen. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Plan International arbeitet seit 2012 mit Entwicklungspartnern und der Bevölkerung Myanmars zusammen, um die Rechte und das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen zu fördern.

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news-1990 Mon, 29 Mar 2021 13:07:00 +0000 Echte politische Teilhabe für junge Frauen https://www.plan.de/news/detail/echte-politische-teilhabe-fuer-junge-frauen.html Auf der diesjährigen 65. Konferenz der UN-Frauenrechtskommission ging es um das Thema Teilhabe von Mädchen und Frauen. Plan International hat gemeinsam mit Vertreterinnen des BMZ und BMFSFJ und jungen Aktivistinnen aus der ganzen Welt eine Parallel-Veranstaltung organisiert, auf der die Jugendlichen ihre Standpunkte zum Thema politische Teilhabe von jungen Frauen verdeutlichten. Jedes Jahr tagt die UN Frauenrechtskommission, eine von zehn Fachkommissionen des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen, um über die Gleichstellung der Geschlechter zu beraten. Hauptthema in diesem Jahr war die vollständige und wirksame Beteiligung von Frauen am öffentlichen Leben und an Entscheidungsprozessen sowie die Beseitigung von Gewalt. Das sind auch Kernthemen von Plan International. Die 65. Sitzung der UN Frauenrechtskommission (CSW) fand vom 15. bis 26. März 2021 statt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden zum ersten Mal in ihrer Geschichte alle Treffen digital abgehalten.

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news-1997 Mon, 29 Mar 2021 11:18:00 +0000 Plan fragt: Kathrin Hartkopf, neue Sprecherin der Geschäftsführung https://www.plan.de/news/detail/plan-fragt-kathrin-hartkopf-neue-sprecherin-der-geschaeftsfuehrung.html Kathrin Hartkopf, bisherige Geschäftsführerin der Stiftung Hilfe mit Plan, wurde vom Vorstand von Plan International Deutschland zur Sprecherin der Geschäftsführung bestellt und hat diese Aufgabe am 1. April übernommen. Sie folgt Maike Röttger, die zehn Jahre lang die Vorsitzende der Geschäftsführung war. Unter der Führung von Maike Röttger gelang es Plan International Deutschland, die kindorientierte Gemeindeentwicklung zu optimieren und weltweit nachhaltige Erfolge in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe zu leisten, mit einem klaren Fokus auf Kinder, insbesondere Mädchen. Diese Erfolgsgeschichte möchte Kathrin Hartkopf nun fortsetzen. Kathrin, wie hast Du die Nachricht aufgenommen, dass Du neue Sprecherin der Geschäftsführung von Plan International Deutschland werden sollst?

Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Stiftung Hilfe mit Plan ist mein Baby. Ich habe sie zusammen mit einem wunderbaren Team aufbauen dürfen und dann 15 Jahre lang geleitet. Aber ich habe mich auch sehr gefreut, dass das Votum des Vorstands für mich so eindeutig ausgefallen ist und ich die Nachfolge von Maike Röttger antreten darf. Ich nehme die neue Aufgabe mit Mut, aber auch Demut an. Es warten komplexe Herausforderungen auf mich, denn die momentanen Zeiten sind nicht einfach. Die Corona-Krise hat starke Auswirkungen auf unsere Projektregionen und dort besonders für Mädchen und Frauen. Unsere Lösungen sind immer innovativ und holistisch.

Weißt Du schon, welche Herausforderungen in den nächsten Jahren besonders wichtig werden?

Ich habe es eben schon gesagt. Die Pandemie wird unsere Arbeit verändern. Einerseits werden wir in einigen Fällen unsere Arbeitsweise verändern müssen, z.B. müssen wir unsere Arbeit noch stärker digitalisieren, zumindest dort, wo es möglich und sinnvoll ist. Andererseits werden wir unsere Ziele an diese neue Situation anpassen müssen. Deshalb haben wir in die im letzten Jahr verabschiedete Dreijahres-Strategie als Schwerpunkt z.B. schon den Wiederaufbau bzw. die Stärkung der Gesundheitssysteme in unseren Partnergemeinden aufgenommen. Diese Aufgabe wird uns nun auf absehbare Zeit begleiten. Das gilt vielleicht noch stärker für das andere Schwerpunktthema unserer Strategie, die Minderung der Auswirkungen des Klimawandels. Und natürlich muss der gesamte internationale Verbund auch auf Trends wie die Urbanisierung oder die schrumpfenden Räume für die Zivilgesellschaft in einigen Ländern reagieren. Wie bisher auch, werden wir unter meiner Führung alle Entwicklungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit genau beobachten. Wir werden nicht auf jeden Trend aufspringen, sondern genau überlegen, was wir gut machen, wie wir unsere Wirkung steigern können und wo Plan im Konzert der zivilgesellschaftlichen Akteure einen Mehrwert bringen kann.

Wird sich unter Deiner Führung die politische Arbeit von Plan International verändern?

