Limi arbeitet jeden Morgen in den Minen um sich ihre Schulbildung zu finanzieren. Viele Mädchen in Tansania müssen hart arbeiten, um sich weiterbilden zu können. © Plan / Erik Tallaug
28.07.2015

Tansania: Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Schon seit 1991 arbeitet Plan International daran, die Rechte von Kindern in Tansania zu stärken. Die Arbeit trägt Früchte: Im März 2015 wurde die Because I am a Girl Kampagne vom Präsidenten der Vereinigten Republik Tansania mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.63 Prozent der Kinder, die von Plan International in Tansania unterstützt werden, sind Mädchen. Das hat auch triftige Gründe, denn ein Großteil der weiblichen Bevölkerung leidet tagtäglich unter Diskriminierung und Gewalt. Zwei von fünf Mädchen werden vor ihrem 18. Lebensjahr zwangsverheiratet. Damit verbunden steigt auch die Zahl der Teenagerschwangerschaften. Obendrein müssen die meisten Mädchen auch bei der Jobsuche noch kräftig zurückstecken. Für sie gestaltet es sich besonders schwer, einen gut bezahlten Job zu finden, denn die Chancen sind rar.

Die Erfolge der Because I am a Girl Kampagne

Mit dem Fokus auf Geschlechtergerechtigkeit und der Stärkung der Rechte von Mädchen in Tansania, kann die Because I am a Girl Kampagne von Plan unter anderem folgende Ergebnisse vorweisen:

  • Der Zugang zur Bildung durchbricht den Kreislauf der Armut: Rund 2.585 junge Frauen werden kontinuierlich gebildet und ausgebildet. Weitere 6.000 nehmen berufsbezogene Fortbildungsmaßnahmen wahr. Zusätzlich wird auch die Situation innerhalb des Schulsystems verbessert. In der Minenregion Geita können über 6.120 Mädchen wieder die Schule besuchen. Auch die hygienischen und medizinischen Versorgungen in den „Problemstädten“ Geita, Mwanza, Ilala, Kisarawe, Dodoma, Ifakara werden ausgebaut. 300.000 jungen Mädchen wird somit der Zugang zum Gesundheitssystem erleichtert.
  • Der Schutz der Kinderrechte fördert Gleichberechtigung und unterstützt die Beteiligung: Rund 72.645 Mädchen aus Kisarawe, Kibaha und Geita werden durch reformierte Kinderrechtssysteme gestärkt. Zusätzlich wird die Bevölkerung regelmäßig informiert: zwei Millionen Kinder und Familien werden durch TV- und Radiosendungen über die Because I am a Girl Kampagne auf den neuesten Stand gebracht.

Wo Hilfe gebraucht wird

Die Arbeit von Plan ist allerdings noch lange nicht vorbei, denn anstatt die Schulbank zu drücken, müssen noch viel zu viele Kinder täglich in gefährlichen Goldminen und drumherum arbeiten. Der Knochenjob in den Armutsregionen von Tansania sorgt nicht nur dafür, dass den Kindern die Chance auf Bildung genommen wird, auch die Arbeits- und Lebensbedingungen sind fürchterlich.
Limi ist 11 Jahre alt und lebt mit ihrem kleinen Bruder Oscar (2) und ihrer Mutter in einem Plastikzelt in Geita. Während ihr kleiner Bruder oft stundenlang allein auf seine Mutter und Schwester warten muss, arbeitet vor allem seine Mutter oft bis tief in die Nacht, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Limi geht zwar noch zur Schule, unterstützt ihre Mutter aber jeden Morgen zwei Stunden vor Schulbeginn und das gesamte Wochenende in den Minen, um sich die Schulbildung zu finanzieren. Mit fatalen Konsequenzen, denn durch die schwere Arbeit leidet sie bereits unter gesundheitlichen Problemen. Angesichts solcher Schicksale wird die Arbeit in Tansania von Because I am a Girl mit großen Engagement fortgesetzt: damit die Mädchen die Chance auf eine bessere Zukunft haben. Limi hat jedenfalls große Pläne, sie möchte später einmal als Ärztin arbeiten. „Ich möchte kranke Leute wieder gesund machen“, erklärt sie.

Möchtet ihr mehr über Tansania erfahren? Weitere Informationen findet ihr auf der Plan Deutschland Website.


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