Um ihre Gemeinde vor den Folgen von Frühverheiratung zu warnen, haben sich Kiran und ihre Freundinnen zusammengeschlossen und klären Eltern und Mädchen regelmäßig über die Kinderrechtsverletztung auf. © Plan International
Um ihre Gemeinde vor den Folgen von Frühverheiratung zu warnen, haben sich Kiran und ihre Freundinnen zusammengeschlossen und klären Eltern und Mädchen regelmäßig über die Kinderrechtsverletztung auf. © Plan International
02.01.2017

Sieben Mädchen, die 2016 verändert haben

2016 haben sich viele Mädchen weltweit für ihre Rechte eingesetzt. Wir habeneinige besonders beeindruckende Geschichten hier für euch zusammengefasst:

1. Kiran, Indien: Kinderheirat stoppen

Kiran hat hautnah miterlebt, was es bedeutet, wenn minderjährige Mädchen gegen ihren Willen verheiratet werden. Seitdem hat sich sie sich geschworen, alles dafür zu tun, dass anderen Mädchen nicht dasselbe passiert. Um ihre Gemeinde vor den Folgen von Frühverheiratung zu warnen, haben sich Kiran und ihre Freundinnen zusammengeschlossen und klären Eltern und Mädchen regelmäßig über die Kinderrechtsverletzung auf. Die Mädchen werden dabei auch von Plan International unterstützt. Mit sichtlichem Erfolg: Die Gemeinde hat sich dazu entschlossen, die Frühverheiratung ein für alle Mal zu verbieten!

2. Maria Fernanda, Brasilien: Mädchen und Jugendliche über ihre reproduktive Gesundheit aufklären

Seit ihrem 14. Lebensjahr nimmt Maria Fernanda an Projekten von Plan International teil. Ihre Anfänge machte Maria in einer Theatergruppe, die Jugendliche über reproduktive Gesundheit aufklärte. Seitdem arbeitet sie unermüdlich daran, ihre Gemeinde über die Rechte von Mädchen aufzuklären. „Gewalt gegen Mädchen und Frauen muss gestoppt werden. Wir werden jeden Tag mit Vorurteilen konfrontiert. Es ist an der Zeit, dass unsere Stimmen gehört werden!“

3. Masline, Simbabwe: Für Geschlechtergerechtigkeit

Masline ist nicht nur eine engagierte Schülerin, sondern auch Schulsprecherin ihrer Schule in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe. Sie ist Teil eines Aufklärungsprogramms von Plan International und vertritt als eine von 50 Teilnehmerinnen die Rechte von Mädchen in ihrer Heimatstadt.

Dank ihrer schulischen Leistungen blickt Masline in eine erfolgversprechende Zukunft.Leider sind immer noch Millionen Mädchen von Frühverheiratung, Teenagerschwangerschaft und Gewalt betroffen und müssen frühzeitig die Schule abbrechen. Bildung gilt als einer der wichtigsten Faktoren, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Deswegen setzt sich Plan International unter dem Dach der Because I am a Girl-Bewegung schon jahrelang dafür ein, dass Mädchen lernen, leiten, selbst entscheiden und ihr volles Potential entfalten können.

4. Rinja, Indonesien: Für die Rechte von Kindern mit Behinderung

Vor drei Jahren wurde die 17-Jährige Rinja durch ein schweres Fieber gelähmt und ist seitdem für immer an den Rollstuhl gebunden. Wegen ihrer körperlichen Einschränkungen musste sie sogar die Schule unterbrechen. „Ich wollte fast aufgeben und nicht mehr zur Schule gehen. Aber ich hatte Angst, dass ich ohne Schulbildung einfach nur noch auf meine Behinderung reduziert werde.“

Jetzt ist Rinja glücklich, dass sie sich für ihre Schulbildung entschieden hat und engagiert sich seitdem als Jugendbotschafterin, um auf die Rechte von Kindern mit Behinderung aufmerksam zu machen.

Rinja ist entschlossen, den Status von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zu verbessern und sicherzustellen, dass sie dieselben Chancen wahrnehmen können wie alle anderen Kinder.

5. Odelia, Timor-Leste: Gleichberechtigung fördern

In ihre traditionellen „Tais“ gehüllt, nahmen die 17-Jährige Odelia und 250 weitere Mädchen im Juni 2016 an der ersten „Mädchenkonferenz“ in Timor-Leste teil. Die Konferenz wurde durch zahlreiche Workshops ergänzt, die die Teilnehmerinnen dabei unterstützten, konkrete Pläne zu entwickeln, um in politische Entscheidungen einbezogen zu werden.

Auf die Frage, was Odelia verändern würde, wenn sie das Amt der Präsidentin von Timor-Leste innehalten würde, antwortet sie: „Ich würde alle Frauen aus unserer Heimat zusammentrommeln und ihnen zeigen, dass uns die gleichen Rechte zustehen wie dem Rest der Bevölkerung. Meine erste Priorität wäre allerdings, Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu stoppen - das stellt nämlich immer noch ein großes Problem in unserem Land dar.“

6. Jaqueline, Uganda: Auf der Suche nach einem besseren Leben

Die 18-Jährige Jaqueline aus Uganda war erst 11 Jahre alt, als sie in nach Kampala ziehen musste und dort zur Prostitution gezwungen wurde. „Das jüngste Mädchen war erst neun“, erzählt Jaqueline. Heute ist sie Teil des so genannten PEVUS-Projekts, das von Plan International unterstützt wird und Mädchen und Frauen dabei unterstützt, ihre Rechte wahrzunehmen und sie über ihre reproduktive Gesundheit aufklärt. Seitdem hat sich für Jaqueline viel verändert - sie macht eine Ausbildung zur Elektrikerin und blickt zuversichtlich in die Zukunft. 

7. Juliana, Paraguay: Das politische Bewusstsein schärfen

Viele Mädchen weltweit werden immer noch nicht in wichtige gesellschaftliche Prozesse eingebunden. Mit der Aktion „Girls Takeover“ machte Plan International auf die Diskriminierung und Geschlechterungerechtigkeit aufmerksam. In rund 50 Ländern übernahmen Mädchen für einen Tag rund 250 Führungspositionen: Auch Paraguay schloss sich am 11. Oktober mit rund 40 Aktionen der „Girls Takeover“ - Aktion an. Für besonders viele Schlagzeilen sorgte die 12-Jährige Juliana. Sie von ihrer Gemeinde dazu ausgewählt, mit dem Bürgermeister der Stadt über die Probleme ihrer Gemeinde zu sprechen. „Ich habe mich ein wenig schüchtern gefühlt“, erklärt sie. „Aber ich habe den Abgeordneten alles über die unsere Situation und die Leiden der Mädchen meiner Gemeinde erzählt.“ Durch ihr Engagement unterzeichnete der Bürgermeister eine Forderung ihrer Gemeinde, die Geschlechtergerechtigkeit und Mädchenrechte in den Vordergrund stellt.

 

 


Interessant? Weitersagen: