Plan International Deutschland e.V. https://www.plan.de Plan Deutschland de-DE Plan International Deutschland e.V. Tue, 19 Oct 2021 09:01:40 +0000 Tue, 19 Oct 2021 09:01:40 +0000 Plan International Deutschland e.V. | TYPO3 news-2100 Fri, 15 Oct 2021 00:01:00 +0000 Deutschland in Pink: Rekord zum Welt-Mädchentag https://www.plan.de/news/detail/deutschland-in-pink-rekord-zum-welt-maedchentag.html Dank Initiative der Plan-Aktionsgruppen und weiterer Unterstützer:innen haben dieses Jahr zum Welt-Mädchentag rund 40 Städte an der Beleuchtungsaktion von Plan International teilgenommen. news-2099 Thu, 14 Oct 2021 00:31:00 +0000 Schlimmste Hungerkrise seit Jahrzehnten bedroht Leben von Millionen Kindern https://www.plan.de/news/detail/schlimmste-hungerkrise-seit-jahrzehnten-bedroht-leben-von-millionen-kindern.html Konflikte, die Corona-Pandemie, die Klimakrise und wirtschaftliche Turbulenzen haben zu einem steilen Anstieg des Hungers in der Welt geführt. 41 Millionen Menschen stehen kurz vor einer Hungersnot. Kinder und Frauen sind am stärksten betroffen. Die Welt steht vor einer der größten Hungerkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte. Etwa 41 Millionen Menschen sind akut von einer Hungersnot bedroht. Gründe für die Krise sind Konflikte, die Corona-Pandemie und die Klimakrise. Bewaffnete Auseinandersetzungen sind die Hauptursache akuter Ernährungsunsicherheit. So zerstörten etwa langwierige Kämpfe Mali über Syrien bis Mosambik die Lebensgrundlagen vieler Menschen und zwangen Familien zur Flucht. Die Folge: Millionen Kinder sind vom Hungerstod bedroht. Außerdem ist es für humanitäre Organisationen äußerst gefährlich geworden, die bedürftigen Gemeinschaften zu erreichen. Schätzungen zufolge benötigen allein in den zentralen Sahelländern Mali, Burkina Faso und Niger über 14 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe.

Die Corona-Pandemie hat weltweit zu einem starken Anstieg von Armut und Ungleichheit geführt, da die Pandemiebeschränkungen und Ausgangssperren in vielen Ländern zu einer Unterbrechung der Nahrungsmittelversorgung. Mädchen und Frauen machen 70 Prozent der Hungernden aus. Denn wenn das Essen knapp ist, essen sie oft weniger und zuletzt. Und wenn Familien unter Druck geraten, werden Mädchen häufiger als Jungen von der Schule genommen und sind dem Risiko von Kinder-, Früh- und Zwangsheirat, geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Ausbeutung und ungewollter Schwangerschaft ausgesetzt.
 

Die Zeit zum Handeln ist jetzt

Rüdiger Schöch, Teamleiter der Humanitären Hilfe von Plan International Deutschland, sagt: „Einer von acht Menschen hungert weltweit. Und allein in den letzten sechs Monaten hat sich die Zahl der Menschen, die vom Hungerstod betroffen sind, vervierfacht. Dieser enorme Anstieg und unzureichende Ernährungssysteme erfordern ein entschlossenes Handeln. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Finanzmittel für lebensrettende humanitäre Hilfe – einschließlich Nahrung, Bildung, Kinderschutz und Unterstützung des Lebensunterhalts – dringend aufgestockt werden. Wir können es uns nicht leisten, zu warten. Kinder sterben bereits an Hunger.“

Plan International ist in zahlreichen Ländern, die die Hauptlast dieser globalen Nahrungsmittelkrise tragen, mit Hilfsprogrammen tätig. Rüdiger Schöch: „Wir weiten Programme wie Bargeld- und Gutscheinhilfe, Essensverteilung, Kinderschutz und Schulmahlzeiten zügig aus. Wir benötigen dringend Unterstützung, damit wir noch mehr Mädchen und ihre Familien erreichen können, die von Nahrungsmittelknappheit betroffen sind.“

Unterstützen Sie jetzt unsere Nothilfe.

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news-2096 Wed, 13 Oct 2021 11:14:00 +0000 Ausstellung „Mission 2030“ lädt zur Zukunftsplanung ein https://www.plan.de/news/detail/ausstellung-mission-2030-laedt-zur-zukunftsplanung-ein.html Das Publikum im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg entscheidet bis zum 18. April 2022, welche Weichenstellungen zum Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele und für die Zukunft der Weltgemeinschaft die besten sind. Unsere Mitmachausstellung „Mission 2030 – Globale Ziele erleben“ bringt die Sustainable Development Goals (SDGs) in der niedersächsischen Stadt zur Diskussion. Besucher:innen schlüpfen in die Rollen von Delegierten einer internationalen Konferenz und begeben sich an interaktiven Stationen zu den Schauplätzen realer Projektbeispiele in Ägypten, Ghana, Guatemala, Kambodscha, Kolumbien und Timor-Leste sowie in zwei deutschen Großstädten.

Authentische Einblicke

Neun multimediale Module veranschaulichen die Bedeutung von ausgeglichenen Lebensverhältnissen, Chancengleichheit sowie einem schonenden Umgang mit Ressourcen. Die meist jungen Protagonist:innen sind reale Personen und stellen ihren Alltag und ihr Engagement vor. Damit ermöglicht die Erlebnisausstellung einen authentischen Einblick in die jeweilige Situation vor Ort. „Mission 2030“ zeigt Lösungsmöglichkeiten für unterschiedliche Herausforderungen auf, die zur Erreichung der SDGs wichtig sind. Die interaktive Schau richtet sich insbesondere auch an Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren.

Lehrreiche Weltreise

„Alle UN-Mitgliedsstaaten haben den nachhaltigen Entwicklungszielen zugestimmt – nun müssen wir sie gemeinsam bis 2030 umsetzen“, sagt Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender von Plan International Deutschland. „Wir laden daher alle ein, sich mit unserer Ausstellung, Mission 2030‘ auf eine lehrreiche Weltreise zu begeben. Auf spielerische Weise lernt das Publikum die SDGs kennen und kann selbst aktiv werden. Wir leben alle auf einem Globus – den gilt es, nachhaltig zu erhalten und gerecht zu gestalten.“

Dr. Christina Barilaro, stellvertretende Direktorin vom Landesmuseum Natur und Mensch, sagt: „Wie wir 2030 leben, ist eng mit unserem Handeln heute verknüpft. Chancengleichheit und Nachhaltigkeit sind damit auch unsere Kernthemen. Die interaktive Ausstellung von Plan International wendet sich insbesondere auch an jüngeres Publikum und bietet uns neue Anknüpfungspunkte, um den Austausch zu verstärken.“

Begleitprogramm

Im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg wird die Erlebnisausstellung um regionale Perspektiven von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ergänzt. Verschiedene Projekte haben sich parallel zu „Mission 2030“ mit den Nachhaltigkeitszielen „Weniger Ungleichheiten“, „Leben unter Wasser“ und „Leben an Land“ auseinandergesetzt. Von Künstler:innen begleitet, haben rund 150 junge Menschen kreativ gearbeitet. Die dabei entstandenen Werke sind ebenfalls bis zum 18. April 2022 zu sehen. Darüber hinaus erwarten das Publikum Vorträge und anstatt von Führungen, gibt es regelmäßig sonntags zwischen 15:00 Uhr und 16:00 Uhr die Gelegenheit, Guides in der Ausstellung anzusprechen, um Fragen zu den Themen zu stellen.

Mehr Informationen zum Begleitprogramm sowie Anmeldungen für Gruppen beim Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg, Tel. +49 (0)441 40570-300 oder auf der Website.

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news-2097 Tue, 12 Oct 2021 13:57:00 +0000 Das war unser Kilometerzähler für Gleichberechtigung https://www.plan.de/news/detail/das-war-unser-kilometerzaehler-fuer-gleichberechtigung.html Mitmachaktion von Plan International zum Welt-Mädchentag großer Erfolg Geschafft: Rund 52.000 Kilometer wurden innerhalb der letzten vier Wochen im Rahmen der Mitmachaktion Kilometerzähler für Gleichberechtigung gemeinsam gelaufen, geradelt, gewandert, gerudert oder geschwommen. Dabei sind insgesamt über 18.500 Euro Spenden zusammengekommen. Die Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland hatte dazu aufgerufen, vom 12. September an bis zum Welt-Mädchentag am 11. Oktober mit vereinten Kräften symbolisch die Welt zu umrunden und Spenden für den Mädchen-Fonds von Plan zu sammeln. Das anvisierte Ziel von 40.075 Kilometern entspricht der Strecke einmal um den Äquator, es wurde bereits einige Tage vor dem Welt-Mädchentag erreicht.

