Gesund und zufrieden schläft es sich am besten. Leider ist das nicht immer möglich. Eine gute Gesundheitsvorsorge ist dafür jedoch die Voraussetzung. © Plan
10.08.2015

Hebammen in Laos

Viele Frauen in Laos bekommen ihre Kinder nicht im Krankenhaus und ohne ärztliche Betreuung. Das bedeutet ein großes Risiko für Mutter und Kind. Angehende junge Hebammen wollen das ändern. Soulath ist eine von ihnen.Eine Geburt ist die natürlichste Sache der Welt. Und doch birgt sie Risiken. Zum Beispiel, wenn die werdende Mutter noch sehr jung ist: Bereits als Teenager schwanger zu werden, ist nicht nur einer der Gründe, warum viele Mädchen die Schule abbrechen müssen. Es ist auch gefährlich: die häufigste Todesursache für junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren sind Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt.

Besonders kompliziert wird es, wenn sich die schwangeren Frauen nicht verständigen können oder sie sich nicht ins Krankenhaus trauen. Gerade in Laos ist dies ein großes Problem. In den weit entfernten Gegenden und ländlichen Gebieten des südostasiatischen Staates ist die Rate der Mütter- und Kindersterblichkeit sehr hoch. Viele Frauen meiden die regionalen Gesundheitszentren aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten und kultureller Differenzen.

Traditionelle Praktiken und Ängste

In der Bokeo- Provinz im nördlichen Teil von Laos gibt es beispielsweise zehn verschiedene ethnische Gruppen - alle mit unterschiedlichen Dialekten und religiösen Bräuchen. Wenn sie mit Gesundheitsproblemen konfrontiert sind, glauben viele Frauen, dass die Beschwerden von bösen Geistern hervorgerufen werden. Daher gehen sie oft eher zu einem Schamanen als zum Arzt. Viele bekommen ihr Kind lieber zu Hause oder traditionell im Wald. Doch Soulath will das ändern, indem sie den Frauen die Vorteile der Klinik erklärt und ihnen die Angst nimmt. Soulath kommt auch aus der Provinz Bokeo und sie will Hebamme werden. „Ich hoffe, ich kann dazu beitragen, die Zahl der Kindersterblichkeit zu reduzieren“, sagt sie.

Aufklärung und Information

Die Provinz Bokeo ist eine der ärmsten Regionen der Gegend. Soulaths Schule beispielsweise lag 20 km von ihrem Zuhause entfernt. „Zur Schule zu gehen war immer eine große Herausforderung. Ich musste den Fluss entlanglaufen und überqueren. Danach musste ich noch 30 Minuten mit dem Motorrad zur Schule fahren. Oft habe ich in einer kleinen Hütte in der Nähe der Schule geschlafen und fuhr nur für die Wochenenden nach Hause“, sagt sie. Doch Soulath hielt durch und beendete die Schule. Diese Schulbildung ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Soulath jetzt diese anspruchsvolle Ausbildung machen kann und später ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Als eine von 25 jungen Frauen wurde sie für ein Stipendium zur Fortbildung als Geburtshelferin von Plan International ausgewählt. Die angehenden Hebammen kommen aus unterschiedlichen ethnischen Gruppen. Einerseits finden sie so in Arbeit und gleichzeitig verbessern sie den Gesundheitsservice in ihren Gemeinden und in der Region.

Nicht nur in Laos ist es ein Problem, dass die Bevölkerung die angebotene medizinische Hilfe oft nicht in Anspruch nimmt oder ihr misstraut. Plan arbeitet daher weltweit eng mit der Bevölkerung und den Gemeinden zusammen. Auch Hygieneschulungen sind ein wichtiges Thema - gerade bei Mädchen und Frauen. Wenn du mehr dazu erfahren willst, klicke hier.

 

 


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