Auch in Zukunft werden wir die Erkenntnisse und Daten aus unserer Arbeit in den Gemeinden dazu nutzen, Missstände zu belegen und Lösungsansätze vorzuschlagen. Diese Erkenntnisse sind eigentlich unser größter Schatz. Denn wenn wir uns gemeinsam mit anderen erfolgreich z.B. für ein Verbot der Kinderheirat in der Dominikanischen Republik – wie Anfang dieses Jahres geschehen – einsetzen, dann erreichen wir mit einer Gesetzesänderung oft sehr viel mehr Menschen als mit unserer klassischen Programmarbeit. Dazu gehört auch, dass wir zukünftig noch stärker auf die Jugendlichen in unsere Projekten als Antreiber:innen des Wandels in ihren Gemeinden setzen. Und dafür haben wir auch schon ein gutes Instrumentarium erarbeitet mit unseren sogenannten LEAD-Programmen, die genau das zum Ziel haben. Das ist so wichtig, weil unsere Arbeit so auch langfristig von den Menschen vor Ort getragen und selbständig weitergeführt wird. Das ist so wichtig, weil die Jugendlichen, die wir als Botschafter:innen des Wandels stärken, in ihren Gemeinschaften langfristig zu Führungspersonen werden. Und das ist wichtig, weil die Menschen vor Ort in den Gemeinden vor Ort am besten Gehör finden. So ist unser Engagement wirklich nachhaltig! Ich habe dabei junge Frauen wie Bishnu Chaudary aus Nepal vor Augen. Sie ist eine der ehemaligen Sklavenmädchen, deren Leben sich durch das sogenannte Kamlahari-Programm verändert hat. Wie viele Angehörige ihrer Volksgruppe wurde sie als kleines Mädchen als Haussklavin verkauft. Mit neun Jahren wurde sie befreit, musste jedoch auf dem Feld ihrer Familie arbeiten. Doch unterstützt von Plan International und unseren Stifter:innen kämpfte sie mutig dafür, zur Schule gehen zu können. Vor kurzem hat sie nun ihren Juraabschluss gemacht und möchte sich zukünftig als Anwältin der nepalesischen Regierung für Menschenrechte stark machen. Immer wenn ich mit der mutigen und begeisternden Bishnu spreche, weiß ich, dass sich unser Einsatz lohnt – dass unsere Arbeit wirkt und die Kinder und Jugendlichen ihre Möglichkeiten entfalten lässt.

Das alles gilt aber nicht nur für die politische Arbeit in unseren Partnerländern, sondern auch in Deutschland selbst. Ich möchte unsere enge Zusammenarbeit mit öffentlichen Gebern fortsetzen und das gegenseitige Vertrauen noch weiter ausbauen. Ich werde eng mit dem Jugendbeirat zusammenarbeiten, der unserer Arbeit in Deutschland begleitet. Und wir werden unter meiner Führung weiter auf Herausforderungen und Probleme aufmerksam machen, in dem globalen Süden genauso wie bei uns in Deutschland. Auch hierzulande sind Mädchen und junge Frauen häufig benachteiligt, auch hier müssen die Rechte der Kinder geachtet werden. Wenn ich mir aber z.B. die kürzlich getroffene Entscheidung des Deutschen Bundestages zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz anschaue, dann bin ich absolut überzeugt, dass wir mit unseren Forderungen auch in Zukunft immer ein offenes Ohr finden werden.

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news-1996 Fri, 26 Mar 2021 14:59:50 +0000 EU-Reform des Migrations- und Asylpaket: Plan International fordert Nachbesserungen https://www.plan.de/news/detail/eu-reform-des-migrations-und-asylpaket-plan-international-fordert-nachbesserungen.html Die Rechte von Kindern werden in den Vorschlägen der Europäischen Kommission für ein Migrations- und Asylpaket nicht ausreichend berücksichtig. Plan International Deutschland fordert gemeinsam mit weiteren Organisationen, dass das künftige „Migrations- und Asylpaket“ die Prüfung des besonderen Schutzbedarfs von Kindern zwingend vorschreibt und eine kindgerechte Unterbringung sicherstellt. Die Rechte von Kindern werden in den Vorschlägen der Europäischen Kommission für ein Migrations- und Asylpaket nicht ausreichend berücksichtig. Anstatt das Wohl von geflüchteten Jungen und Mädchen zu priorisieren, gibt der EU-Reformvorschlag Raum für eine Missachtung von Kinderrechten. Zu diesem Ergebnis kommt Plan International Deutschland auf Grundlage einer gemeinsamem Rechtsanalyse mit dem Deutschen Kinderhilfswerk, dem Deutschen Komitee für UNICEF, dem Paritätischen Gesamtverband, Save the Children Deutschland, terre des hommes Deutschland und World Vision Deutschland. Die EU-Kommission hatte das „Migrations- und Asylpaket“ im vergangenen Jahr vorgestellt, das aus einer Reihe von Gesetzesentwürfen zur europäischen Migrations- und Asylpolitik besteht. Es wird derzeit in den nationalen sowie im EU-Parlament diskutiert.

„Die Vielzahl von Richtlinien und Verordnungen greifen keineswegs nahtlos ineinander. Dadurch entstehen Regelungslücken und eine Unübersichtlichkeit, die einen effektiven Schutz von Kindern und die flächendeckende Umsetzung ihrer Rechte verhindern“, heißt es in einem gemeinsamen heute veröffentlichten Positionspapier.

Es besteht etwa die Gefahr, dass unbegleitete Kinder keine vormundschaftliche Vertretung mit geeigneten fachlichen Qualifikationen zur Seite gestellt bekommen. Es ist daher davon auszugehen, dass Kinder je nach Aufenthaltsort nach sehr unterschiedlichen Standards untergebracht, betreut und versorgt werden. Das Reformpaket offenbart zudem eine Regelungslücke, wonach Kinder wie Erwachsene behandelt werden könnten und damit ihre besonderen Schutzrechte und Bedürfnisse nicht wahrnehmen können.

Plan International Deutschland fordert, dass das künftige „Migrations- und Asylpaket“ die Prüfung des besonderen Schutzbedarfs von Kindern zwingend vorschreibt und eine kindgerechte Unterbringung sicherstellt. Das hat zur Folge, dass Kinder nicht unter das sogenannte beschleunigte Asylgrenzverfahren fallen dürfen. Der Reformvorschlag sieht jedoch vor, dass dies bei Kindern ab zwölf Jahren möglich ist. In diesem Verfahren kann die benötigte psychosoziale Betreuung für Kinder nicht gewährleistet werden. So besteht die Gefahr, dass vor allem sensible kinderspezifische Fluchtgründe wie Genitalverstümmelungen bei Mädchen nicht vorgetragen und berücksichtigt werden.

„Wir müssen uns an die Definition der UN-Kinderrechtskonvention halten, nach der alle Menschen unter 18 Jahren Kinder sind. Für diese Mädchen und Jungen müssen ein besonderer Schutzbedarf und besondere Rechte gewährleistet werden“, sagt Sonja Birnbaum Leiterin der Abteilung Entwicklungspolitik bei Plan International Deutschland.