„Eine rundum gelungene Aktion und ein ganz starkes Signal für die Gleichberechtigung“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung von Plan International Deutschland, „Mädchen sind in vielen Regionen dieser Welt von Geburt an benachteiligt. Damit sie die gleichen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben haben wie Jungen, legen wir einen besonderen Fokus auf ihre Belange. Mit der Aktion Kilometerzähler ist es nun tatsächlich gelungen, gemeinsam symbolisch die Welt zu umrunden. Jeder Kilometer – ob zu Fuß, auf dem Rad oder im Wasser – hat dazu beigetragen! Ein großes Dankeschön an alle, die zusammen mit Plan International für die Rechte von Mädchen Strecke gemacht, den Aufruf geteilt und gespendet haben.“

Die Aktion Kilometerzähler für Gleichberechtigung wurde von vielen prominenten Sportler:innen unterstützt, die sich als Botschafter:innen für die Arbeit von Plan International engagieren. Unter anderem von der Biathlon Vize-Weltmeisterin Vanessa Hinz mit über 682 Kilometern, vom Marathon-Profi Philipp Pflieger mit rund 350 Kilometern und vom Handball-weltmeister Dominik Klein, der über 60 Mädchen in einem Girlscamp ein Handballtraining gab – und statt Teilnahmegebühren um Spenden für die Aktion warb. Ebenso waren der Deutsche Handballbund (DHB) und dessen Partner sowie die deutsche Skisprung-Nationalmannschaft der Damen mit von der Partie.  

Auch die ehrenamtlichen Unterstützer:innen engagierten sich mit hohem Einsatz: Einzeln und in der Gruppe sorgten sie dafür, dass der Kilometer- und Spendenstand jeden Tag beträchtlich wuchs. Die meisten Kilometer sammelt die Plan-Aktionsgruppe Lübeck mit über 5.913 Kilometern, die meisten Spenden die Plan-Aktionsgruppe Hamburg mit 2.515 Euro. Dass der Teamgeist beim Kilometerzähler für Gleichberechtigung besonders ausgeprägt war, zeigen unter anderem auch die Internatswanderung des Kolleg St. Blasien mit über 3.618 Kilometern und die Radtour der neunten Klasse der Freien Waldorfschule Lübeck mit über 2.000 Kilometern.  

Der Spendenerlös in Höhe von über 17.500 Euro fließt zu 100 Prozent in den Mädchenfonds, mit dem Plan International weltweit Projekte unterstützt, die Mädchen gezielt fördern.

Mehr Infos zum Kilometerzähler

 

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news-2025 Mon, 11 Oct 2021 16:12:00 +0000 Mit gutem Beispiel voran: So wird Feminist Leadership in Togo gelebt https://www.plan.de/news/detail/mit-gutem-beispiel-voran-so-wird-feminist-leadership-in-togo-gelebt.html Die 14jährige Ilétou lebt mit ihrer Familie in der Küstenregion im Süden Togos. In den ländlichen Regionen rund um die Landeshauptstadt Lomé sind Geschlechternormen, die Mädchen und jungen Frauen eine untergeordnete gesellschaftliche Position zuweisen, weit verbreitet – ein Problem, das sich während der COVID-19 Pandemie weiter verschärft hat. Wie viele andere Länder rief auch Togo als Reaktion auf die COVID-19 Pandemie den nationalen Notstand aus. Seit einem Jahr lebt die Bevölkerung schon mit den erlassenen Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsraten. Schulen und Kirchen sind geschlossen sowie alle anderen öffentlichen Orte, an denen sich Menschen versammeln könnten.

Besonders hart – aber oft unbemerkt – haben Mädchen und junge Frauen mit der Situation zu kämpfen. Anstatt von zu Hause aus lernen zu können, werden sie oft stärker in die Hausarbeit eingespannt oder müssen arbeiten gehen, um zum Einkommen ihrer Familien beizutragen. Viele Mädchen brechen in diesen Situationen die Schule ab. Die 14jährige Ilétou ist aber trotz aller Schwierigkeiten fest entschlossen, ihren Abschluss zu machen und Medizin zu studieren. Sie weiß, was eine gute Bildung bedeutet und möchte ein Vorbild für andere für Mädchen und junge Frauen in ihrer Gemeinde sein. 

Um das Thema der Geschlechtergerechtigkeit weiter voranzubringen, nahm Ilétou am internationalen Frauentag am 8. März 2021 an einem von Plan International und UNFPA organisierten generationsübergreifenden Dialog teil. Im Laufe der Veranstaltung diskutierten junge Mädchen aus lokalen Gemeinden mit weiblichen Führungspersönlichkeiten aus Regierungsministerien, dem Parlament und UN-Vertreterinnen.

Ilétou freute sich über die Gelegenheit über das Thema Feminist Leadership mit Frauen sprechen zu können, die sich schon viele Jahre für Geschlechtergerechtigkeit in Togo einsetzen. „Es war für mich das erste Mal, dass ich so viele weibliche Führungspersönlichkeiten kennengelernt habe. Es war toll mit ihnen zu sprechen und Erfahrungen austauschen zu können. Sie haben nicht nur Vorträge gehalten, sondern waren auch daran interessiert, unsere Perspektiven auf das Thema zu erfahren. Das war sehr inspirierend und hat mich motiviert, mich weiter für Mädchen in meiner Gemeinde zu engagieren,“ erzählt Ilétou.

Die Jugendliche hat bereits in verschiedenen Projekten Verantwortung übernommen. Nach ihrem 15. Geburtstag dieses Jahr wird Ilétou dem Jugendbeirat von Plan International Togo beitreten, um sich weiter für die Belange von Mädchen und jungen Frauen einzusetzen. Dafür hat sie bereits einige Ideen parat. „Ich möchte, dass es mehr generationsübergreifende Dialoge gibt. Es wäre aber gut, wenn dann auch männliche Minister oder Parlamentsabgeordnete teilnehmen würden. Nur wenn wir das Thema der Geschlechtergerechtigkeit als etwas wahrnehmen, das uns alle etwas angeht, kann sich etwas ändern,“ sagt Ilétou.

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news-1710 Thu, 07 Oct 2021 13:08:00 +0000 Sumaiyas Masken-Challenge https://www.plan.de/news/detail/sumaiyas-masken-challenge.html Da Sumaiya in ihrer ländlich gelegenen Gemeinde in Bangladesch keinen Zugang zu nationalen Nachrichtenkanälen hatte, erfuhr sie von der Covid-19 Pandemie erst durch die von Plan International organisierten Safe Schools Initiative. Seitdem setzt sich die Schülerin für mehr Aufklärung zum Umgang mit der Krankheit und der Prävention von Infektionen ein. Das Safe Schools Programm von Plan International ist eine globale Initiative, die sich gemeinsam mit lokalen Partnern dafür einsetzt, Schulen zu sicheren Orten zu machen, an denen Kinder und Jugendliche in einem positiven Umfeld lernen können. Sie sollen dort ihre Rechte kennen- und einfordern lernen. Seit dem Beginn der Covid-19 Krise leistet das Programm auch vermehrt Aufklärungsarbeit zur Bekämpfung der Pandemie und der Prävention von Ansteckungen.

“Ich habe gelernt, wie viel Maßnahmen wie das Tragen einer Gesichtsmaske, Social Distancing und das regelmäßige Händewaschen ausmachen,” erzählt Sumaiya.

Als die Schülerin merkte, dass sich viele Menschen in ihrer Gemeinde in Bangladesch die teuren Wegwerfmasken nicht leisten konnten, entschied Sumaiya, gemeinsam mit ihren Mitschüler:innen selbst welche herzustellen. „Ich habe mitbekommen, dass die meisten meiner Nachbar:innen und Bekannten nicht genug Geld hatten, um sich immer wieder neue Masken zu kaufen. Ich hatte eine Nähmaschine zu Hause und habe eines Tages angefangen, selbst Masken aus Stoff zu nähen und sie in unserer Nachbarschaft zu verteilen,“ erklärt Sumaiya.

Wie sie die selbstgenähten Stoffmasken herstellen kann, hat die Schülerin in einem Workshop der Safe Schools Initiative gelernt, die sich streng an die empfohlenen Guidelines der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält. Mit dem im Workshop erworbenen Wissen fing Sumaiya an, aus alten Stoffresten, die in der Schneiderei ihrer Mutter übrig blieben, Masken für ihre Familie, Freund:innen und Nachbar:innen zu nähen.

Als sie ihre erste selbstgenähte Ladung an Masken verteilte, wurden auch andere Menschen in ihrem Viertel auf sie aufmerksam. Schon bald erhielt Sumaiya Anfragen von einer Gruppe von Rikschafahrer:innen, die den ganzen Tag viele verschiedene Menschen transportieren und die Masken gut gebrauchen konnten.

In den von Safe Schools organisierten Gruppentreffen teilte Sumaiya ihre Erfahrung und schlug vor, ein eigenes Projekt zu starten. Die Gruppe erhielt eine Förderung, um das nötige Material besorgen zu können. Sumaiya und ihre Mitschüler:innen konnten daraufhin insgesamt 1.200 wiederverwendbare Masken herstellen, die sie in ihrer Gemeinde verteilten.

Anfangs waren viele Menschen noch skeptisch, aber Sumaiya und ihre Safe Schools Gruppe nahmen sich bei jeder Verteilungsaktion viel Zeit, um über die Bedeutung des Maskentragens und andere Hygienemaßnahmen aufzuklären. 

„Sumaiya ist in unserer Gemeinde zu einem Vorbild geworden,“ sagt Abed Ali, Besitzer eines Teegeschäfts auf dem Wochenmarkt. „Wir vertrauen ihr. Sie und die anderen haben viel Zeit investiert, um alles Wichtige über die neue Krankheit zu lernen. Momentan gibt es in unsere Gemeinde keinen einzigen Covid-19 Fall mehr,“ fügt Abed Ali hinzu.

