Jugendbeirats-Workshop in Essen

Sommerworkshop 2017

Große Wiedersehensfreude: Vom 27. bis zum 30. Juli 2017 traf sich der Jugendbeirat in Essen. Was wir so gemacht haben, was es mit dem Plan-Effekt auf sich hat, was mit Japan besprochen wurde und vieles mehr, möchte ich euch hier berichten.

Hello again 🙂

Da es ja nun schon einige Zeit her war, dass wir uns zum letzten Mal gesehen hatten, gab es viel zu besprechen. So berichteten Björn, Claire und Celina von der Mitgliederversammlung und der Vorstandssitzung von Plan International Deutschland e. V., wo sie als Jugendvertreter und -vertreterinnen dafür gesorgt haben, dass die „Stimme der Jugend“ auch in dem höchsten Gremium des Vereins gehört wurde.
Celina und Björn haben außerdem an einem Strategie-Workshop zu LEAD teilgenommen. LEAD ist ein Teil der neuen internationalen Strategie von Plan International und zielt darauf ab, dass Jugendliche ihr Umfeld aktiv gestalten können – aber dazu später mehr.

Herzensangelegenheiten ❤

„Was motiviert uns?“ – das war die Frage, mit der wir uns am Morgen des zweiten Tags eingehend beschäftigten. Unsere Antwort:

  • Das Thema Bildung ist uns wichtig. Wir wollen weltweit qualitativ gute Bildung für alle Menschen. Denn Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben und die Grundlage, um zukunftsweisende Lösungen zu finden. Bildung ermöglicht Kindern und Jugendlichen, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und ihren Träumen zu folgen.
  • Armut und Fremdbestimmung betrifft weltweit v.a. Frauen und Mädchen. Ein Grund dafür ist, dass sie nur unregelmäßig zur Schule gehen, diese früher verlassen oder erst gar keine Schule besuchen können. Uns liegt Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit am Herzen. Mädchen und Jungen sollen die gleichen Chancen und die gleiche Wertschätzung erfahren!
  • Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass kein Mensch unter Mangelernährung oder Hunger lei-den muss. Wir wollen, dass jedes Kind gesund aufwachsen kann. Wir möchten in einer Welt leben, in der jeder Mensch genug zu essen hat. Denn nur dann können Kinder und Jugendliche gut lernen und sich entfalten. Die Veränderung des Klimas führt weltweit zu Naturkatastrophen und Unwettern. Dadurch verursachte Missernten bedrohen die Lebensgrundlage von vielen Menschen. Besonders betroffen sind oft Kinder und Jugendliche. Denn durch die Folgen des Klimawandels wird ihnen der Zugang zu Bildung erschwert. Zum Beispiel, weil Schulen und Infrastruktur durch Unwetter zerstört wurden. Gleichzeitig ist aber Bildung wichtig, damit sie lernen, sich vor eben diesen Folgen am besten zu schützen und gegen den Klimawandel anzukämpfen.

Wir werden Aufmerksamkeit für diese Themen schaffen und unsere Stimmen hörbar machen.

Girls take over! – Weltmädchentag 2017

Voller Motivation machten wir uns daran, Aktionen zum diesjährigen Weltmädchentag zu planen.
2011 haben die Vereinten Nationen den 11. Oktober zum Weltmädchentag ausgerufen. Dass so ein Tag auch dringend nötig ist, zeigt die Geschichte, wie Plans Bewegung für Mädchenrechte ihren Namen „Because I am a Girl“ erhielt, ziemlich deutlich: Die Schauspielerin Senta Berger, die Schirmherrin von Because I am a Girl, begegnete auf einer Reise nach Nepal einem Mädchen, das kaum angemessene Kleidung für das kalte Wetter trug, während sein Bruder eine schicke Schuluniform von den Eltern bekommen hatte. Die Mutter antwortete auf die Frage nach dem Grund dieser Ungleichbehandlung: „Because she is a Girl – Weil sie ein Mädchen ist“. Aus keinem anderen Grund werden Mädchen werden immer noch weltweit diskriminiert und benachteiligt. Sie gehen seltener zur Schule, sind stärker von Armut betroffen und haben weniger Entscheidungsfreiheit über ihr Leben als Jungen.
Genau deshalb setzen weltweit Menschen am 11.Oktober (!!!) ein Zeichen für Gleichberechtigung und Mädchenrechte. So erstrahlen zum Beispiel Sehenswürdigkeiten und Gebäude an diesem Tag in Pink. Seit letztem Jahr gibt es die Aktion „Girls Takeover“, bei der überall auf der Welt Mädchen für einen Tag Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft übernehmen. Auch für dieses Jahr waren coole Aktionen geplant. Vielleicht habt ihr den Weltmädchentag ja auch selbst gefeiert?