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news-1992 Thu, 25 Mar 2021 14:56:00 +0000 Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig! https://www.plan.de/news/detail/kinderrechte-ins-grundgesetz-aber-richtig.html Gemeinsam mit rund 100 weiteren Organisationen fordert Plan International Deutschland in einem Appell die Bundestagsfraktionen und Bundesländer zu Nachbesserungen bei der Formulierung im Gesetzentwurf zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz auf. Ein breites Bündnis von mehr als 100 Organisationen fordert in einem gemeinsamen Appell die Bundestagsfraktionen und die Bundesländer auf, sich bis zur Sommerpause auf ein Gesetz zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu einigen, das den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention gerecht wird. Der Aufruf „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“, der anlässlich der für morgen angesetzten ersten Lesung im Bundesrat veröffentlicht wurde, kritisiert den von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf als unzureichend, da er keine Stärkung der Kinderrechte bedeute. Den Appell haben neben Plan International Deutschland u.a. auch das Deutsche Kinderhilfswerk, UNICEF Deutschland und der Kinderschutzbund unterzeichnet.

Wörtlich heißt es im Appell: „Eine Grundgesetzänderung muss zu einer Verbesserung der Rechtsposition von Kindern in Deutschland beitragen. Sie darf in keinem Fall hinter die UN-Kinderrechtskonvention, Art. 24 der europäischen Grundrechtecharta und die geltende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zurückfallen, die spezifische Kinderrechte gegenüber dem Staat anerkennt. Dabei kommt es auf die Aufnahme von ausdrücklichen Kinderrechten in das Grundgesetz in einem eigenen Absatz an, da diese dem Kind unabhängig bei allem staatlichen Handeln zustehen. Eine unmittelbare Verknüpfung mit den Elternrechten würde zu einem vermeidbaren Konflikt zwischen Eltern- und Kinderrechten führen. (…) Wir fordern nun eine zügige Einigung unter Einbezug der Zivilgesellschaft einschließlich von Kindern und Jugendlichen, die diesen Eckpunkten Rechnung trägt. Denn Kinderrechte gehören ins Grundgesetz - aber richtig!“

"Kinder haben besondere Bedürfnisse und brauchen deshalb über die allgemeinen Grundrechte hinaus besondere Rechte – ein Prinzip, das mit der UN-Kinderrechtskonvention auf internationaler Ebene bereits seit über 30 Jahren gilt“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Ein Gesetz, das Kinderrechte im Grundgesetz verankert, muss deshalb sicherstellen, dass die in der UN-Kinderrechtskonvention niedergelegten Rechte der Kinder auch tatsächlich umfassend verwirklicht werden. Kinder haben nicht nur das Recht darauf, dass ihre Meinung bei Rechtsverfahren angehört wird, sondern auch inhaltlich gewürdigt und bei der Urteilsfindung entsprechend ihres Alters und ihrer Reife berücksichtigt wird. Hier braucht es dringend Nachbesserungen, die wir im Verlauf des parlamentarischen Verfahrens zu erreichen hoffen.“

Die Organisationen fordern, dass folgende Elemente in der Formulierung zur Aufnahme der Kinderrechte im Grundgesetz enthalten sein sollten:

• Das Recht des Kindes auf Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit;

• Die Berücksichtigung des Kindeswohls als ein vorrangiger Gesichtspunkt bei allen Entscheidungen, die Kinder betreffen;

• Das Recht des Kindes auf Beteiligung, insbesondere die Berücksichtigung seiner Meinung entsprechend Alter und Reifegrad;

• Das Recht des Kindes auf Entwicklung und Entfaltung;

• Das Recht des Kindes auf Schutz, Förderung und einen angemessenen Lebensstandard;

• Die Verpflichtung des Staates, für kindgerechte Lebensbedingungen Sorge zu tragen.

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news-1991 Wed, 24 Mar 2021 13:58:24 +0000 Hunger im „Shangri-La“ https://www.plan.de/news/detail/hunger-im-shangri-la.html Mit besonderen Zutaten und einer raffinierten Zubereitung bieten viele Küchen Asiens oft exotisch anmutende Speisen. Doch Konflikte und Naturkatastrophen sorgen in Teilen des Kontinents für Hunger. In einer Serie informieren wir über die dramatische Ernährungssituation in den Ländern des globalen Südens und wie Plan International Unterstützung leistet. Kleinbäuerliche Landwirtschaft bildet für Millionen Familien in Asien die wichtigste Existenzgrundlage. Im Idealfall leben sie von den Erträgen ihrer Felder und verkaufen, wo möglich, die Überschüsse. Von solchen Erträgen ist etwa die Anschaffung von neuen Geräten, besserem Saatgut oder Düngemitteln abhängig. Das Leben entlang einer solchen Subsistenzwirtschaft geht so lange gut, wie Konflikte oder Naturkatastrophen das Gleichgewicht nicht zerstören.

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news-1691 Wed, 17 Mar 2021 14:20:00 +0000 Bäume pflanzen zum Klimaschutz https://www.plan.de/news/detail/baeume-pflanzen-zum-klimaschutz.html Die Region rund um das Bergmassiv Mulanje in Malawi leidet regelmäßig unter Überschwemmungen. Ein Jugendclub vor Ort pflanzt Bäume, um den natürlichen Schutz vor Fluten wiederherzustellen, und klärt die Menschen in den Gemeinden über die Zusammenhänge zwischen ihrem Handeln und den Konsequenzen für das Klima und ihren Lebensraum auf. „Dass es in der Regenzeig häufig zu Überschwemmungen kommt, liegt nicht nur am Klimawandel, sondern auch daran, dass Menschen schädlich mit ihrem Land umgehen: Das Abholzen von Bäumen, das Abtragen von Böden sowie auch die Überweidung von Ackern zerstören die Balance unseres Ökosystems“, erklärt der 33-jährige Feston, Vorsitzender des Jugendclubs in seiner Gemeinde.