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news-2089 Fri, 01 Oct 2021 06:54:29 +0000 FRoSTA verlängert Engagement in Ecuador um weitere zwei Jahre https://www.plan.de/news/detail/frosta-verlaengert-engagement-in-ecuador-um-weitere-zwei-jahre.html Die FRoSTA AG und Plan International setzen ab Oktober 2021 ihr nun insgesamt drittes gemeinsames Projekt in der Region Cotopaxi in Ecuador um.

Mit diesem zweijährigen Projekt wollen wir Jugendliche, insbesondere junge Frauen, in neun Gemeinden dabei unterstützen, sich nachhaltige Einkommensquellen zu erschließen, mit denen sie ihren Lebensunterhalt sichern können.

180 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren, darunter 108 Mädchen, nehmen dafür an Workshops teil, in denen sie finanzielle und unternehmerische Kenntnisse erwerben. Darüber hinaus bauen wir insgesamt fünf Zentren für sicheren Internetzugang. Besonders in der Covid-19-Pandemie wurde die dringende Notwendigkeit einer guten und sicheren Internetverbindung deutlich. Internetzugang und digitale Fähigkeiten sind jedoch nicht nur während einer Pandemie Grundbedarf, sondern heutzutage auch ausschlaggebend auf dem Arbeitsmarkt. Insgesamt erreichen wir mit den Zentren 405 Jugendliche in neun Gemeinden und stärken sie in ihrem Grundrecht auf Bildung.

Seit 2017 arbeiten wir mit dem Tiefkühlkosthersteller aus Bremerhaven in einem Individualprojekt in Ecuador zusammen. Besonders der nachhaltige Ansatz des Engagements in der Region ist dabei hervorzuheben: Bisher wurden in den Projekten insgesamt vier Bäckereien und 27 Gemüsebaubetriebe mit Tierzucht gegründet und es sind 209 Jobs für junge Menschen entstanden.

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news-2086 Tue, 28 Sep 2021 09:24:23 +0000 Neue Bundesregierung: NGOs fordern ausreichende Finanzierung für Entwicklungszusammenarbeit https://www.plan.de/news/detail/neue-bundesregierung-ngos-fordern-ausreichende-finanzierung-fuer-entwicklungszusammenarbeit.html Nach der Bundestagswahl setzen sich 13 Entwicklungsorganisationen dafür ein, dass die künftigen Koalitionspartner:innen sich zu mehr globaler Gerechtigkeit bekennen Unter dem Motto „Koalitionspartner:innen gesucht!” rufen 13 Entwicklungsorganisationen die Parteien dazu auf, sich in den anstehenden Gesprächen für mehr globale Gerechtigkeit einzusetzen. Sie fordern ein klares Bekenntnis zu einer verlässlichen und ausreichenden Finanzierung für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe im Koalitionsvertrag.

Im Rahmen ihrer Kampagne #ZusammenWeiterEntwickeln wollen die NGOs mit den künftigen Koalitionspartner*innen an gemeinsame Erfolge anknüpfen und sich für mehr globale Gerechtigkeit sowie ein Ende der extremen Armut einsetzen. „Wir fordern eine nachhaltige Entwicklungspolitik für alle Menschen im Sinne der Agenda 2030. Die künftige Bundesregierung muss ihrer internationalen Verantwortung gerecht werden und sich zu mehr Solidarität, einer starken multilateralen Zusammenarbeit und einer verlässlichen Finanzierung verpflichten“, erklären die NGOs.

Die zentrale Forderung der Organisationen ist die Erfüllung der sogenannten ODA-Quote (Official Development Assistance, ODA): Deutschland muss sein Versprechen aus dem Jahr 1970 halten, mindestens 0,7 Prozent der eigenen Wirtschaftsleistung dauerhaft in öffentliche Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zu investieren. Dieses 0,7-Prozent-Ziel erreichte Deutschland 2020 dank der umfassenden Sonderprogramme der Bundesregierung zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Zuvor war die Quote erst einmal im Jahr 2016 erreicht worden, und das auch nur durch die Anrechnung der Kosten für Geflüchtete im Inland.

Gleichzeitig fordern die NGOs, dass der Etat des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) nicht unter das aktuelle Niveau von 12,43 Mrd. Euro fällt. „Das BMZ muss als Ministerium eine viel exponiertere Rolle in der neuen Regierung einnehmen. Nur so kann die zukünftige Bundesregierung zusammen mit der Zivilgesellschaft die Entwicklungszusammenarbeit spürbar beeinflussen und die Länder des globalen Südens dabei unterstützen, die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen“, sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). „Eine ausreichende Finanzierung ist das Fundament dafür, bessere und gerechtere Lebensbedingungen für alle Menschen auf der Welt zu schaffen, extreme Armut und Hunger zu beenden und die Folgen der Corona-Pandemie insbesondere im globalen Süden abzufedern”, erklärt Kreutzberg weiter.

Teil der von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) initiierten Kampagne sind diese NGOs: Aktionsbündnis gegen AIDS, CARE Deutschland, CBM Christoffel-Blindenmission, Friends of the Global Fund Europe, die Stiftung Gesunde Erde - Gesunde Menschen, Global Citizen, ONE Deutschland, Oxfam, Plan International Deutschland, Save the Children Deutschland, SOS-Kinderdörfer weltweit und World Vision. Mit verschiedenen Aktionen, wie einem Kampagnenfilm, einer starken Kommunikation in den sozialen Medien unter dem Hashtag #ZusammenWeiterEntwickeln und einer mobilen Plakataktion im Berliner Regierungsviertel machen die NGOs auf ihre Kampagne aufmerksam und suchen einen konstruktiven Austausch mit der Politik.

Weitere Informationen
Kampagnenwebsite: https://www.dsw.org/zusammen-weiter-entwickeln/
Kampagne auf Twitter: https://twitter.com/hashtag/ZusammenWeiterEntwickeln
Kampagnenfilm: https://youtu.be/YCvdNN9a5fc

 

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news-1611 Mon, 27 Sep 2021 08:47:00 +0000 Ökologische Landwirtschaft bietet Frauen Zukunftsperspektiven https://www.plan.de/news/detail/oekologische-landwirtschaft-bietet-frauen-zukunftsperspektiven.html So wie Covid-19 aktuell unsere Gesellschaft verändert, werden viele Menschen noch jahrelang mit den wirtschaftlichen Folgen zu kämpfen haben. Um sicherzustellen, dass junge Frauen weiterhin ein Einkommen haben, vermittelt Plan Internationals „Green Skills“-Projekt in Indonesien den Teilnehmerinnen unternehmerische und praktische Fähigkeiten in ökologischer Landwirtschaft. Junge Frauen in Indonesien sind besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen, bedingt durch eingeschränkten Zugang zu Bildung und den Druck traditioneller Rollenbilder. Von ihnen wird erwartet, eine gute Hausfrau, Ehefrau und Mutter zu sein. Viele werden davon abgehalten, außerhalb des Hauses zu arbeiten, weshalb es für sie schwer ist, die nötigen Fähigkeiten und Qualifikationen zu erlangen, um ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben zu führen.

Das „Green Skills“-Projekt wurde ins Leben gerufen, um diese Umstände zu ändern. Es versorgt 2.000 junge Menschen in den Soe und Kefa Provinzen mit Arbeitsplätzen und Ausbildungsmöglichkeiten. Teilnehmer:innen lernen alles über ökologische Landwirtschaft: von der Vorbereitung des Bodens und der Instandhaltung der Saat über die Ernte und bis hin zum Finanz-Management. Viele reichen das erlernte Wissen dann weiter, wenn neue Menschen angestellt werden.

Die 28-jährige Damaris ist seit 2015 Teilnehmerin des „Green Skills“-Projektes. Bevor sie dem Programm beigetreten ist, waren sie und ihre Familie auf das Einkommen ihres Mannes angewiesen. Das hat nicht immer ausgereicht. Sie wollte auch arbeiten, aber wusste nicht, was sie tun konnte, weil sie das Gefühl hatte, keine Ausbildung und keine Fähigkeiten zu haben.

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news-2030 Thu, 23 Sep 2021 15:40:00 +0000 Berufsausblidung trotz Konflikt: Wie sich Binnenvertriebene in Kamerun ein neues Leben aufbauen https://www.plan.de/news/detail/berufsausblidung-trotz-konflikt-wie-sich-binnenvertriebene-in-kamerun-ein-neues-leben-aufbauen.html “Ich kann den Klang der Pistolenschüsse nicht vergessen. Immer wieder mussten wir uns verstecken – ich hatte schreckliche Angst”, erzählt die 16-jährige Theresia, die aus ihrem Heimatort im Nordwesten Kameruns fliehen musste als bewaffnete Gruppen ihre Nachbarschaft angriffen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und sieben Geschwistern floh Theresia in ein nahegelegendes Krankenhaus, das als einer der letzten sicheren Orte galt. Als kurz darauf auch das Krankenhaus attackiert wurde, war die Familie gezwungen ihre Heimatregion ganz zu verlassen.