Der Plan-Effekt

Der “Plan- Effekt“, so heißt die neue Strategie von Plan International Deutschland, über die wir uns vor Planung unserer eigenen Kampagne informierten. Alle Plan-Büros in den verschiedenen Ländern eint eine Vision: „Wir machen uns stark für eine Welt, in der die Rechte der Kinder geachtet werden und Mädchen gleichberechtigt sind.“
Deshalb hat sich Plan International zum Ziel gesetzt, dass 100 Millionen Mädchen lernen, leiten (LEAD, siehe Textanfang), entscheiden und sich entfalten können. Plan International setzt sich dafür ein, dass alle Kinder und insbesondere Mädchen Entscheidungen aktiv mitgestalten und beeinflussen können – dafür steht der Arbeitsbereich LEAD, auf den Plan Deutschland einen besonderen Fokus legen möchte. Stellvertretend für die „Stimme der Jugend“ haben Celina und Björn dazu an einem 4-tägigen Strategie-Workshop teilgenommen. Obwohl mehr als 50% der Weltbevölkerung Kinder und Jugendliche sind, sind unsere Stimmen in politischen Entscheidungsprozessen immer noch unterrepräsentiert: das durchschnittliche Alter von Parlamentsmitgliedern liegt bei 53 Jahren! Plan unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, politisch aktiv zu werden, und Entscheidungstragende in die Pflicht zu nehmen, damit diese sich für Kinderrechte und Geschlechtergerechtigkeit einsetzen – eine ziemlich gute Sache, finde ich. Schließlich sind wir nicht nur diejenigen, die sich in Zukunft mit den Konsequenzen heutigen politischen Handelns auseinander setzen müssen. Wir sind auch eine Generation, die heute schon voller Ideen, Wünsche und Visionen für die Zukunft und Gegenwart steckt.

Kampagne – Let‘s go!

Am dritten Tag ging es dann wirklich mit der Kampagnen-Planung los. Während wir durch die schöne Umgebung unserer Jugendherberge spazierten, sammelten wir Ideen. Anschließend stellten wir uns diese gegenseitig vor und arbeiteten sie weiter aus. Im Mittelpunkt standen Themen wie Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen, Hunger, Flucht und Bildung. Mehr will ich hier aber noch gar nicht verraten… nur so viel: ihr könnt gespannt sein :)!

Deutschland – Japan

Am Nachmittag stand dann ein Skype-Call mit Mitgliedern des Jugendbeirats von Plan International Japan an. Für uns ist es immer sehr interessant zu erfahren, wie andere Jugendbeiräte arbeiten und uns mit diesen auszutauschen. Zum Beispiel trifft sich der japanische Jugendbeirat alle zwei Wochen, erarbeitet gemeinsam Vorschläge zu aktuellen Themen von Plan und präsentiert sie dann. Da unser Jugendbeirat über ganz Deutschland verstreut lebt, treffen wir uns weniger oft. Unser Schwerpunkt liegt meist mehr auf der Kampagnen-Planung, als auf unserer Beraterfunktion. Deshalb ist es für uns spannend zu sehen, wie der japanische Jugendbeirat seine Beraterfunktion ausfüllt und was wir daraus für unsere Arbeit mitnehmen können. Außerdem haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir in Zukunft international zusammenarbeiten wollen.

Auch die beste Zeit muss einmal zu Ende gehen…

Natürlich haben wir nicht nur gearbeitet. Auch Teambuilding-Activities standen auf dem Programm und abends ließen wir die Tage mit Stockbrot am Lagerfeuer ausklingen. Eine Zeit um Geschichten zu erzählen, Musik zu hören und viele Runden „Werwolf“ zu spielen… Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß!
An unserem letzten gemeinsamen Tag konkretisierten wir dann unserer Kampagnen-Ideen nochmal und besprachen anstehende Termine.
Anschließend hieß es dann auch bald schon: „Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal!“.
Fest steht, dass dieser Workshop nur der Auftakt zu einer spannenden Zeit mit unserer neuen Kampagne sein wird!

Für mich war der Workshop eine motivierende und inspirierende Zeit. Es ist immer super schön, die anderen Jugendbeiratsmitglieder zu sehen. Wir hatten eine großartige Zeit mit ganz vielen Ideen, Impulsen und Planungen. Am besten gefallen hat mir… hmm…alles! Ich freue mich schon sehr und bin super gespannt auf unsere zukünftigen Projekte und vor allem die neue Kampagne.

Lara (18) aus dem Jugendbeirat

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