Der Mulanje-Distrikt in Malawi wird fast jedes Jahr von Überschwemmungen heimgesucht, und die Häufigkeit der Fluten nimmt immer weiter zu. Sie beschädigen nicht nur Eigentum und Infrastruktur, sondern sie kosten auch Menschenleben.

„Überschwemmungen sind ein Albtraum. Die Erfahrung ist schrecklich. Ich erinnere mich, dass ich einmal fünf Monate lang nicht zur Schule gehen konnte, weil das Gebäude beschädigt war. Mein Traum, die Schule zu beenden und Krankenschwester zu werden, drohte sich in Luft aufzulösen“, erzählt die 15-jährige Mercy.

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news-1987 Mon, 15 Mar 2021 13:37:00 +0000 10 Jahre Syrien-Konflikt: Interviews aus dem jordanischen Geflüchtetencamp Azraq https://www.plan.de/news/detail/10-jahre-syrien-konflikt-interviews-aus-dem-jordanischen-gefluechtetencamp-azraq.html In Jordanien beherbergt das Geflüchtetencamp Azraq mittlerweile mehr als 35.000 Geflüchtete aus Syrien. Seit 2016 unterstützt Plan International einige der am meisten gefährdeten syrischen Mädchen und Frauen, sowohl in Jordanien als auch im Libanon. Dazu gehören psychosoziale Unterstützung, Betreuung von Eltern und Kleinkindern sowie Programme zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Aber wie sieht das Leben für junge Mädchen in Azraq aus, was beschäftigt sie und was sind ihre Träume? Wir haben mit Shayma’a und Fatima darüber gesprochen. news-1986 Mon, 15 Mar 2021 13:23:00 +0000 Zehn Jahre Bürgerkrieg in Syrien https://www.plan.de/news/detail/zehn-jahre-buergerkrieg-in-syrien.html Im März 2011 begann nach politischen Protesten der Bürgerkrieg in Syrien. Zehn Jahre später liegt das Land in Trümmern, Hundertausende Menschen sind getötet worden und Millionen auf der Flucht. 11,5 Millionen Menschen sind derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen. Plan International engagiert sich vor allem in den Ländern des Nahen Osten für syrische Geflüchtete – auch und gerade für Mädchen, die am schwersten unter der Krise leiden. Wie in jeder Krise sind es auch bei den syrischen Familien oft die Kinder und Frauen, welche die Hauptlast bei mangelnder Versorgung und Hygiene sowie fehlendem Schutz und Bildungsangebot zu tragen haben. Erschwerend führt der voranschreitende Zusammenbruch der syrischen Wirtschaft zu einer Schwächung der Gemeinschaften insgesamt. Diejenigen, die noch im Land sind – oftmals als Binnenvertriebene – leben in Armut. 82,5 Prozent der syrischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und der Hunger ist allgegenwärtig. Diese Entwicklung – insbesondere in den Aufnahmeländern Jordanien und Libanon – macht eine weitergehende Unterstützung für die Menschen in der Region dringlich.

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news-1988 Mon, 15 Mar 2021 09:15:00 +0000 Syrien-Krise: Schutz und Sicherheit hierzulande https://www.plan.de/news/detail/syrien-krise-schutz-und-sicherheit-hierzulande.html Seit März 2011 schwelt der Bürgerkrieg in Syrien, und seitdem suchen auch Familien aus dem arabischen Land in Deutschland Zuflucht. Allein 2016 stellten 260.000 Syrer:innen hierzulande einen Asylerstantrag, 28 Prozent davon waren Kinder und Jugendliche. Im Rahmen unseres Kinderschutzprogramms setzen wir von Plan International uns seitdem vor allem für Minderjährige mit Fluchterfahrungen in Deutschland ein. Die weltweit erprobten Kinderschutzansätze von Plan International wurden 2016 um den deutschen Kontext erweitert. Die Aktivitäten konzentrierten sich auf die Umsetzung der UN-Kinderrechte und die Stärkung von Kinderschutzstrukturen in Hamburger Unterkünften für geflüchtete Menschen – insbesondere in Erstaufnahmeeinrichtungen. Von Anfang an war es unser Ziel, geflüchteten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien eine Stimme zu geben und ihre Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu stärken. Derzeit besteht unser diesbezügliches Programm aus sieben unterschiedlichen Projekten und wurde auf verschiedene Bundesländer ausgeweitet. Um nachhaltige Kinderschutz- und Teilhabestrukturen für geflüchtete Menschen aufzubauen, steht die Beratungs- und Advocacyarbeit im Vordergrund.

Seit 2016 haben wir von Plan International nicht nur mit syrischen Kindern und ihren Familien gearbeitet und sie bei ihrem Integrationsprozess unterstützt. Junge Syrer:innen haben mittlerweile ihrerseits die Initiative ergriffen und machen sich für ihre Rechte stark, beispielsweise unter dem Dach der Plan-Youth Advocates und bereichern dabei die Arbeit für geflüchtete Menschen bei Plan International Deutschland.

Pilotprojekt in Hamburg abgeschlossen

Zu unseren erfolgreich abgeschlossenen Projekten gehört unter anderem das vom Bezirksamt Hamburg-Altona geförderte Pilotprojekt „Kinderfreundliche Unterkunft“. Mit dem Vorhaben konnten wir einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Kinderschutz und Kindesentwicklung in der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen im Stadtteil Altona der Freien und Hansestadt Hamburg leisten. Dafür kooperierten wir zwischen März 2019 und Juni 2020 mit der auf Kinder und Jugendliche spezialisierten Psychiaterin und Psychotherapeutin Dr. Meike Nitschke-Janssen.