Die ansteigende Gewalt in Kameruns nordwest- und südwestlichen Gebieten hat die lokalen Gemeinden hart getroffen. Seitdem Separationsbewegungen den Konflikt seit 2016 immer weiter eskalieren lassen, haben auch extremistische Gruppen das politische Vakuum ausgenutzt und sind neben weiteren kriminellen Banden in der Region aktiv. Zwischen den Fronten steht die Bevölkerung, der inmitten der willkürlich stattfindenden Angriffe, die auch Schulen und Krankenhäuser ins Visier nehmen, nichts anderes übrig bleibt, als ihre Heimat zu verlassen. Etwa eine viertel Million Binnenvertriebene hat der Konflikt bisher hervorgebracht. 

In den noch als sicher geltenden Städten im Rest des Landes ist der Wohnraum knapp. Theresia teilt sich heute mit ihrer Mutter und sieben Mitbewohner:innen eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Auch der Arbeitsmarkt bietet nicht genug Möglichkeiten für die vielen Menschen, die auf einmal in die Städte drängen. Theresias Mutter Mónica hat kein Einkommen und erhält auch keine finanzielle Unterstützung von der Regierung. Als sie nicht mehr für ihre gesamte Familie sorgen konnte, gab sie sechs ihrer sieben Kinder in ein Kinderheim – nur Theresia ist ihr geblieben.  

Durch das Erlebte war Theresia traumatisiert. Sie leidete oft an Angstzuständen und machte sich ständig Sorgen, dass sie auch von ihrer Mutter getrennt werden könnte. “Ich habe mir große Sorgen um meine Zukunft gemacht. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass überhaupt noch irgendetwas aus mir werden könnte,” erzählt sie.

Nach einiger Zeit kam Theresia mit dem Friendly Places Programm von Plan International in Kontakt, das sich dafür einsetzt, sichere und kinderfreundliche Orte zu schaffen, an denen Kinder und Jugendliche traumatische Erfahrungen verarbeiten und neue Perspektiven für ihre Zukunft entwickeln können. Zuerst fiel es ihr schwer, sich mit ihren Gefühlen zu beschäftigen und über das Erlebte zu sprechen. Aber mit der Zeit nahm Theresia immer mehr Beratungsangebote war und fing an sich während der psychosozialen Betreuung für neue Aktivitäten zu interessieren. 

Schließlich nahm die 16-jährige an einem berufsvorbereitenden Kurs teil und entschied sich, eine Ausbildung als Schneiderin zu beginnen. Nachdem Theresia ihr Training abgeschlossen hatte, erhielt sie von Plan International eine Nähmaschine, Stoffe und anderes Nähmaterial als Grundausstattung. Die Unterstützung hat ihr nicht nur dabei geholfen, ihr eigenes Einkommen zu verdienen – mit der einhergehenden Anerkennung hat sich auch Theresias Selbstbewusstsein verändert. “Ich freue mich wieder darauf, was die Zukunft bringt. Meine Ausbildung gibt mir das Gefühl, dass ich gebraucht werde. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich gut bin, in dem was ich tue und dass ich damit mein eigenes Geld verdienen kann – das fühlt sich einfach großartig an,” sagt Theresia.

Eines Tages möchte Theresia auch selbst Workshops und Trainingskurse anbieten. Ihr ist es wichtig, gerade Mädchen und jungen Frauen, die in derselben Situation sind, in der sie einmal war, eine Perspektive zu bieten. Und wenn es nach ihren ehemaligen Betreuer:innen im Friendly Places Programm geht, ist das Engagement der Jugendlichen mehr als willkommen. "Theresia lernt sehr schnell, sie war eine der besten Auszubildenden in ihrem Jahrgang,” erzählt Estella, eine der Kursleiterinnen. Und Ferdinand, der als Sozialarbeiter im Programm aktiv ist, fügt hinzu: “Sie ist sehr fleißig und verantwortungsbewusst. Wir freuen uns sehr, dass Theresia sich für andere Jugendliche einsetzen möchte, die aufgrund des Konflikts vertrieben wurden und mit vielen finanziellen aber auch sozialen Hürden zu kämpfen haben.

Das Friendly Spaces Projekt, an dem Theresia teilgenommen hat, ist eine gemeinsame Initiative von Plan International und der schwedischen Agentur für internationale Zusammenarbeit (SIDA). In der dritten Projektphase, die zwischen Mai 2020 und April 2021 stattgefunden hat, konnte das Programm mehr als 9.000 Menschen erreichen, die aufgrund des innerstaatlichen Konflikts im Nordwesten und Südwesten des Landes vertrieben wurden. Davon konnten 359 Jugendliche und junge Erwachsenen berufsvorbereitende Seminare besuchen und bei ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt werden.

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news-2082 Wed, 22 Sep 2021 00:00:00 +0000 Abgeordnete und Prominente unterstützen Plan International Deutschlands Forderung nach mehr Gleichstellung in den Außenbeziehungen https://www.plan.de/news/detail/abgeordnete-und-prominente-unterstuetzen-plan-international-deutschlands-forderung-nach-mehr-gleichstellung-in-den-aussenbeziehungen.html Politiker:innen von CDU, SPD, FDP, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen fordern, dass die nächste Bundesregierung Mädchen und junge Frauen in den Mittelpunkt der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik nimmt. Rund 36 Abgeordnete des Deutschen Bundestags, Kandidierende sowie Prominente und Aktivist:innen haben sich anlässlich der Bundestagswahl am 26. September der Forderung von Plan International Deutschland angeschlossen, Gleichstellung ins Zentrum der Außen- und Entwicklungspolitik zu stellen. Darunter sind Vertreter:innen der CDU, SPD, FDP, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen. Laut des Mädchenberichts der Kinderrechtsorganisation nimmt die Bundesregierung die Gleichstellung von Mädchen und jungen Frauen zu wenig in den Fokus ihrer Außen- und Entwicklungspolitik. Dabei lässt sich Armut nur langfristig und nachhaltig bekämpfen, wenn Mädchen und Frauen in den Mittelpunkt der Außenbeziehungen gestellt werden. So halten Friedensabkommen länger und es gibt mehr Wohlstand für alle, wenn Frauen an den Entscheidungsprozessen beteiligt sind. 

„Es braucht eine mutige feministische Innen- und Außenpolitik“, sagt etwa Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags. „Eine Politik, die bei uns selbst anfängt und zugleich global gerechte Strukturen schafft - für ein Leben ohne Gewalt und in voller Würde für alle! Eine ambitionierte Politik zur Bekämpfung der Klimakrise, zur Wahrung der Menschenrechte aller auf unserem geteilten Planeten.“ Markus Lanz, ZDF-Moderator, sagt: „Wir brauchen Gleichstellung in der Außen- und Entwicklungspolitik - für mehr Frieden und Wohlstand weltweit. Dafür setze ich mich ein!“

Die Vize-Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Nadine Schön setzt sich „dafür ein, dass die Stimmen von Frauen und Mädchen weltweit gehört werden und dass das, was sie sagen, in politischen Entscheidungen Gewicht hat. Die Gleichstellung von Frauen und Mädchen muss zur Grundlage der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe werden.“ Dr. Bärbel Kofler (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, sagt, sie setze sich für die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an politischen Prozessen ein und sei aus „Überzeugung gerne Botschafterin“ für Geschlechtergleichstellung in der internationalen Politik. „Die Perspektive von Frauen immer mitdenken, feministische Ansätze in der Politik umsetzen, Frauen gleichgestellt einbinden – das wird in vielen politischen Bereichen auch heute leider immer noch nicht umgesetzt. In der Außen- und Entwicklungspolitik ist der Aufholbedarf weiterhin sehr groß.“

Für Kristina Lunz, Aktivistin und Mitgründerin des Center for Feminist Foreign Policy, ist klar: „Ohne Feminismus kein Frieden.“ Schauspielerin Wolke Hegenbarth sagt, dass die Perspektive von über der Hälfte der Weltbevölkerung stärker berücksichtigt werden müsse. „Diesen Fokus brauchen wir für Deutschland in der Außen- und Entwicklungspolitik, wie es Länder wie Kanada oder Schweden vormachen.“ Und der Journalist und Autor Ulrich Wickert sagt: „Was fehlt in der deutschen Entwicklungs- und Außenpolitik? Die Perspektive von über der Hälfte der Weltbevölkerung. Deshalb brauchen wir JETZT eine Außen- und Entwicklungspolitik für Deutschland, die eine besondere Beachtung auf die Lage der Frauen im globalen Süden und insbesondere in Kriegs- und Krisengebieten legt.“ Die komplette Liste aller Unterstützer:innen gibt es auf unserer Website.

