Geflüchtete Jugendliche im Austausch mit der Plan-Jugendgruppe Plan Action (©Morris Mac Matzen)
Geflüchtete Jugendliche im Austausch mit der Plan-Jugendgruppe Plan Action (©Morris Mac Matzen)

Flüchtlinge in Deutschland

Sichere Bereiche für Kinder und Jugendliche

Menschen verlassen nicht gern ihre Heimat. Doch Kriege, Naturkatastrophen, Unterdrückung, Gewalt, Armut und fehlende Perspektiven lassen sie eine oft lebensgefährliche Reise ins Ungewisse wagen.

60 Millionen Flüchtlinge gibt es derzeit auf der Welt - so viele, wie nie zuvor. Die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Das ist für uns von Plan International eine aufrüttelnde Zahl. Wir sehen es als unsere Aufgabe und Verpflichtung, Kindern und Jugendlichen in Notsituationen Sicherheit und Zukunftsperspektiven zu geben. Deswegen richtet sich unsere Arbeit nach den internationalen Standards der humanitären Hilfe auf Bildung und Schutz vor Missbrauch, Gewalt und Ausbeutung.

Was für unsere Arbeit in Mali, Südsudan oder Kolumbien gilt, ist nun auch in Deutschland von Bedeutung. Denn die Bedürfnisse von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sind die gleichen, überall auf der Welt. Das ist der Grund, warum wir erstmals in der Geschichte von Plan International Deutschland jetzt auch im eigenen Land zum Wohl der Kinder und Jugendlichen mit Projektarbeit aktiv sind.

Ein Risiko von Gewalt und Missbrauch


1,1 Millionen Menschen sind allein im Jahr 2015 nach Deutschland geflohen, 2,5 % von ihnen nahm die Stadt Hamburg auf. Viele Kinder sind psychisch auffällig nach der traumatisierenden Fluchterfahrung. In den Unterkünften besteht eine reale Gefahr von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung. Dies wurde von unserer ersten Analyse im Sommer letzten Jahres bestätigt und zeigte deutlich, dass der Schutz der Kinder in den Unterkünften nicht ausreichend gewährleistet ist.

Aufgrund dieser Informationen beschlossen wir, die Arbeit in Hamburger Flüchtlingsunterkünften aufzunehmen und mit der Umsetzung der Internationalen Mindeststandards zum Schutz von Kindern in humanitären Krisen zu beginnen. Ziel unserer Maßnahmen ist, die Risiken für Kinder und Jugendliche soweit zu verringern, dass ihr Wohl gesichert ist. Dies geschieht, indem ein positives Umfeld für Kinder und Jugendliche geschaffen wird, in dem die Kinderrechte geachtet werden.

Mit unserem Drei-Säulen-Konzept entwickelten wir ein Maßnahmenpaket, das auf die spezielle Situation in Deutschland zugeschnitten ist:

Perspektive Deutschland

Ein Fotoprojekt mit jungen Flüchtlingen: Worüber hast du dich bei deiner Ankunft in Deutschland gewundert? Was hat dir Freude bereitet? Was ist für dich „typisch deutsch“? – Mit diesen Fragen beschäftigten sich Jugendliche aus einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg im Rahmen eines gemeinsamen Foto-Projekts mit deutschen Jugendlichen. Die geflüchteten Mädchen und Jungen hielten ihren Blick auf Deutschland fotografisch fest und beschrieben die Motive.

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Drei-Säulen-Konzept

Sichere Räume schaffen

Psychosoziale Angebote für Kinder und Jugendliche einführen (Safe Spaces), die ihnen helfen, ihre Erlebnisse auf dem Fluchtweg zu verarbeiten und ein Gefühl von Normalität zurückzuerlangen.

Beratungssystem zum Schutz der Kinder aufbauen

Existierende Strukturen erkennen und stärken sowie fehlende Strukturen aufbauen, Risiko-Orte und -Strukturen identifizieren und minimieren, Kinderrechtsverletzungen aufdecken und entgegenwirken, Entwicklung eines Hilfs- und Meldeverfahrens.

Jugendlichen eine Stimme geben

Damit sie ihre Erfahrungen auf dem Fluchtweg und weitere Themen, die für sie wichtig sind, kommunizieren und diskutieren können. Mädchen und Jungen erhalten die Möglichkeit, in einen Dialog mit wichtigen sozialen und politischen Akteuren zu treten. Neben relevanten Entscheidungsträgern auf nationaler und internationaler Ebene, ist auch der Austausch mit Gleichaltrigen außerhalb der Unterkunft wichtig und ein erster Schritt zur Integration.

 

 

Basis des Pakets ist unser partizipativer und präventiver Ansatz

Weitere Hintergründe & Materialien

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