Neben der Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen und der Bewohner:innen zu den Bedarfen von Kindern im Alter von null bis acht Jahren konnten entwicklungsgefährdende Lebensumstände bei den geflüchteten Kindern und ihren Familien identifiziert und abgestellt werden. Unter anderem erreichten unsere Teams, dass die Belegung von 450 auf 350 Personen reduziert wurde und einzelne Zimmer nur noch an maximal drei Personen vergeben sowie Babys ab 0 Jahren als volle Personen mitgezählt werden.

Zuvor wurden Kinder unter drei Jahren nicht mitgezählt, wodurch es zu einer hohen Belastung bei Familien mit mehreren Kleinkindern kam. Nun gibt es je Flur einen Gemeinschaftszimmer, welches beispielsweise von Müttern als ein Ausweichraum mit schreienden Kleinkindern genutzt werden kann. Ebenso sorgt die Einrichtung eines neues Transpondersystem an den Türen für mehr Sicherheit, da Flurtüren und die Eingänge des Gebäudes nur noch für Bewohner:innen zu öffnen sind. Vorher war es für jedermann möglich von der Straße ins Gebäude zu kommen.

Für die Zukunft ist neben der Verstetigung des eingerichteten kinderfreundlichen Raums der Ausbau weiterer Spiel- und Bewegungsflächen für Mädchen und Jungen geplant.

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news-1984 Thu, 11 Mar 2021 16:25:00 +0000 Ein Jahr Covid-19: Zunahme von geschlechtsspezifischer Gewalt weltweit https://www.plan.de/news/detail/ein-jahr-covid-19-zunahme-von-geschlechtsspezifischer-gewalt-weltweit.html Die Corona-Pandemie und die getroffenen Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben viele Auswirkungen auf die Menschen weltweit. Aufgrund ihres Alters und Geschlechts sind heranwachsende Mädchen und junge Frauen besonders von der Krise betroffen. Wieso die Pandemie zu einem weltweiten Anstieg von Gewalt geführt hat und wie Plan insbesondere Kinder schützt, erklärt unsere Expertin Yang Fu im Interview. news-1983 Thu, 11 Mar 2021 16:00:00 +0000 Ein Jahr Covid-19: Weniger Bildungschancen für Mädchen https://www.plan.de/news/detail/ein-jahr-covid-19-weniger-bildungschancen-fuer-maedchen.html Die Corona-Pandemie und die getroffenen Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben viele Auswirkungen auf die Menschen weltweit. Aufgrund ihres Alters und Geschlechts sind heranwachsende Mädchen und junge Frauen besonders von der Krise betroffen. Was die Pandemie mit der weltweiten Bildungssituation macht, erklärt unsere Expertin Emilia Sorrentino im Interview. news-1982 Thu, 11 Mar 2021 14:47:00 +0000 Ein Jahr Covid-19: Mehr Frühverheiratungen und -schwangerschaften https://www.plan.de/news/detail/ein-jahr-covid-19-mehr-fruehverheiratungen-und-schwangerschaften.html Die Corona-Pandemie und die getroffenen Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben viele Auswirkungen auf die Menschen weltweit. Aufgrund ihres Alters und Geschlechts sind heranwachsende Mädchen und junge Frauen besonders von der Krise betroffen. Was die Pandemie mit mehr Frühschwangerschaften und -Heiraten zu tun hat, erklärt unsere Expertin Alissa Ferry im Interview. news-1981 Thu, 11 Mar 2021 12:22:00 +0000 Ein Jahr Corona: Wie Plan Mädchen während der Pandemie weltweit unterstützt https://www.plan.de/news/detail/ein-jahr-corona-wie-plan-maedchen-waehrend-der-pandemie-weltweit-unterstuetzt.html Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation die Corona-Krise zur globalen Pandemie. Seitdem hat Plan International die Arbeit in den Programmländern auf die neue Situation angepasst. Trotz aller Bemühungen bleibt aber auch ein Jahr später eine Vielzahl von Herausforderungen. Seit einem Jahr hält die Corona-Pandemie die Welt fest im Griff. Millionenfach infizieren sich Menschen mit dem Virus, die Todeszahlen steigen, die Gesundheitssysteme stoßen an ihre Belastungsgrenzen und darüber hinaus. Das Impfen kommt gerade in den Ländern des globalen Südens kaum voran. Viele Regierungen und Organisationen sind damit beschäftigt, diese primären Auswirkungen der Krankheit einzudämmen. Zugleich zeigt die Arbeit von Plan International, dass die sekundären Folgen ebenfalls angegangen werden müssen, um Langzeitauswirkungen auf den Lebensunterhalt, die Bildung, die Rechte und das Wohlbefinden der Menschen zu verhindern.

Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen führen häufig zu erhöhter Armut aufgrund von Arbeitslosigkeit, Ernährungsunsicherheit und eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsdiensten. Unter den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden gerade die Kinder am stärksten. Sie sind die verborgenen Opfer dieser Krise. Dabei sind gerade Mädchen einem hohen Risiko von häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Warum das so ist und wie Plan Mädchen und junge Frauen schützt und Betroffenen hilft, erklärt Plan-Expertin Yang Fu im Interview.

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news-1979 Wed, 10 Mar 2021 08:44:43 +0000 Zentralamerika: Covid-19 und Wetterextreme verschlimmern Hunger https://www.plan.de/news/detail/zentralamerika-covid-19-und-wetterextreme-verschlimmern-hunger.html In Honduras, Guatemala, El Salvador und Nicaragua herrscht eine akute Ernährungskrise, knapp acht Millionen Menschen hungern. Es wird befürchtet, dass diese Zahl weiter steigt. Plan International leistet Nothilfe und hat Schritte in die Wege geleitet, damit sich die Situation verbessert. In einer Serie informieren wir über die dramatische Ernährungssituation in den Ländern des globalen Südens. In Zentralamerika ist die Zahl der Hungernden infolge der Coronakrise und Wetterextreme stark gestiegen. Laut Vereinten Nationen ist ein Fünftel der Bevölkerung dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Bis Mitte 2021 könnte sogar ein Drittel der Menschen in Honduras, Guatemala, El Salvador und Nicaragua von Hunger betroffen sein.

