Die zehnjährige Rimu zeigt stolz ihre Geburtsurkunde.
Die zehnjährige Rimu zeigt stolz ihre Geburtsurkunde.

Geburtenregistrierung - Jedes Kind zählt

Weltweit erhalten nur etwa 4-7 von 10 Neugeborenen keine Geburtsurkunde. Das bedeutet, dass 290 Millionen Mädchen und Jungen keine Geburtsurkunde haben. Am meisten betroffen sind Kinder aus ethnischen und religiösen Minderheiten sowie aus benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen. Eine Geburtsurkunde bestätigt offiziell die Existenz eines Kindes und ist ein wichtiges Dokument zur Umsetzung und zum Schutz seiner Rechte.

Geburtsurkunde für ein Leben mit Rechten

Jedes Kind hat nach dem Artikel 7 der UN-Kinderrechtskonvention das Recht, sofort nach seiner Geburt in ein Register eingetragen zu werden. Denn nur wer eine Geburtsurkunde besitzt, kann zum Beispiel einen Ausweis beantragen, ein Bankkonto eröffnen, ein Examen absolvieren, wählen, heiraten oder erben. Bevölkerungsdaten sind zudem wichtig für Regierungen und Organisationen, um Analysen und Projektionen zu erstellen und dadurch die öffentliche Infrastruktur und die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger besser planen zu können.

Kinder, vor allem Mädchen, die ihre Identität und ihr Alter nicht nachweisen können, sind besonderen Gefahren ausgesetzt, wie etwa Frühverheiratung, Entführung und Menschenhandel. Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, kann eine Geburtsurkunde davor bewahren, vor Gericht wie Erwachsene bestraft zu werden. Eine Geburtsregistrierung schützt Minderjährige auch in bewaffneten Konflikten: Regierungen können bestraft werden, wenn sie Kinder für Armeen rekrutieren, die nachweislich unter 18 Jahre alt sind.

Artikel 7 der UN-Kinderrechtskonvention:

„Das Kind ist unverzüglich nach seiner Geburt in ein Register einzutragen und hat das Recht auf einen Namen von Geburt an, das Recht, eine Staatsangehörigkeit zu erwerben ...“



Ja, ich möchte Kindern ihre Rechte ermöglichen!



Warum haben so viele Kinder keine Urkunde?

Mehr als 100 Entwicklungsländer haben noch keine funktionierenden Registrierungssysteme. Dort wo die staatlichen Voraussetzungen gegeben sind, wird Eltern oft aus anderen Gründen die Registrierung ihrer Kinder erschwert. Zum Beispiel liegt der Wohnort häufig sehr weit von der Meldestelle entfernt. Die Reisekosten und der Zeitaufwand sind für viele Familien schwer aufzubringen.

Manchmal fehlen den Eltern schlicht die nötigen Papiere - sie können selbst weder Geburtsurkunde noch Ausweis vorweisen. Oft sind die Meldestellen technisch schlecht ausgestattet und haben unregelmäßige Öffnungszeiten. Auch spielen ethnische Zugehörigkeit, Religion und Sprachbarrieren eine große Rolle, ob ein Kind eine Urkunde erhält oder nicht.

Warum Menschen nicht registriert sind:

  • Familien und Gemeinden haben keine Kenntnis über ihre Rechte
  • beschwerliche administrative Verfahren (Eltern müssen beispielsweise Dokumente vorweisen, die sie nicht haben)
  • benachteiligte Familien können sich die Gebühren für das Ausstellen einer Geburtsurkunde nicht leisten
  • die Meldestellen sind für viele Familien, die in ländlichen Gebieten leben, schwer erreichbar
  • fehlende moderne und mobile Technik der Datenerfassung, oft ist das Personal schlecht ausgebildet
  • Menschen ethnischer Minderheiten befürchten, durch die Registrierung noch stärker benachteiligt zu werden


Ja, ich möchte Kindern helfen.



Wie hilft Plan International?

Eine Geburtsurkunde ist Voraussetzung, um geimpft oder in ein Krankenhaus eingewiesen, eingeschult oder zu Abschlussprüfungen zugelassen zu werden. Ohne einen Identitätsnachweis können Menschen weder heiraten oder erben, noch ein Konto eröffnen, wählen oder gewählt werden.

Seit 1990 führen wir von Plan International in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, Gemeinden und Regierungen Programme zur Registrierung von Kindern und ihren Familien durch.

Im Jahr 2005 startete wir unsere erste globale Kampagne zur Geburtenregistrierung. Seitdem wurden mehr als 40 Millionen Kinder und Erwachsene in 36 Ländern registriert und die Registrierungssysteme verbessert. Geburtenregistrierung wird jetzt weiter unter „Count Every Child“ in unsere Lobby- und Programmarbeit eingebettet. Dazu gehört auch, das Thema auf UN-Ebene beim Menschenrechtsrat in Erinnerung zu bringen. Das bisher wenig beachtete Thema wird nun zunehmend von den Regierungen wahrgenommen. Diese haben sich mit der Unterzeichnung und Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet, jedes Kind in ein Geburtenregister einzutragen.

Wofür setzt sich unser Kinderhilfswerk ein?

Wir von Plan International setzen uns dafür ein, dass in den Auf- und Ausbau von effektiven, umfassenden und rechteorientierten Systemen zur zivilen Registrierung und Bevölkerungsstatistik investiert wird. Wir fordern nationale Regierungen auf, die Registrierung kostenfrei und verbunden mit einfachen Prozessen anzubieten, so dass alle Mädchen und Jungen nach ihrer Geburt, so bald wie möglich, registriert werden können.

Die Ziele von Plan International sind:

  • dass jedes Kind in ein Geburtenregister eingetragen wird und eine Geburtsurkunde besitzt,
  • weltweit auf die Bedeutung der Geburtenregistrierung hinzuweisen,
  • die Nachteile aufzuzeigen, die es hat, wenn Kinder nicht registriert sind,
  • neue Methoden und Wege zu finden, um die Geburtenregistrierung voranzubringen.


Ja, ich möchte Kindern Chancen geben!



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