Wie Mariama geht es vielen Kindern in Sierra Leone: lernen istz nur über das Radio möglich. Die Schulen sind geschlossen. © Plan / Michael Tosner / B1L Production
Wie Mariama geht es vielen Kindern in Sierra Leone: lernen istz nur über das Radio möglich. Die Schulen sind geschlossen. © Plan / Michael Tosner / B1L Production
17.08.2015

Radioschule

Seit fast einem Jahr sind die Schulen in den von Ebola betroffenen Gebieten geschlossen. Lernen können die Kinder trotzdem - per Radiounterricht.Mariama ist 14 Jahre alt und Schülerin in einer weiterführenden Schule in Freetown, im Westen Sierra Leones. Seit fast einem Jahr allerdings nicht mehr. Aufgrund der höchst ansteckenden Ebola-Epidemie hat die Regierung alle Schulen und Universitäten im Land geschlossen. Doch es gibt eine Möglichkeit, wie Mariama auch zu Hause lernen kann: das Radio. Zusammen mit dem sierra-leonischen Bildungsministerium haben Plan International, Unicef und andere Partner ein sogenanntes Notfall-Unterrichtsprogramm eingerichtet. In der Radioschule halten Lehrer Unterricht, welcher dann durch 41 Radiostationen übertragen wird. So können die Kinder lernen ohne das Haus verlassen zu müssen.

Wichtige Informationen aus dem Radio

Mariama lebt mit ihrer Mutter und ihren sieben Geschwistern zusammen. Das Notfall-Unterrichts-Programm ist gut, um sich zu beschäftigen und es hilft, beim Lernen nicht zurück zu bleiben. "Der Ausbruch von Ebola trifft uns wirklich. Besonders Mädchen leiden sehr. Viele meiner Freundinnen werden nicht mehr zur Schule zurückgehen, weil sie mittlerweile schwanger geworden sind", sagt Mariama. Wenn sie nicht gerade Radio hört, hilft Mariama ihrer Mutter mit der Hausarbeit. Bis jetzt hat Ebola noch niemanden aus ihrer Familie getroffen. "Wir hören auch Radio, um uns zu informieren und folgen den Anweisungen, um uns zu schützen", erklärt sie.

Sehnsucht nach Alltag und Normalität

Mariama hofft, dass Ebola bald unter Kontrolle gebracht wird, so dass sie zurück zur Schule gehen kann. "Für 2015 wünsche ich mir wieder zur Schule zu gehen. Radio zu hören und währenddessen Notizen aufzuschreiben ist der einzige Weg für mich, in schulischen Dingen beschäftigt zu bleiben. Meine Mutter arbeitet nicht und kann sich keine private Lehrkraft für mich leisten."

"Das Lehrprogramm ist für alle Schülerinnen und Schüler, die während dieser Notsituation nicht in der Lage sind, eine gute Ausbildung zu erhalten", erklärt Martin Foday, der Lernbeauftragte für Sierra Leone. "Mädchen und Jungs wurden durch Ebola in ihrer Ausbildung unterbrochen und Radio ist das perfekte Medium, um sicherzugehen, dass sie ihr Lernen auch zu Hause fortführen können. Radio kann gute qualitative Bildungsprogramme bieten, und dabei viele erreichen. Das ist wirklich praktisch."


Während Katastrophen sind Frauen und Mädchen besonders gefährdet. Wie Ebola sonst noch das Leben vieler Mädchen und Frauen beeinträchtigt, erfährst du hier.


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