Covid-19 verursachte Wirtschaftskrise

Die Corona-Pandemie führte in den vier Staaten zu einer Wirtschaftskrise und einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit. Eine Umfrage des Welternährungsprogramms (WFP) ergab, dass 77 Prozent der Familien durch die Kontaktbeschränkungen starke Einkommenseinbußen oder gar ihre Lebensgrundlage verloren haben. Am stärksten betroffen von der Ernährungskrise sind indigene Gemeinschaften, deren Angehörige als Bauern Getreide in einfacher Subsistenzwirtschaft anbauen oder als Tagelöhner im Kaffeeanbau arbeiten. Ein niedriger Kaffeepreis auf dem internationalen Markt verringerte das Einkommen der Produzenten in Zentralamerika und reduzierte folglich die Nachfrage nach Arbeitskräften für die Ernte.

Wirbelstürme zerstörten Existenzen

Darüber hinaus hat die Hurrikansaison Zentralamerika 2020 besonders stark getroffen. Durch die verheerenden Wirbelstürme Eta und Iota im November wurden mehr als 200.000 Hektar Ernten lebenswichtiger Gemüse- und Getreidekulturen vernichtet, über 10.000 Hektar Kaffeeanbaufläche in den vier Ländern zerstört. 6,8 Millionen Menschen verloren ihre Häuser und Lebensgrundlage. In Honduras sind bis heute noch mehr als 96.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht. Auch Straßen und andere Infrastruktur wurden durch die starken Regenfälle und Überschwemmungen beschädigt, was Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und den Zugang zu Nahrungsmitteln hat.

Inzwischen sind etliche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelockert worden, doch der Zugang zu Märkten, Arbeitsplätzen und grundlegenden Dienstleistungen bleibt eingeschränkt. In Guatemala stellen sich Kinder und ihre Eltern in ihrer Verzweiflung mit weißen Fahnen an den Straßenrand oder hängen sie an ihre Häuser. Damit signalisieren sie, dass sie Hunger haben und Hilfe benötigen. Viele Jugendliche sehen nur in der Flucht in die USA einen Ausweg aus der Armut und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat. 

Miguel Barreto, WFP-Regionaldirektor in Lateinamerika und der Karibik, rief die internationale Staatengemeinschaft zu schneller Hilfe auf: „Städtische und ländliche Gemeinden in Zentralamerika sind am Tiefpunkt angelangt. Die durch Covid-19 ausgelöste Wirtschaftskrise hatte bereits dafür gesorgt, dass die Lebensmittel in den Marktregalen für die am meisten gefährdeten Menschen unerreichbar waren, als die Zwillingshurrikane Eta und Iota sie zusätzlich trafen. Viele haben jetzt kein Dach über dem Kopf, leben in Notunterkünften und müssen mit dem Nötigsten auskommen.“

Humanitäre Hilfe vor Ort

Plan International beobachtet die Ernährungskrise mit großer Sorge. Nach den Wirbelstürmen hat Plan International allein in Honduras mehr als 500.000 Menschen mit Grundnahrungsmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs versorgt, um die Auswirkungen der Not insbesondere für die Kinder zu minimieren. Die humanitäre Hilfe umfasste die Lieferung von Trinkwasser, Mais, Bohnen und anderen Nahrungsmitteln, Decken, Matratzen, Covid-19-Präventionskits, Artikel der Menstruationshygiene sowie Bargeldtransfers. Zudem wurden kinderfreundliche Räume eingerichtet, in denen Mädchen und Jungen psychosozial betreut werden und Aufklärung zum Kinderschutz stattfindet. Familien und Kinder werden geschult, um Fälle von Belästigung und sexuellen Missbrauch zu verhindern.

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news-1719 Mon, 08 Mar 2021 16:33:00 +0000 Weltfrauentag: Gleichberechtigung in Zeiten von Covid-19 in Gefahr https://www.plan.de/news/detail/weltfrauentag-gleichberechtigung-in-zeiten-von-covid-19-in-gefahr.html Der Weltfrauentag am 8. März ruft alljährlich dazu auf, die Gleichstellung der Geschlechter aktiv voranzutreiben. Allerdings wirft die Corona-Pandemie die Welt in ihren Bemühungen um Jahrzehnte zurück. Die gute Nachricht: Geschlechtergerechtigkeit ist der Weltbevölkerung mehrheitlich so wichtig, dass sie ihre Regierungen auffordert, dafür mehr zu tun. Auch mehr als 25 Jahre nach der wegweisenden Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen, auf der mit der Pekinger Aktionsplattform Maßnahmen zur Gleichstellung der Frau auf allen Ebenen verabschiedet wurden, ist die Welt noch weit von diesem Ziel entfernt. Der Gender Gap Report 2020 des Weltwirtschaftsforums zeigt: Es wird noch rund 100 Jahre dauern, die berufliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen und Männern weltweit zu erreichen.

In diesen Berechnungen war eine globale Krise wie die Corona-Pandemie allerdings nicht einkalkuliert, von der Expert:innen annehmen, dass sie die Welt in ihrem Bestreben nach Gleichberechtigung um Jahrzehnte zurückwerfen werde. 

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news-1722 Mon, 08 Mar 2021 10:52:00 +0000 Leadership ist die Fähigkeit, eine Vision in die Realität umzusetzen https://www.plan.de/news/detail/leadership-ist-die-faehigkeit-eine-vision-in-die-realitaet-umzusetzen-1.html Die 19-jährige Laurita lebt mit ihrer Familie in den Höhen der Anden, umgeben von Tieren und Natur. Laurita stammt aus einer Kichwa-Gemeinde in Ecuador. Sie ist Teil einer neuen Generation indigener Mädchen und jungen Frauen, die die Konventionen von früher Heirat und Familiengründung ablehnen und neue Möglichkeiten suchen, um ihre Ausbildung und Karrieren voranzutreiben. Seit Tausenden von Jahren leben indigene Bevölkerungen in den Bergen von Ecuador, wo sie eine Vielzahl von Nutzpflanzen anbauen und Viehzucht betreiben. Aber der Klimawandel bringt schwankende Regenmengen und Temperaturen, sodass viele in die Stadt ziehen müssen, wo sie Arbeit suchen, um ihre Familien zu unterstützen – so auch Lauritas Vater.