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news-2076 Wed, 15 Sep 2021 10:21:00 +0000 WeltRisikoBericht 2021: Soziale Sicherung elementar für Katastrophenvorsorge https://www.plan.de/news/detail/weltrisikobericht-2021-soziale-sicherung-elementar-fuer-katastrophenvorsorge.html Mit dem Fokus Soziale Sicherung erscheint der neue WeltRisikoBericht, der heute von Bündnis Entwicklung Hilft und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum (IFHV) präsentiert wird. Corona-Pandemie, Waldbrände und Überflutungen haben zuletzt deutlich gemacht, wie elementar eine soziale Absicherung gegen existenzielle Risiken ist. Soziale Sicherungssysteme helfen die Folgen von extremen Naturereignissen abzumildern und Gesellschaften krisenfester zu machen. Neben formellen, oftmals staatlichen, Sicherungssystemen leisten informelle Sicherungssysteme einen wichtigen Beitrag. Peter Mucke, Projektleiter WeltRisikoBericht und Geschäftsführer von Bündnis Entwicklung Hilft betont: „Von der Kranken- und Unfallversicherung bis zur Nachbarschaftshilfe – die verfügbaren Mechanismen der sozialen Sicherung sind vielfältig. Wie wichtig Absicherungen sind, wird uns oft erst dann bewusst, wenn bei Krisen dramatische Folgen drohen. Bisher hat jedoch nur eine Minderheit der Weltbevölkerung Zugang zu sozialen Sicherungssystemen – das muss sich dringend ändern.“ Über den direkten Schutz vor Katastrophen hinaus wirken sich soziale Sicherungssysteme positiv auf andere gesellschaftliche Herausforderungen aus. „Soziale Sicherung und der Kampf gegen Hunger, Armut, soziale Ungleichheit und Klimawandel gehören zusammen. Die zukünftige deutsche Regierung muss soziale Sicherung verstärkt in den Blick nehmen und eine internationale Vorreiterrolle übernehmen, wenn sie in Zeiten von Pandemien und zunehmenden Wetterextremen ernst genommen werden will“, so Peter Mucke.

Wie Plan International agiert

Plan International arbeitet in der Regel mit integrierten Programmansätzen, die langfristig zu einem Wandel von Normen und Werten beitragen sollen, um unter anderem soziale Barrieren zu Sicherungssystemen abzubauen. Solche Programmansätze beinhalten neben der Grundsicherung Komponenten aus den Bereichen Kinderschutz, sexuelle und reproduktive Gesundheit, psychosoziale Beratung, Bildung und Berufsbildung und zielen auf eine Stärkung von Mädchen und Frauen ab, die es ihnen erlaubt sich eigenständig abzusichern. Opfern von Gewalt bietet Plan International spezielle Versorgungs- und Beratungsdienste an und stärkt entsprechende Organisationen, um die besonderen Bedarfe nach sozialer Sicherung der Betroffenen zu adressieren und geschützte Räume zu gewähren. Der soziale Zusammenhalt innerhalb einer funktionierenden Gemeinde ist der Grundpfeiler sozialer Sicherung für ihre Mitglieder – insbesondere in Krisen oder bei fehlenden staatlichen Systemen.

Der WeltRisikoIndex

Zentraler Bestandteil des WeltRisikoBerichts ist der WeltRisikoIndex, der seit 2018 vom IFHV berechnet wird. Der Index gibt für 181 Länder das Risiko an, dass ein extremes Naturereignis zu einer Katastrophe führt. Das höchste Katastrophenrisiko hat der tropische Inselstaat Vanuatu, gefolgt von den Salomonen und Tonga. „Die Folgen des Klimawandels sind für Inselstaaten enorm bedrohlich. Neben den zunehmenden Wetterextremen treibt der Anstieg des Meeresspiegels ihr Risiko nach oben“, sagt Dr. Katrin Radtke, wissenschaftliche Leiterin des Berichts. Unter den 15 Ländern mit dem höchsten Katastrophenrisiko sind insgesamt zehn Inselstaaten vertreten. Deutschland liegt mit einem sehr geringen Katastrophenrisiko auf Rang 161. In die Berechnung des WeltRisikoIndex werden die Gefährdung durch extreme Naturereignisse und die gesellschaftliche Verwundbarkeit einbezogen.

Als extreme Naturereignisse berücksichtigt der WeltRisikoIndex Erdbeben, Wirbelstürme, Dürren, Überschwemmungen und den Meeresspiegelanstieg. In der Analyse der Länder sind knapp 99 Prozent der Weltbevölkerung erfasst. In diesem Jahr enthält der Bericht ergänzend zum WeltRisikoIndex einen Index zur sozialen Sicherung für Hochrisikoländer. Dr. Katrin Radtke erläutert: „Besonders in Westafrika zeigen sich große Defizite bei der sozialen Sicherung und großer Handlungsbedarf. Menschen mit besonderem Schutzbedarf wie Kinder, alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen haben selten Zugang zu staatlicher Unterstützung. Dadurch sind sie auch besonders vulnerabel gegenüber extremen Naturereignissen.“
 

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news-2078 Wed, 15 Sep 2021 07:30:28 +0000 Neuberger Gebäudeautomation GmbH: Mitarbeitende spenden für Kinder in Ruanda https://www.plan.de/news/detail/neuberger-gebaeudeautomation-gmbh-mitarbeitende-spenden-fuer-kinder-in-ruanda-1.html Seit 2019 unterstützt die Firma Neuberger Gebäudeautomation GmbH aus Rothenburg o.d.T. mit ihren Mitarbeitenden wechselnde Projekte von Plan International. Fast 50 % der Belegschaft spendeten dabei monatlich 1 Euro ihres Gehalts für Kinder in Ruanda. Der Spendenbetrag wurde vom Unternehmen verdoppelt. Rund 20.000 Euro sind so für das Projekt „Gute Bildung für Kinder“ zusammengekommen.

In diesem Projekt verbessert Plan die Lernbedingungen in 20 Grund- und Sekundarschulen in Ruanda, indem wir Lehrkräfte fortbilden und neues Unterrichtsmaterial bereitstellen. Darüber hinaus unterstützen wir 25 Kindergärten mit rund 5.250 Kleinkindern durch frühkindliche Förderung als Vorbereitungen auf die Schule.

Die Spendenaktion bei Neuberger war ein voller Erfolg: Monatlich stieg die Zahl der Mitarbeitenden, die sich beteiligten und durch regelmäßige Beiträge im Unternehmens-Intranet zum Projektfortschritt informieren konnten.

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news-2068 Mon, 30 Aug 2021 06:44:00 +0000 Schutzprojekt für Geflüchtete aus Venezuela https://www.plan.de/news/detail/plan-international-setzt-sich-fuer-den-schutz-von-gefluechteten-kindern-aus-venezuela-ein.html Über das Projekt „Sichere Wege“ unterstützt die Kinderrechtsorganisation Plan International mehr als 58.000 Venezolaner:innen während ihrer Flucht und nach ihrer Ankunft in den Aufnahmeländern Kolumbien, Ecuador und Peru. Besonders im Fokus sind Kinder und heranwachsende Mädchen. news-2063 Mon, 23 Aug 2021 07:31:01 +0000 STAEDTLER: Erfolgreicher Malwettbewerb 2021 „Wir entdecken die Natur – an Land“ https://www.plan.de/news/detail/staedtler-erfolgreicher-malwettbewerb-2021-wir-entdecken-die-natur-an-land.html Ein voller „bunter“ Erfolg: Der internationale Malwettbewerb unseres Unternehmenspartners STAEDTLER, der jährlich anlässlich des Weltkindermaltages am 06. Mai stattfindet, geht zu Ende. In diesem Jahr machten von März bis Ende Juli so viele Kinder im Alter zwischen 3 und 12 Jahren mit, wie nie zuvor. Allein in Deutschland sind zahlreiche Kinder dem Aufruf gefolgt, haben die Natur gemäß dem diesjährigen Motto entdeckt und in farbenfrohen Kunstwerken festgehalten – einzeln oder in der Gruppe. Es wurden 30.958 tolle Bilder und kreativ gebastelte Werke eingereicht.

International fand der Wettbewerb in 19 Ländern in Europa, Lateinamerika und Asien in unterschiedlicher Form und Länge statt. Wir gratulieren allen Gewinner:innen!

STAEDTLER unterstützt mit einem Euro pro Bild ein Plan International-Projekt in Peru. So wird nun dank des Einsatzes der jungen Künstler:innen und des Engagements unseres Unternehmenspartners die großzügige Summe von 30.958 Euro zur Verfügung gestellt.

Unterstützt wurde der Wettbewerb auch durch den Einsatz der Plan-Aktionsgruppen (AGs): Trotz der schwierigen Umstände während der Pandemie informierten die Mitglieder aus rund 40 der bundesweit verteilten Plan-AGs die KITAs sowie Schulen und animierten die Kinder zum Mitmachen.

Vieler Orts berichtete auch die Presse über die lokalen Aktionen. Die Landesgartenschau Ingolstadt integrierte den Wettbewerb sogar in ihr Programm. Im Küstenmuseum Wilhelmshaven findet noch bis Oktober die Ausstellung "Wenn ich groß bin" mit Bildern vom Weltkindermaltag 2019 statt, organisiert durch Karl Heinz Schaub, Leiter der AG Wilhelmshaven/Friesland und langjähriger Unterstützer des Weltkindermaltags. Zudem beteiligte sich auch zum ersten Mal ein Unternehmen am Wettbewerb, die FGK Clinical Research GmbH, und rief die Kinder der Mitarbeitenden zur Teilnahme auf.

