Fatou Mbenge möchte mit der Unterstützung von Plan International bald als Selbstständige durchstarten und ihre eigene Schneiderei eröffnen. © Plan International
07.07.2016

Die Schneiderin von Dakar

Fatou Mbenge arbeitet in einer kleinen Schneiderei in Senegals Hauptstadt Dakar. Mit der Unterstützung von Plan International hofft die 27-Jährige darauf, bald als Selbstständige durchzustarten.

Inmitten einer Häuserreihe im Arbeiterviertel Dakars, schwingen ein paar schwarze Eingangstüren auf. In einem kleinen Raum türmen sich Berge bunt leuchtender, gemusterter Stoffe. „Ich habe immer davon geträumt, Schneiderin zu werden. Ich beschäftige mich gerne mit dem Thema und schätze das Gefühl, das Kleidung vermittelt“, erklärt Fatou.
Der Weg zum festen Arbeitsplatz war für sie nicht immer einfach. „Ich hatte nie die Möglichkeit zur Schule zu gehen. Meine Mutter und mein Vater verstarben kurz nach meiner Geburt“, erzählt sie. „Ich wurde von meiner Tante großgezogen, und sie hatte nicht die Möglichkeit, mir eine Schulbildung zu finanzieren. Als junge Frau, ohne Eltern, ohne Bildung - das ist eine schwierige Situation.“

Weiterbildung führt zum Ziel

Fatou nahm an einem Weiterbildungsprogramm von Plan International teil, das neben wirtschaftlichen Grundlagen auch Trainings- und Bildungsmaßnahmen vermittelt und Jugendliche dadurch  auf ihr Arbeitsleben vorbereitet. Die Weiterbildung bestärkte Fatou in ihrer Motivation, sich bei einer lokalen Schneiderei zu bewerben.
„Ich hatte eigentlich nie Ambitionen, meine Fähigkeiten zu verbessern, aber durch die Unterstützung von Plan International habe ich endlich den Schritt gewagt. Mein Zukunftstraum: eine eigene Schneiderei, in der ich meine Entwürfe kreieren kann.“
Plan International engagiert sich nicht nur in Senegal mit berufsfördernden Projekten für Jugendliche. Zum Beispiel konnten Mädchen in Sambia im Rahmen des Projekts „Berufliche Perspektiven eröffnen“ von Because I am a Girl lernen, wie sie ein eigenes Einkommen erwirtschaften und ein  selbstbestimmtes Leben führen können.

Hoffnungsvolle Zukunft

Fatou beeindruckt ihre Gemeinde mit Talent und Fleiß und kann sich bereits eine treue Stammkundschaft aufgebaut. „Ich wünschte mir immer noch, ich hätte die Chance gehabt, die Schule zu besuchen. Jetzt habe ich eine eigene Familie -zwei Kinder - und es ist wichtig, dass ich hart arbeite, denn ich möchte ihnen eine bessere Zukunft ermöglichen.“

Die fleißige Schneiderin blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: „Ich möchte nicht fünf Jahre darauf warten, bis ich meinen ersten Laden eröffne. Je schneller, desto besser - ich habe sogar schon einen Namen. Meine Schneiderei soll „The Loved Brothers“ (dt. „Die geliebten Brüder“) heißen, angelehnt an meine Familie - meine größte Inspirationsquelle.“



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