Nipa leitet jetzt ihr eigenes, erfolgreiches Familienunternehmen. © Plan
14.10.2015

Drei Mädchen, ein Ziel: Der Kampf für die Unabhängigkeit

Am 11. Oktober steht der Weltmädchentag wieder vor der Tür. Um den Anlass gebührend zu feiern, möchten wir euch zeigen, wie Mädchen weltweit dafür sorgen, dass sich ihre Zukunft positiv verändert.

Nipa, 18 aus Bangladesch

Wusstest du, dass weniger als drei Prozent der Frauen in Bangladesch an der Spitze eines Unternehmens stehen? Das liegt daran, dass der Großteil der ortsansässigen Banken ihre Kredite hauptsächlich an Männer vergeben. Glücklicherweise gibt es aber auch Mädchen wie Nipa, die für frischen Wind in der Wirtschaft sorgen.

Auslöser ist eine innovative Business-Idee: Mit ihrer Familie stellt die Achtzehnjährige pro Tag rund 300 Motorradhandgriffe her, die anschließend auf dem Markt verkauft werden.
Mit der Unterstützung von Plan und einem Business-Mentor, konnte Nipa tiefer in die Geschäftswelt eintauchen und sich Fachwissen über Marketing und Accounting aneignen. „Ich weiß, dass ich in einer glücklichen Position bin. Nicht viele Mädchen können das machen, was ich gerade tue“, erklärt sie. „Ich bin unabhängig und das hat auch einen positiven Einfluss auf meine Familie.“
Nipa ist sich darüber im Klaren, dass ihr Leben auch anders aussehen könnte: Ohne Zugang zu Bildung, erschöpft durch lange Arbeitstage, wäre es mühsam, den Kreislauf der Armut ohne fremde Hilfe zu durchbrechen. Mit der Unterstützung von Plan konnte sich Nipa ihren Traum erfüllen und leitet jetzt ihr eigenes Familienunternehmen.

Arba, 19, aus Thailand

Arba stammt aus ärmlichen Verhältnissen und lebt im Norden Thailands. Sie ist Mitglied des Akha-Stamms und hat deswegen kein Anrecht auf die Staatsbürgerschaft. Weil sie nicht registriert ist, bleibt ihr auch der Zugang zu sozialen Einrichtungen und Bildungsinstitutionen verwehrt. Für den Staat ist die Neunzehnjährige sozusagen unsichtbar.
„Es gibt aber noch viel mehr Dinge, die uns deswegen verweigert werden“, erzählt sie. „Meine Arbeitstage am Wochenende gehen von acht bis fünf Uhr und ich verdiene nur 100 baht (ca. 3,35 $). Wenn ich die Möglichkeit hätte, zur Schule zu gehen, dann würde ich mich sehr anstrengen.“
Durch die Hilfe von Plan und einem Schulstipendium konnte Arba ihre Ausbildung weiterführen und hat bereits erfolgreich die Universität abgeschlossen.
„Das ist die schönste Zeit meines Lebens. Ich bin zuversichtlich, dass das nächste Kapitel in meinem Leben sogar noch besser wird.“

Agnes, 16, aus Uganda

Wie viele ihrer Freundinnen war Agnes überrascht, als ihr monatlicher Zyklus einsetzte. Sie war davon überzeugt, dass sie sich dafür schämen müsste und wurde von ihren Klassenkameraden aufgezogen.
Ohne Zugang zu hygienischen Mitteln entschied sich Agnes dazu, während ihrer Periode nicht mehr zur Schule zu gehen.
„Ich habe es gehasst, den Unterricht zu verpassen“, sagt sie. „ Ich konnte nichts mit meinen Freunden unternehmen, geschweige denn Fußball spielen. Ich habe den Tag nur im Bett verbracht.“

Schätzungen zu Folge, verpasst die Hälfte der Mädchen in Uganda bis zu drei Tage Unterricht im Monat. Deswegen hat Plan International in Kooperation mit ortsansässigen Lehrern begonnen, die Schüler über reproduktive Gesundheit aufzuklären. Außerdem setzt sich das Kinderhilfswerk für separate Waschräume und Umkleiden ein, um den Alltag der Mädchen zu erleichtern.
Plans Kooperation mit AFRIpads hat den Alltag von Agnes komplett verändert. Die wiederverwendbaren Damenbinden sind nicht nur ökologisch und kosteneffektiv, sondern helfen dabei, keinen Schultag zu verpassen. Jetzt unterstützt Agnes auch andere Mädchen.

Wenn ihr mehr erfahren möchtet: Im Because I am a Girl-Report 2015 zieht Plan International eine Bilanz zur Lage der Mädchen weltweit.


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