Unsere Geschäftsführerin Kathrin Hartkopf freut sich sehr, dass STAEDTLER bereits zum vierten Mal dazu aufgerufen hat, dass Kinder für andere Kinder in Not malen und damit Plan International Deutschland unterstützen. Die weltweiten Wettbewerbe anlässlich des Weltkindermaltags haben auch in diesem Jahr zahlreiche beeindruckende Bilder voller kreativer Ideen hervorgebracht: „Wir danken allen Kindern, die ihre wunderbaren Bilder eingereicht, sowie den Lehrerkräften und KITA-Mitarbeitenden, die diese Aktion mitgetragen haben. Ein besonderer Dank gilt auch den Mitgliedern von 40 Plan-Aktionsgruppen aus dem gesamten Bundesgebiet, die sich für den Wettbewerb engagierten, sowie unserem Partner STAEDTLER für das großartige Engagement. Durch die großzügige Unterstützung können wir in Peru die Ernährungssituation für benachteiligte Kinder langfristig verbessern. Zudem lernen die Kinder dort, wie sie die Natur besser schützen können. Wir freuen uns auf den Weltkindermaltag im kommenden Jahr und damit auf eine Fortführung unserer erfolgreichen Zusammenarbeit mit STAEDTLER“, betont Kathrin Hartkopf.

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news-2058 Mon, 23 Aug 2021 00:00:00 +0000 Erdbeben und Tropensturm in Haiti https://www.plan.de/news/detail/schweres-erdbeben-in-haiti.html Ein Erdbeben der Stärke 7,2 hat am 14. August den Südwesten Haitis getroffen. Plans Programmgebiete waren nicht direkt betroffen. Unmittelbar nach dem Beben zog jedoch auch noch Tropensturm „Grace“, der erste Sturm dieses Jahres, über die Karibikinsel hinweg und richtete weitere Schäden an. Im Plan-Programmgebiet South-East führten anhaltende Regenfälle infolge dieses Sturms zu Überschwemmungen. Dabei wurden Ernten zerstört und Vieh kam um. Auch Plan-Patenkinder und ihre Familien sind von diesen wirtschaftlichen Schäden betroffen. Plan führt derzeit Gespräche mit Partnerorganisationen, um Nothilfe in den betroffenen Gebieten zu leisten.

Das Epizentrum des Bebens lag im Departement Sud, 12 Kilometer nordöstlich der Stadt Saint Louis du Sud und etwa 125 km westlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Inzwischen gibt es über 2.000 Tote und mehrere Tausend Verletzte. Besonders betroffen von dem Erdbeben sind die Departements Nippes, Sud und Grande-Anse. Sie sind von der Hauptstadt Port-au-Prince nur schwer zu erreichen, weil sich entlang der Fernstraße in Richtung Süden Banden bekriegen.

Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der Karibikstaat leidet unter den Folgen der Covid-19-Pandemie und einer Nahrungsmittelkrise. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist von Nahrungsmittelmangel betroffen. Hinzu kommt eine angespannte Sicherheitslage nach der Ermordung des Präsidenten Jovenel Moise Anfang Juli sowie hohe Kriminalitätsraten.

Wir von Plan sind seit 1973 in Haiti tätig und erreichen mit unserer Arbeit knapp 27.000 Patenkinder. Plan International führt u.a. Gesundheits- und Bildungsprojekte im Land durch. Zudem unterstützen wir die Gemeinden darin, Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen und Schutzmechanismen zu entwickeln, um bestmöglich auf Katastrophen vorbereitet zu sein.

Mehr zu Patenschaften in Haiti gibt es hier.
Außerdem zum Thema: Dr. Unni Krishnan, globaler Leiter der Humanitären Hilfe bei Plan International, beschreibt, mit welchen Herausforderungen Haiti zu kämpfen hat.

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news-2062 Mon, 23 Aug 2021 00:00:00 +0000 Chancengerechtigkeit für alle https://www.plan.de/news/detail/chancengerechtigkeit-fuer-alle.html Anlässlich der anstehenden Bundestagswahlen startet heute eine Veranstaltungswoche rund um die Themen Migration, Flucht und Asyl – initiiert von der Arbeitsgemeinschaft Kirchliche Flüchtlingsarbeit in Kooperation mit dem Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen. Plan International ist mit zwei Vorträgen dabei – der Fokus liegt auf der Integration von Kindern und Jugendlichen, vor allem von Mädchen und jungen Frauen. Was sind die Vorrausetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe von geflüchteten und zugewanderten Menschen in Deutschland? Wie können vor allem Mädchen und junge Frauen stärker am gesellschaftlichen und kulturellen Leben beteiligt werden? Mit diesen Fragen setzt sich Plan International Deutschland auseinander, seitdem es 2016 seine Programmarbeit ausgeweitet hat und Projektaktivitäten auch in Unterkünften für Geflüchtete in Deutschland umsetzt.  

Anlässlich der Bundestagswahlen im September veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Kirchliche Flüchtlingsarbeit (hamburgasyl) gemeinsam mit dem Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen (BHFI) unter dem Titel „zu-recht-kommen“ ab dem 23. August  eine Veranstaltungswoche, an der Plan International mit zwei Vorträgen beteiligt ist.


Erkenntnisse aus fünf Jahren Kinderschutzprogramm  


Sonja Fiedler, Referentin des Kinderschutzprogramms von Plan International Deutschland: „In unserer Arbeit legen wir unseren Fokus auf die Etablierung der „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“. Die Erkenntnisse aus fünf Jahren Kinderschutzprogramm in Deutschland haben gezeigt, dass dies der Grundstein für die gleichberechtigte Teilhabe von geflüchteten und zugewanderten Menschen in Deutschland ist.“

Die Beiträge von Plan International basieren auf dem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Plan-Projekt „Brücken bauen – Vernetzung der hamburgweiten Integrationsakteure auf allen Ebenen“ sowie auf dem vom Bezirksamt Altona geförderten Projekt „Kinderfreundliche Unterkunft: Für ein gesundes Aufwachsen von geflüchteten Kindern im Bezirk Altona“:
 

27.08.2021: 15.00 -16.00 Uhr

Kinder schützen: Der Projektansatz „Kinderfreundliche Unterkunft“

Vorstellung von Plans Projektansatz „Kinderfreundliche Unterkunft“ am Beispiel des im Bezirk Hamburg-Altona durchgeführten Projektes. Dabei steht der Auf- und Ausbau von Kinderschutzstrukturen in öffentlichen Einrichtungen im Fokus. Ziel ist es, qualifizierende Maßnahmen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern umzusetzen.

Zum Einwahllink geht es hier.
Meeting-ID: 867 5573 0643
Kenncode: 974641

 

07.09.2021: 10.00 bis -11.00

Wir ziehen Bilanz – Kinderrechte und Integration – Aktuelle Erkenntnisse aus dem Kinderschutzprogramm in Deutschland

Plan International Deutschland stellt seine wesentlichen Erkenntnisse aus fünf Jahren Kinderschutzprogramm in Deutschland sowie seine daraus resultierenden Handlungs-empfehlungen rund um die Themen Kinder- und Gewaltschutz, Flucht, Migration und Integration vor.

Zum Einwahllink geht es hier.
Meeting-ID: 835 2883 3552
Kenncode: 853874

 

Weitere Informationen für beide Veranstaltungen gibt es hier.
Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!

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news-2061 Thu, 19 Aug 2021 11:19:00 +0000 Welttag der Humanitären Hilfe: 235 Millionen Menschen sind auf lebensrettende Maßnahmen angewiesen https://www.plan.de/news/detail/welttag-der-humanitaeren-hilfe-235-millionen-menschen-sind-auf-lebensrettende-massnahmen-angewiesen.html Die Zahl der Menschen in Not hat weltweit erschreckende Ausmaße angenommen. Mehr als 235 Millionen Menschen sind laut des jüngsten Berichts des Nothilfebüros der Vereinten Nationen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Vor einem Jahr waren es noch knapp 168 Millionen – eine Zunahme von rund 40 Prozent. Allein Plan International Deutschland ist in diesem Zusammenhang in 30 Ländern mit entsprechenden Projekten aktiv. Dass eine so große Zahl von Menschen auf Hilfe von außen angewiesen ist, wie jetzt ganz aktuell nach dem schweren Erdbeben auf Haiti, hat vor allem einen Grund: die Corona-Pandemie. Die Menschen leiden unter den sekundären Auswirkungen der Lockdowns: steigende Lebensmittelpreise, sinkende Einkommen und Schulschließungen. Die Länder mit den niedrigsten Einkommen sind am härtesten betroffen – dort wiederum Mädchen und junge Frauen.

Laut UN wird die extreme Armut seit den 90er-Jahren wieder zunehmen. Die Lebenserwartung werde sinken. Die jährliche Zahl der Todesfälle durch HIV, Tuberkulose und Malaria werde sich verdoppeln. Die Vereinten Nationen befürchten, dass sich auch die Zahl der Menschen, die von Hunger bedroht sind, fast verdoppeln wird. Viele Mädchen, die die Schule verlassen haben, werden wohl nie wieder zurückkehren.

