Klimawandel: Anpassung an das Unvermeidbare

von Pia Sophie Arndt

Matthew lebt in Kunua, einem abgelegenen Teil von Papua-Neuguinea. Durch den Klimawandel steigt dort der Meeresspiegel an. Sein Dorf wurde deswegen in den letzten 60 Jahren viermal umgesiedelt – jedes Mal weiter ins Inland, weg von den steigenden Fluten.

Matthew lebt in einer Hütte mitten im Dschungel. © Plan International / Tom Franks

Plan International arbeitet daran, die Risiken des Klimawandels zu minimieren. An erster Stelle unserer Programmarbeit steht die Information über den Klimawandel und seine Folgen. Auch der 66-jährige Matthew nahm kürzlich am Pacific Disaster Ready Programm von Plan International teil, um zu lernen, wie man bei Katastrophen schnellstmöglich reagieren und Sicherheitsbereiche einrichten kann. „Zum ersten Mal hörte ich von Plans Katastrophenschutz durch den Koordinator Stanley. Er kam in unsere Gemeinde und schulte uns darin, wie wir mit Katastrophen umgehen können. Auch sprachen wir über Risiken, die eine Katastrophe mit sich bringt und wie wir als Gemeinschaft handeln können. Das hat unser Bewusstsein geschärft“, erzählt er.

Der Gemeindevorsteher Hilary blickt aufs Meer, vor dessen Anstieg die Dorfgemeinschaft bereits viermal geflohen ist. © Plan International / Tom Franks

Klimawandel als globale und gesellschaftliche Herausforderung

Der Klimawandel ist heute eine der größten Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit und verstärkt die humanitären Krisen beträchtlich. Dürren, extreme Wetterlagen, Überschwemmungen: Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlage und die Zukunft von Kindern auf der ganzen Welt – insbesondere in den Entwicklungsländern.

„Ich bin mittlerweile viermal umgezogen mit meiner gesamten Gemeinde“, sagt Matthew. „Wir leben nicht mehr in einem Dorf, sondern ganz verstreut. Viele Mitglieder haben sich durch die angespannte Situation oft gestritten und irgendwann beschlossen, an einen anderen Ort zuziehen. 1959 wurde unser Dorf zum ersten Mal überflutet. Ab diesem Zeitpunkt sind wir immer weiter ins Inland gezogen, weil der Ozean jedes Jahr näher kam. In unserer Nähe gab es die Pangunamine, der weltweit größte Kupfertagebau. Bis 1989 wurde dort überwiegend Kupfer, Gold und Silber gefördert. Das Abwasser wurde in die Flüsse geleitet, was nicht nur zur Verunreinigung, sondern ebenfalls zu einem starken Anstieg der Flüsse geführt hat.“

Nachhaltigkeit als Lösungsansatz

Matthews Gemeinde lebt jetzt nachhaltig: „Wir bauen Kakao und Kokosnüsse an, um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren. Unser Gemeindeoberhaupt kümmert sich sehr um unser Dorf. Vor allem hat er einen verantwortungsvollen Blick auf die nachfolgenden Generationen und ermahnt sie, dass sie keine Baumstämme und Bäume unnötig fällen sollen, damit sie dem Ökosystem keinen Schaden anrichten und die Umwelt nicht zerstören. Wir roden nur dann Bäume, wenn wir sie wirklich brauchen, um zum Beispiel unsere Häuser zu bauen oder auszubessern.“

Die Menschen ziehen immer weiter ins Inland, weit weg vom steigenden Meeresspiegel. © Plan International / Vincent Tremeau

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