Von klein auf hat Laurita ihrer Mutter bei der Hausarbeit geholfen, sich um ihre jüngeren Geschwister gekümmert und bei der Landwirtschaft mitgearbeitet. Nachdem sie ihre morgendlichen Aufgaben erledigt hatte, musste Laurita zehn Kilometer laufen, um zu ihrer Schule zu kommen. Trotz dieser Schwierigkeiten wollte sie unbedingt lernen und mit viel Mühe hat sie die Grundschule mit exzellenten Noten abgeschlossen.

In der weiterführenden Schule erfuhr Laurita zum ersten Mal, dass Plan International mit Kindern und Jugendlichen in ihrer Gemeinde zusammenarbeitet. Sie hatte jedoch kein Interesse an den Projekten, bis sie 2016 eine Plan-Mitarbeiterin traf, mit der sie sich identifizieren konnte.

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news-1679 Wed, 03 Mar 2021 08:00:00 +0000 Gender Equality in Guinea: Zwei Automechanikerinnen räumen mit Vorurteilen auf https://www.plan.de/news/detail/gender-equality-in-guinea-zwei-automechanikerinnen-raeumen-mit-vorurteilen-auf.html Fehlende Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen ist immer noch eines der größten gesellschaftlichen Probleme weltweit. Auch in Guinea haben Frauen deutlich geringere Chancen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen als Männer. Sie steigen weniger oft in ihren Berufen in Führungspositionen auf und erhalten für die gleiche Arbeit im Durchschnitt weniger Lohn. Hinzu kommt, dass die besser bezahlten Berufe in der Regel von Männern dominiert werden. Teninkè (28) und N'Mahawa (25) haben sich von traditionellen Rollenbildern nicht beirren lassen und verdienen als Auszubildende in der Automechanik ihr eigenes Geld. Die beiden Freundinnen Teninkè (28) und N'Mahawa (25) besuchen eine Berufsschule für Automechanik. Die Ausbildungsstätte ist Teil eines von Plan International ins Leben gerufenen Programms zur ökonomischen Förderung junger Menschen in Guinea. Vor allem junge Frauen werden ermutigt, sich in traditionell von Männern ausgeübten Tätigkeiten zu schulen und führende Rollen im Einsatz für mehr Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern im Arbeitsleben zu übernehmen.

Für Teninké war das Herumtüfteln schon immer eine Leidenschaft. Als sie erfuhr, dass sie ihr Hobby auch zum Beruf machen konnte, musste sie nicht lange überlegen – auch wenn ihr Berufswunsch für ein Mädchen ungewöhnlich war. „Zu sagen, dass ein Mädchen oder eine Frau sich ständig mit den Männern vergleichen muss, ist keine gute Idee. Ich möchte einfach die Beste sein in dem, was ich gerne tue – und ich glaube, ich bin auf einem ziemlich guten Weg dorthin,“ sagt Teninké.

N'Mahawa entschied sich für die Ausbildung zur Automechanikerin, nachdem ihr Vater versucht hatte, sie gegen ihren Willen zu verheiraten. „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. In der Schule habe ich mich immer schwergetan. Nachdem ich zwei Mal durch die Abschlussprüfung gefallen bin, entschied mein Vater, dass eine Heirat die beste Wahl wäre, um mich finanziell abzusichern. Aber das wollte ich nicht. Mein Vater konnte nicht einsehen, dass es noch andere Möglichkeiten für mich geben könnte – deswegen bin ich dann zu meinem Onkel nach Conakry gezogen. Dort habe ich eines Tages das Trainingszentrum für Mechaniker:innen entdeckt. Teninké war dort bereits in der Ausbildung. Sie hat mich ermutigt, mich auch zu bewerben,“ erzählt N'Mahawa.

Plan International setzt sich in Guinea für mehr Gleichberechtigung am Arbeitsplatz, im Familienleben und in der Gesellschaft ein. Dazu gehört unter anderem der Wandel von sozialen Geschlechternormen und die Schaffung von ökonomischer Chancengleichheit für Mädchen und junge Frauen.

Teninke und N'Mahawa sind hier schon ganz vorne mit dabei. In ihrer Werkstatt sind sie bei den Kund:innen für ihr Können bekannt – niemand wundert sich mehr darüber, dass sie in einem bisher von Männern dominierten Beruf arbeiten.

Programme wie Teninkes und N'Mahawas Ausbildungsstätte machen einen Großteil der Projekte aus, die Plan International unterstützt. Indem den jungen Frauen Möglichkeiten zur finanziellen Unabhängigkeit geboten werden, nutzen sie diese Autonomie oft, um sich noch weiter gesellschaftlich einzubringen und Botschafterinnen für kommende Generationen zu werden.

„Ich bestärke immer meine weiblichen Kolleginnen darin, an sich zu glauben und ihr eigenes Geld zu verdienen. Denn eine finanziell von einem Mann abhängige Frau kann nicht frei sein. Ihr Leben hängt dann immer von den Entscheidungen anderer ab. Das dürfen wir so nicht mehr akzeptieren,“ stellt Teninke klar.