Der finanzielle Bedarf für lebensrettende Maßnahmen hat ebenfalls stark zugenommen. In diesem Jahr werden nach UN-Angaben etwa 35 Milliarden Dollar benötigt, gut sechs Milliarden mehr als noch im Jahr zuvor (plus 20 Prozent). Dennoch sind erst etwa ein Drittel dieser Summe finanziert. Dass der benötigte Betrag tatsächlich gedeckt wird, ist derweil nicht zu erwarten. In den vergangen zehn Jahren lag der Deckungsbetrag nie höher als 65 Prozent. Insofern ist der Welttag der Humanitären Hilfe auch als ein Appell an die Staatengemeinschaft zu sehen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

Der Welttag der Humanitären Hilfe geht auf den 19. August 2003 zurück. Damals starben bei einem Bombenanschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad 22 humanitäre Helferinnen und Helfer der Vereinten Nationen. Seit 2009 begeht die UN diesen Tag als Welttag der Humanitären Hilfe, um an die Opfer zu erinnern und um jene zu ehren, die im Einsatz für Menschen in Not ihr Leben verloren haben. Allein in diesem Jahr sind bereits 78 Helferinnen und Helfer weltweit ums Leben gekommen, wie Aid Worker Security Database, ein von der amerikanischen Behörde für Entwicklungszusammenarbeit finanziertes Forschungsprojekt berichtet.

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news-2051 Thu, 19 Aug 2021 11:01:00 +0000 Humanitäre Hilfe: Wie Plan Notleidende weltweit unterstützt! https://www.plan.de/news/detail/humanitaeren-hilfe-wie-plan-notleidende-weltweit-unterstuetzt.html Kommt es in unseren Programmländern zu einer Katastrophe, wie etwa einem schweren Erdbeben, versuchen wir schnellstmöglich mit Soforthilfemaßnahmen vor Ort zu reagieren. Zum heutigen Welttag der humanitären Hilfe haben wir unseren Nothilfe-Experten und Plan-Kollegen Björn gefragt, was man unter Nothilfe genau versteht, wie die Koordinierung abläuft und wie jede:r einzelne selbst in einer Notlage aktiv werden kann. news-2060 Tue, 17 Aug 2021 11:04:52 +0000 „Katastrophen hinterlassen bleibende Fußabdrücke“ https://www.plan.de/news/detail/katastrophen-hinterlassen-bleibende-fussabdruecke.html Ein starkes Erdbeben hat den Südwesten Haitis am 14. August getroffen. Dr. Unni Krishnan, globaler Leiter der Humanitären Hilfe bei Plan International, kennt das karibische Land sehr gut und beschreibt, mit welchen Herausforderungen Haiti zu kämpfen hat. news-2053 Wed, 04 Aug 2021 11:24:00 +0000 Ein Jahr nach Explosion in Beirut: Wirtschaftskrise im Libanon verschärft Periodenarmut https://www.plan.de/news/detail/ein-jahr-nach-explosion-in-beirut-wirtschaftskrise-im-libanon-verschaerft-periodenarmut.html Vor einem Jahr richtete eine verheerende Explosion im Beiruter Hafen massive Zerstörungen in der libanesischen Hauptstadt an. 200 Menschen starben, 6.500 wurden verletzt, 120 Schulen wurden zerstört. Das Unglück verschärfte die Lage in dem ohnehin schon unter einer schweren Wirtschaftskrise leidenden Land. Die Preise unter anderem für Nahrungsmittel und Waren des täglichen Lebens sind seitdem rasant gestiegen. So sind etwa Periodenprodukte heute fünf Mal so teuer wie im vergangenen Jahr. Drei Viertel der im Libanon lebenden Frauen und Mädchen haben laut einer aktuellen Befragung Schwierigkeiten, an Menstruationsprodukte zu gelangen oder sie bezahlen zu können. news-2052 Fri, 30 Jul 2021 09:42:15 +0000 Monsun in Bangladesch: 32 Hilfsorganisationen fordern Unterstützung für Rohingya-Flüchtlinge https://www.plan.de/news/detail/monsun-in-bangladesch-32-hilfsorganisationen-fordern-unterstuetzung-fuer-rohingya-fluechtlinge.html Die Bedingungen in den Rohingya-Geflüchtetencamps und den umliegenden Gebieten im Distrikt Cox's Bazar verschlechtern sich infolge der tagelangen heftigen Monsunregenfälle im Süden Bangladeschs, die voraussichtlich auch in den nächsten 24 Stunden anhalten werden. 32 internationale Hilfsorganisationen fordern besseren Zugang zu den betroffenen Gebieten und schnelle Unterstützung für die Betroffenen. In den Rohingya-Geflüchtetencamps wurden Tausende von Unterkünften beschädigt und überflutet, niedrig gelegene Gebiete überschwemmt und es wurden Erdrutsche gemeldet. Bis gestern wurden den humanitären Partnern etwa 13 000 Betroffene gemeldet, darunter 17 Menschen, die auf tragische Weise ums Leben kamen, sowohl in den Geflüchteten- als auch in den Aufnahmegemeinden. Aufgrund der mangelnden Mobilität sind Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen am stärksten gefährdet, verletzt oder getötet zu werden. Für sie ist es besonders schwierig, sich in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu bekommen.

„Ich habe solche Angst, dass nachts ein Erdrutsch kommt und meine Söhne nicht wissen, was sie tun sollen oder wie sie sich in Sicherheit bringen können. Unser Fußboden ist durch den Regen beschädigt, und ich kann meine beiden behinderten Söhne nicht zu Hause lassen, um Material zum Reparieren des Fußbodens zu besorgen, so dass jetzt ständig Wasser in unsere Unterkunft eindringt. Ich kann weder kochen noch essen, weil es zu viel Wasser ist. Ich habe Angst, dass unsere Unterkunft zusammenbricht“, berichtet eine Rohingya-Mutter.

Mit dem anhaltenden Regen steigt das Risiko unhygienischer Bedingungen und der Ausbreitung von Krankheiten. Dies könnte katastrophale Folgen haben, denn in den Camps wurden bereits Hunderte Fälle von akuten Magen- und Darmerkrankungen festgestellt. Aufgrund der von der Regierung erlassenen COVID-19-Präventions- und Kontrollmaßnahmen ist der Zugang für humanitäre Organisationen eingeschränkt. Dies erschwert es ihnen, auf die Bedürfnisse der Geflüchteten und der Aufnahmegemeinden zu reagieren, geschweige denn Präventivmaßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen von Katastrophen wie dieser abzumildern, bevor sie eintreten.

Die humanitären Organisationen begrüßen die rasche Aufhebung der Zugangsbeschränkungen durch die Regierung von Bangladesch, um weitere Todesopfer durch Erdrutsche und durch Wasser übertragene Krankheiten zu verhindern. Gemeinsam arbeiten sie daran, den dringenden humanitären Bedarf der Geflüchteten und der Aufnahmegesellschaft zu decken. Jeden Tag benötigen jedoch Hunderte weitere Menschen dringend Unterstützung. Um den Bedarf zu decken und eine künftige Katastrophe zu verhindern, fordern die 32 humanitären Organisationen:

  • Die Ersthelfer brauchen dringend uneingeschränkten Zugang, um die betroffenen Gemeinden sowohl der Rohingya als auch der Aufnahmegesellschaft mit Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, sicheren Unterkünften, medizinischer Versorgung und Schutzdiensten, einschließlich psychosozialer Unterstützung und Bargeldhilfe, zu versorgen. Insbesondere ist Zugang erforderlich, um zu ermitteln welchen Schutz und humanitäre Unterstützung gefährdete Gruppen wie Frauen, Mädchen, Jungen, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen benötigen und um auf diesen Bedarf zu reagieren.
  • Nach dem Rückzug des Wassers ist fortgesetzter Zugang nötig, um humanitäre Maßnahmen, insbesondere für Notfallvorsorge und -reaktion, Standortmanagement und Standortentwicklung, Schutz und Fallmanagement durchführen zu können. Diese Aktivitäten sollten stets als lebensrettende Dienste betrachtet werden und in den Regierungsrichtlinien aufgeführt sein.
  • Einen umfassenden und integrativen Evakuierungsplan, der gemeinsam von der Regierung von Bangladesch, den UN-Organisationen, den nationalen und internationalen Hilfsorganisationen, den Geflüchteten und den Aufnahmegemeinden entwickelt wird. Alle Pläne sollten den Zugang zu Notunterkünften gewährleisten, sicherstellen, dass Familien nicht getrennt werden und die Bedürfnisse von Kindern, Frauen, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen systematisch berücksichtigt werden.
  • Es müssen haltbarere Baumaterialien verwendet werden, um den Auswirkungen von Zyklonen und Monsunwetter besser standhalten zu können. Außerdem sollten bestehende Gemeinschaftseinrichtungen wie kinderfreundliche Räume oder Moscheen gestärkt werden, da sie von den Gemeinschaften und gefährdeten Gruppen wie unbegleiteten Minderjährigen oft als sichere Orte wahrgenommen werden.
  • Administrative Hindernisse sollten beseitigt und die Genehmigungen für humanitäre Projekte und langfristige Entwicklungsprojekte beschleunigt werden, um eine reibungslose und rechtzeitige Durchführung von humanitärer Hilfe zu ermöglichen.
  • Eine substanzielle und dauerhafte Finanzierung des Gemeinsamen Reaktionsplans 2021 und der Rohingya-Krise muss eine internationale Priorität sein. Der langanhaltende Charakter der Krise sowie die Auswirkungen des Klimawandels und von COVID-19 haben die Bedürfnisse der Geflüchteten in Cox's Bazar dringender gemacht als je zuvor.

