Die siebenjährige Jenny lebt einsam mit ihrer Großmutter in den Anden. © Plan /Erik Thallaug
17.08.2015

Hoch oben in den Bergen

Das Leben auf 4.000 Metern Höhe in den Anden ist hart. Die siebenjährige Jenny lebt dort mit ihrer Oma in einer kleinen Lehmhütte. Das ist ihr Alltag…Jenny mag die Schule. Nicht nur, weil sie dort etwas lernt, sondern, weil sie dort auch einfach mal wieder Kind sein kann: „Ich bin gerne in der Schule, denn dann kann ich während der Pause spielen“, sagt sie. Zu Hause muss Jenny immer mithelfen und trägt viel Verantwortung. In der Schule ist das anders.

Jenny ist sieben Jahre alt. Sie lebt in den Anden in einem kleinen Dorf 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Die Gegend ist eine der ärmsten in Ecuador. Bildung kann der Weg aus der Armut sein - gerade deshalb ist die Schule auch so wichtig.

Jenny lebt alleine mit ihrer Oma. Als Jenny vier Jahre alt war, starb ihre Mutter und ihr Vater verließ sie schon bevor sie geboren wurde. „Ich tue alles, was ich kann für sie und ich werde es tun, bis ich sterbe“, sagt Jennys Oma Maria Rosa. „Es ist nicht einfach. Früher hat mir mein Ehemann mit der Arbeit geholfen, aber jetzt bin ich alleine.“

Lehmhütte und offenes Feuer

Die Zwei leben in einer kleinen Lehmhütte. Sie kochen auf offenem Feuer. Manchmal ist es daher schwer zu atmen, besonders in der Nacht. Jennys Bett ist im selben Raum wie das Feuer und der Rauch stört sie, wenn sie versucht zu schlafen. Weil viele so nah neben dem Feuer leben, sind Atemwegsprobleme weit verbreitet in der Region. Auch Maria Rosa ist schwer krank. Die 79-Jährige sorgt sich um ihre Enkelin. „Was wird mit ihr passieren, wenn ich sterbe? Wer wird sich um sie kümmern?“

Um in den Anden zu überleben muss man hart arbeiten - auch die Kinder. Seit ihre Oma krank ist, muss Jenny alle Aufgaben übernehmen. Jeden Tag steht sie um sechs Uhr morgens auf, um das Wasser zu erhitzen, damit sie sich waschen können. Dann macht sie Suppe für sich und ihre Großmutter. Nach der Schule wäscht sie ihre Kleidung, bringt die Tiere auf die Weide und holt neues Wasser. Leider ist das Wasser oft schmutzig und enthält viele Bakterien.

Allein zu Hause

Jenny macht auch das Abendessen. Meistens gibt es Suppe, mit Kartoffeln und Bohnen, die sie selbst angebaut haben. Aber einmal die Woche gibt es Fleisch - wenn das Geld ausreicht. Donnerstags geht Maria Rosa zum Markt, um Waren zu kaufen und zu verkaufen. Das sind immer die schlimmsten Tage für Jenny, denn dann ist sie alleine zu Hause. Oft hat sie Angst.

Plan arbeitet in vielen Gegenden in den Anden an Projekten, um Kinder besser zu betreuen. Denn wenn Kinder, so wie Jenny, oft alleine zu Hause sind oder lange Wege ohne Begleitung gehen müssen, sind sie besonders gefährdet hinsichtlich Gewalt und Missbrauch.

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