1989 gingen sie in Bonn erstmals als Plan International Deutschland e.V. an die Öffentlichkeit: Rudolf Stilcken (von links), Bundespräsident a. D. Walter Scheel ✝, Prof. Dr. Horst G. Mensching, Dr. Werner Bauch, Marianne M. Raven, Max Kullmann, Rainer Funke, Christian Graf von Bassewitz, Dr. Peter Scholl-Latour, Horst Gobrecht.

Geschichte

Plan International ist als eines der ältesten Kinderhilfswerke in 51 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas tätig – unabhängig von Religion und Politik. Über die Jahre hat sich die Arbeit der Organisation stark verändert. Aus dem persönlichen Engagement des Plan-Gründers John Langdon-Davies im Jahre 1937 entstand im Laufe von mehr als sieben Jahrzehnten eines der größten Kinderhilfswerke.

Das Leid unzähliger Flüchtlings- und Waisenkinder rüttelte den britischen Journalisten John Langdon-Davies auf. Als Korrespondent der Londoner Tagesszeitung „New Chronicle“ traf er in Spanien auf einen Fünfjährigen, der diesen Zettel trug: „Dies ist José. Ich bin sein Vater. Wenn Santander fällt, wird man mich erschießen. Wer immer meinen Sohn findet, den bitte ich, um meinetwillen für ihn zu sorgen.“ Langdon-Davies kümmerte sich um den Jungen und rief seine Landsleute auf, Patenschaften für Kinder  zu übernehmen. 1937 gründete er „Foster Parent's Scheme for Children in Spain“. Daraus ging die heutige Hilfsorganisation Plan International hervor.

Während des Zweiten Weltkrieges weitete Plan International seine Hilfe aus. Die Organisation nahm sich zum Beispiel jüdischer Kinder an, die auf der Flucht vor den Nationalsozialisten ihre Eltern verloren hatten. In der Nachkriegszeit engagierte sich Plan International in vielen europäischen Ländern und versorgte auch tausende deutsche Flüchtlingskinder mit Nahrung, Kleidung und Medikamenten.

Förderung der Selbsthilfe

Als die größte Not im Europa der Nachkriegszeit beseitigt war, beschloss das Kinderhilfswerk, als „Foster Parents Plan“ bedürftigen Kindern weltweit zu helfen. 1957 startete Plan International seine Arbeit in Asien, in den 1960er und 1970er Jahren kamen Projekte in Lateinamerika und Afrika dazu.

Aus der Erkenntnis, dass Hilfe am wirksamsten ist, wenn die Gemeinschaft unterstützt wird, entstand ein neuer Arbeitsansatz: Mithilfe von Plan-Patenschaften, Einzelspenden und öffentlichen Mittel werden seither nachhaltige Selbsthilfeprojekte finanziert, die ganz gezielt das gesamte Lebensumfeld der Kinder dauerhaft stärken und die Existenz der Familien sichern helfen.

Kinderrechte und Partizipation

1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen in New York die Konvention über die Rechte des Kindes, an deren Ausarbeitung Plan International beteiligt war. Aus dem Namen „Foster Parents Plan“ wurde auf internationaler Ebene nach und nach „Plan International“. Ebenfalls 1989 wurde unser Büro in Hamburg gegründet.

Die Kinderrechte und ihre Umsetzung stehen bei allen Projekten im Mittelpunkt. Plan International arbeitet aber nicht nur für Kinder, sondern immer auch mit ihnen. Über den Arbeitsansatz der kindorientierten Gemeindeentwicklung bringen Mädchen und Jungen ihre Interessen ein und wirken aktiv an der Gestaltung und der Entwicklung ihrer Gemeinde mit.

Arbeitsfelder

Von den weltweit 1,4 Millionen Kinderpatenschaften betreut Plan International Deutschland mittlerweile mehr als 320.000 und erreicht damit in den Programmgebieten über drei Millionen Menschen. Plan International verbessert die Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen, ihren Familien und ihren Gemeinden hauptsächlich in den acht Bereichen: Bildung und Ausbildung, Gesundheit, Wasser, Hygiene und Umwelt, Kinderschutz, Einkommenssicherung, Katastrophenvorsorge und humanitäre Hilfe, Teilhabe von Kindern, Sexuelle Gesundheit und Schutz vor HIV.

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