Mehr zur Lage der Rohingya

Unterzeichnet von: Save the Children, International Rescue Committee, Norwegian Refugee Council, Concern World Wide, Muslim AidUK, Malteser International, Norwegian Church Aid, Danish Refugee Council, Solidarités, Food for the Hungry, Christian Blind Mission, Handicap International, Relief International, Oxfam, Action Aid Bangladesh, United in Purpose, , World Vision International, , Action Against Hunger, educo, Christian Aid, Plan International, , ADRA, CARE, Terre Des Homes (TdH), MdMJ, Asian Dignity Initiative (ADI), MedAir, United Purpose,World Concern, HELVETAS, DanChurch Aid (DCA)

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news-2049 Fri, 09 Jul 2021 13:47:27 +0000 Weltbevölkerungstag 2021: Recht auf Selbstbestimmung und Familienplanung https://www.plan.de/news/detail/weltbevoelkerungstag-2021-recht-auf-selbstbestimmung-und-familienplanung.html Die Weltbevölkerung nimmt weiter zu: Rund 7.880.000.000 Menschen leben derzeit auf der Erde - und pro Sekunde kommen knapp drei dazu. Zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli macht Plan International darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dass überall auf der Welt Mädchen und junge Frauen über ihren Körper selbst bestimmen können und Zugang zu Verhütungsmitteln erhalten. In vielen Ländern des Globalen Südens können Frauen nicht selbst entscheiden, wann und wie viele Kinder sie bekommen. Zwischen 2015 und 2019 wurden im Schnitt 64 von 1.000 Frauen ungewollt schwanger. Jährlich sind das 121 Millionen Schwangerschaften weltweit. Zwölf Millionen Frauen haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen aufgrund der Corona-Pandemie derzeit Schwierigkeiten, an Verhütungsmittel zu kommen. Das habe laut Bericht des UN-Bevölkerungsfonds UNFPA zu etwa 1,4 Millionen ungewollten Schwangerschaften geführt. In 115 Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen hat demnach die Pandemie den Zugang zu Verhütungsmitteln und damit die Familienplanung erschwert.

Ein zusätzlicher Grund, weshalb die Bevölkerung insbesondere in den ärmeren Ländern der Welt wächst. Aktuell leben rund 7.880.000.000 Menschen auf der Erde. Jede Sekunde kommen knapp drei dazu. Pro Jahr wächst die Weltbevölkerung um rund 82,4 Millionen Menschen - das entspricht fast der Gesamteinwohnerzahl von Deutschland! Laut einer UN-Prognose zur Entwicklung der Weltbevölkerung wird sich die Zahl aller Menschen bis 2050 auf 9,74 Milliarden erhöhen.

Verhütung nur eingeschränkt möglich

Nur 55 Prozent der Frauen in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen können selbst entscheiden, ob sie Sex haben, verhüten oder Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen möchten. Würde auch der Bedarf von Mädchen und Frauen aus den ärmeren Ländern an Verhütungsmitteln berücksichtigt, könnten jährlich 64 Millionen ungeplante Schwangerschaften abgewendet werden. Dennoch gibt es über 30 Länder auf der Welt, die mindestens ein Gesetz haben, das den Zugang zu Verhütungsmitteln einschränkt. Diese Gesetze verbieten unverheirateten Frauen den Kauf von Verhütungsmitteln oder fordern dafür die Zustimmung ihrer Eltern. Doch auch weitere Barrieren halten Mädchen und Frauen davon ab, ihre sexuellen und reproduktiven Rechte wahrzunehmen. So fehlt es an finanziellen Mitteln, an Beratungsstellen für Jugendliche sowie an Informationen zur Aufklärung. Dazu kommt das soziale Stigma.

Recht, über den eigenen Körper zu entscheiden

Plan International setzt sich dafür ein, dass Mädchen weltweit über ihre Körper selbst bestimmen können. Um eine wirkliche Gleichberechtigung für Mädchen und Frauen zu erreichen, müssen sie ihre sexuellen und reproduktiven Rechte wahrnehmen können, unabhängig von der Pandemie. Dazu gehört auch das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen sowie die Kontrolle über die eigene sexuelle und reproduktive Gesundheit.

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news-2048 Thu, 08 Jul 2021 09:45:00 +0000 LEAD – mehr als ein programmatischer Ansatz bei Plan! https://www.plan.de/news/detail/lead-mehr-als-ein-programmatischer-ansatz-bei-plan.html In unserer Programmarbeit spielt das Thema LEAD eine große Rolle. Aber worum handelt es sich dabei eigentlich und welche Absichten verfolgen wir mit diesem programmatischen Ansatz bei Plan? Das haben wir unsere Plan-Kollegin und LEAD Netzwerkkoordinatorin Lena Blos im Interview gefragt. news-2047 Wed, 07 Jul 2021 09:22:02 +0000 Corona-Pandemie: Plan International fordert gerechte Verteilung von Impfstoffen https://www.plan.de/news/detail/corona-pandemie-plan-international-fordert-gerechte-verteilung-von-impfstoffen-1.html Plan-Geschäftsführerin Kathrin Hartkopf: „Es reicht nicht, die Pandemie nur in einkommensstarken Ländern zu bekämpfen und im Rest der Welt nicht. Alle Menschen haben das gleiche Recht, sich vor dieser Krankheit zu schützen.“ Angesichts der großen Unterschiede beim Zugang zu Corona-Impfstoffen, fordert Plan International Deutschland eine weltweit gerechte Verteilung der Vakzine. „Alle Menschen haben das gleiche Recht, sich vor dieser Krankheit zu schützen“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung der Kinderrechtsorganisation. „Es reicht nicht, die Pandemie nur in einkommensstarken Ländern zu bekämpfen und im Rest der Welt nicht. So wird das Virus zu einem Dauer-Boomerang.“ Zudem seien es gerade Mädchen und junge Frauen, die am meisten unter den Auswirkungen der Krise zu leiden hätten, so Kathrin Hartkopf weiter.

In den wohlhabenden Nationen laufen die Impfkampagnen derzeit im großen Stil, während Länder mit geringerem Einkommen von neuen, verheerenden Infektionswellen heimgesucht werden. Indien, Indonesien und Nepal verzeichnen Rekordzahlen bei den Neuinfektionen und den Todeszahlen. Afrika leidet unter der dritten Welle. Dabei verstärkt die Pandemie massiv Hungerkrisen. In den kommenden Monaten werden schätzungsweise 142 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. So stehen Burkina Faso, der Nordosten Nigerias, Südsudan und Jemen am Rande einer Hungersnot.

Mehr zur Lage in unseren Projektländern

Ein Blick auf die Impfstoff-Verteilung zeigt das Dilemma auf: Im April meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass mehr als 87 Prozent der Impfstoffdosen an Länder mit hohem oder mittlerem Einkommen gegangen sind. Länder mit niedrigem Einkommen haben demnach nur 0,2 Prozent erhalten. Die Folgen sind nicht nur in den betroffenen Ländern spürbar, sondern weltweit: Wenn sich das Virus in ungeimpften Bevölkerungsgruppen ausbreitet, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass neue Varianten neue Krisen auf der ganzen Welt auslösen. Niemand ist sicher, bis alle sicher sind. Kathrin Hartkopf: „Es handelt sich um eine globale Krise, die global bekämpft werden muss. Aus diesem Grund unterstützen wir die Forderung der WHO und der USA, die Patente auf Corona-Impfstoffe aufzuheben, als einen großen Schritt zur Sicherstellung eines gerechten Zugangs.“

Die Lockdowns führen neben einer weltweiten Rezession, steigenden Lebensmittelpreisen und sinkenden Einkommen auch zu einer globalen Bildungskrise. Die Unesco hat festgestellt, dass 168 Millionen Kinder wegen der pandemiebedingten Schließungen bereits ein Jahr lang keine Schule besucht haben. Mit jedem Tag, der vergeht, fallen diese Kinder weiter zurück, und die Schwächsten zahlen den höchsten Preis. Die UN-Bildungsorganisation schätzt, dass durch die Schulschließungen weltweit elf Millionen Mädchen zusätzlich nicht mehr an die Schulen zurückkehren könnten, mit verheerenden Auswirkungen auf ihre Zukunft. Das Risiko von Gewalt, Kinderheirat, weiblicher Genitalverstümmelung und früher und ungeplanter Schwangerschaft hat sich für Mädchen und junge Frauen erhöht.

Plan International unternimmt weltweit zahlreiche Maßnahmen, um den Auswirkungen der Pandemie entgegenzutreten. So hat die Kinderrechtsorganisation in Indien vier Sauerstofferzeugungsanlagen errichtet sowie 230 Geräte zur Sauerstoffanreicherung beschafft. Nahezu 260.000 Menschen wurden dort mit Corona-Aufklärungskampagnen erreicht. Plan nutzt sein bestehendes Netzwerk in den Programmländern Mittelamerikas, Afrikas und Asiens zur Information der Bevölkerung, um so zur Akzeptanz der Impfstoffe beizutragen. Plan-Mitarbeitende tragen dazu bei, die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, indem sie Wasser, sanitäre Anlagen oder Hygieneartikel beschaffen und verteilen. Zudem setzen sie sich bei der Verteilung der Impfstoffe für einen gleichberechtigten Zugang zu den Gesundheitszentren ein und dafür, dass im öffentlichen Gesundheitswesen tätige Personen und andere gefährdete Gruppen vorrangig Zugang zu Impfstoffen erhalten.

Jetzt für die Corona-Nothilfe spenden!

 

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