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news-1720 Tue, 02 Mar 2021 10:38:22 +0000 Eine Generation darf nicht weiter verlieren https://www.plan.de/news/detail/eine-generation-darf-nicht-weiter-verlieren.html Die Zentralafrikanische Republik gilt als einer der gefährlichsten Orte der Welt, auch und gerade für Kinder. Religiös motivierte Spannungen führen seit 2013 zu Gewalt und bewaffneten Auseinandersetzungen, in die auch immer wieder Mädchen und Jungen hineingezogen werden. Plan International engagiert sich für frühere Kindersoldat:innen. Als vor acht Jahren der bewaffnete Konflikt zwischen christlichen und muslimischen Gruppen im Land begann, flohen viele Familien vor der eskalierenden Gewalt. Auslöser war die Machtübernahme durch die muslimische Rebellengruppe Séléka, was wiederum Repressalien seitens christlicher Regierungskräfte zur Folge hatte. Rund 1,2 Millionen Menschen sind innerhalb der Zentralafrikanische Republik (ZAR) oder in Nachbarstaaten geflohen. Dabei wurden immer wieder Mädchen und Jungen von ihren Eltern getrennt.

Ohne Mittel, ihren Alltag allein bewältigen zu können, waren und sind diese Kinder ein leichtes Ziel für bewaffnete Gruppen. Rund ein Dutzend verschiedene sind es in dem Vielvölkerstaat. Ihre Anführer, sogenannte Warlords, kontrollieren etwa 80 Prozent des zentralafrikanischen Landes und rücksichtslos rekrutieren sie Minderjährige für ihre Zwecke.

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news-1717 Fri, 26 Feb 2021 07:53:41 +0000 Niger: Hunger im Transitland https://www.plan.de/news/detail/niger-hunger-im-transitland.html Der Sahel-Staat gilt als ärmster der Welt – und seine Probleme nehmen weiter zu: In Niger sind fast 1 Million Kinder unterernährt und 3,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Grenzüberschreitende Konflikte und Klimawandel verschärfen ihre Situation. In einer Serie informieren wir über die dramatische Ernährungssituation in den Ländern des globalen Südens und wie Plan International Unterstützung leistet. Es liest sich wie ein Schreckensbericht: Niger hat eine der am schnellsten wachsenden Bevölkerungen weltweit, schafft es aufgrund von Armut, Konflikten und Klimawandel jedoch nicht, alle Menschen ausreichend zu ernähren. Die Ernährungsunsicherheit ist so weit verbreitet, dass im Dezember 2020 3,8 Millionen Nigrer:innen auf humanitäre Hilfe angewiesen waren, darunter 2 Millionen Kinder. Mit einem durchschnittlichen Alter von rund 15 Jahren ist das westafrikanische Land unglaublich jung, dennoch geht etwa die Hälfte aller Kinder nicht zur Schule – mit der Folge, dass nur 31 Prozent der Bevölkerung lesen und schreiben kann.

Zwischen den Fronten

Die Gründe für Bildungsrückstände, Hunger und Armut sind vielfältig und bedingen sich zum Teil. Extremistische Gruppen mit unterschiedlichen politischen Ambitionen aus den Nachbarstaaten Burkina Faso, Mali und Nigeria weiten ihren Einflussbereich auf Niger aus oder nutzen das Land als Rückzugsgebiet. Das löst grenzüberschreitende Konflikte aus, die Vertreibung und Flucht von Familien zur Folge haben. Dadurch liegen Felder brach und Ernten werden nicht eingebracht, was wiederum Einkommensmöglichkeiten zerstört und zur schlechten Versorgungslage beiträgt. Letzte wird zusätzlich vom fortschreitenden Klimawandel befeuert, der vielerorts Regen- und Trockenzeiten verändert hat.

Die Gewalt in vielen Regionen erschwert es zudem, Hilfe dort zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird. Mehr humanitäre Unterstützung wäre nötig, weil jährlich Tausende Menschen aus anderen Ländern Afrikas wegen Perspektivlosigkeit den Weg über Niger als Transitland ans Mittelmeer und nach Europa suchen, trotz der begrenzten Ressourcen in dem Binnenland. Selbst für die nigrische Bevölkerung – insbesondere Mädchen – bieten sich kaum Entwicklungschancen.

Patenschaften und Projektarbeit

Plan International finanziert im Rahmen seiner Patenschaftsprojekte Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation in Niger, zum Beispiel über landwirtschaftliche Projekte, Saatgutvergabe und/oder Mikrofinanzvorhaben, bei denen minimale Beträge in Gemeinschaftskassen verwaltet und für kleine Unternehmungen entliehen werden können. Weitere Ziele unserer kindorientierten Gemeindeentwicklung sind eine höhere Einschulungsquote und der Kinderschutz. Daneben engagieren sich die Plan-Teams in der Tschadsee-Region im Süden mit Unterstützung des Auswärtigen Amts (AA) für den besseren Schutz von Mädchen und Jungen vor extremistischen Gruppen sowie mit Unterstützung von EuropeAid für stabilere Lebensbedingen von Jugendlichen.

Die Unsicherheit in vielen Regionen Nigers in Kombination mit den Auswirkungen des Klimawandels haben dazu beigetragen, dass das Land auf dem letzten Platz des Human Development Index (HDI) – Rang 189 – der Vereinten Nationen steht. Der HDI gibt Aufschluss über den Entwicklungsstand eines Landes, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Gesundheit oder Lebenserwartung. Die Umstände von Nigers langjähriger humanitärer Krise haben sich durch die Corona-Pandemie weiter verschärft. Dabei fanden im Februar 2021 Präsidentschaftswahlen statt, bei denen der bisherige Amtsinhaber auf eine erneute Kandidatur verzichtete und dadurch Gesetzestreue zeigte, die eine positive Entwicklung befördern könnte.

Vergessene Hunger-Krise

Weltweit hungern etwa 930 Millionen Menschen, zwei Milliarden leiden unter Mangelernährung. Die Zahl der Betroffenen stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. Zu den ohnehin bestehenden Auslösern wie Dürren oder Kriege kam 2020 die Corona-Pandemie hinzu. Die Folgen von Lockdowns bekommen die ärmsten Menschen am härtesten zu spüren. Ihre Einkommen und Verdienste, etwa aus Straßenhandel oder Subsistenzwirtschaft, brechen weg, sobald sie sich nicht mehr frei bewegen können.

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