„Wir wollen selbstverständliche Rechte“

Luca, Awaz und Paula beim Girls-Takeover in Berlin

Weltweit übernahmen junge Mädchen zum 11. Oktober, dem Welt-Mädchentag, für einen Tag Führungspositionen in Politik und Gesellschaft. In diesen Schlüsselrollen haben sie sich Gehör für ihre Belange verschafft. Mit über 600 sogenannten Takeover-Aktionen in mehr als 60 Ländern hat Plan International in diesem Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass die meisten Mädchen und Frauen noch nicht gleichberechtigt sind. So teilte beispielsweise Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau sein Büro an diesem Tag mit einer jungen Kanadierin. In Uganda übernahm ein Mädchen die Rolle des Polizeichefs. Und in der Schweiz gab Zürichs Bürgermeister sein Amt an ein Mädchen ab.

Auch in Berlin übernahmen drei junge Plan-Botschafterinnen in der Rolle der Bundeskanzlerin, der Entwicklungsministerin und der Finanzministerin symbolisch die Regierung. Wie sie die Aktion für mehr Gleichberechtigung erlebt haben und was sie dabei bewegte, haben Awaz, Luca und Paula aufgeschrieben:

Erfahrungsbericht

„Der 11. Oktober ist Welt-Mädchentag. Anlass für uns Jugend-Botschafterinnen von Plan International, unsere Koffer zu packen und in den Zug nach Berlin zu steigen.
Warum Berlin? Weil Berlin die Stadt ist, in der politische Weichen gestellt werden und wir mit unseren Forderungen für mehr Gleichberechtigung genau dort ansetzen wollen, wo es am effektivsten ist.
Der Welt-Mädchentag wurde von Plan International ins Leben gerufen, um auf ihre besondere Situation weltweit Aufmerksam zu machen. Im Rahmen dieses Tages wurden global entscheidende Positionen von Mädchen übernommen, um Vorurteilen entgegenzutreten und zu zeigen, dass Mädchen das Potential haben, unsere Welt klug und verantwortungsvoll zu leiten.

Regierungsprogramm Gleichberechtigung

Da sich unsere Regierung nach der Bundestagswahl noch in der Findungs-Phase befand und wir nicht warten konnten, bis Einigungen erzielt wurden, haben wir uns entschieden eine eigene ,Regierung‘ zu gründen. So wurden wir für einen Tag Finanz- und Entwicklungsministerin sowie Bundeskanzlerin.

Als ,Regierung‘ setzen wir uns dafür ein, dass eine Milliarde Euro in die Entwicklungshilfe investiert werden, um so weltweit Gleichberechtigung für Mädchen und Frauen zu ermöglichen. Wir wollen, dass die Rechte der Frau als selbstverständlich angesehen werden, dass man ihnen mit Respekt begegnet und sie genau wie Männer ihren Platz in der Gesellschaft frei wählen können.
Regierungen und Entscheidungsträger müssen Gleichberechtigung ernst nehmen, denn nur so können wir in einer progressiven, modernen Gesellschaft leben. Wir hoffen, dass die weltweit stattfindenden Girls-Takeover-Aktionen Mädchen ermutigen, daran zu glauben, dass sie stark sind, dass sie etwas zu sagen haben und dass sie etwas bewegen können.
Wir haben in unserer Welt schon einiges geschafft. Wir werden immer globaler, vernetzter und multikultureller. Wir können künstliche Intelligenz schaffen, ins Weltall fliegen oder U-Boote bauen, aber es ist uns bis heute nicht möglich, Strukturen zu schaffen, in denen jeder Mensch dieselben Möglichkeiten hat. Es liegt noch ein weiter Weg zur vollen Gleichberechtigung vor uns, doch wenn wir als globale Bevölkerung zusammenhalten und uns gemeinsam für dieses Ziel einsetzen, können wir für viele Mädchen und Frauen in kurzer Zeit Welten bewegen.“

Luca, Awaz und Paula bei der Regierungspressekonferenz

Awaz Almuslim (22), „Finanzministerin“, aus dem Plan Flüchtlingsprojekt.
Luca Elsbernd (20), „Bundeskanzlerin“, aus dem Plan Jugendbeirat.
Paula Janßen (16), „Entwicklungsministerin“, aus dem Plan Jugendbeirat.

Wer sich durch die Worte von Awaz, Luca und Paula motiviert fühlt und sich der Forderung an die Bundesregierung nach #OneBillionForGirls anschließen möchte, kann dies ganz einfach aber wirkungsvoll mit nur einer E-Mail tun. Wie das geht, lest ihr hier.

Einen Überblick über die 600 Takeovers, die zum Weltmädchentag weltweit stattgefunden haben, könnt ihr euch hier verschaffen.

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