Jungen und Männer mit ins Boot holen

von Janina Schümann

Ein Kommentar zum Weltfrauentag von Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung

Es gibt gute Nachrichten zum Welt-Frauentag: Gleichberechtigung ist ein Topthema.

Bundeskanzlerin Merkel selbst hat die Förderung von Frauen auf dem G20-Gipfel im vergangenen Jahr in Hamburg zur Priorität gemacht. Von nächster Woche an werden sich zum 62. Mal rund 6000 Frauen aus insgesamt 45 Mitgliedsstaaten zur weltgrößten Frauenrechtskonferenz bei den Vereinten Nationen in New York versammeln und über die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung von Mädchen- und Frauenrechten diskutieren. Dann aber wird immer noch jedes neunte Mädchen in Entwicklungsländern vor seinem 15. Geburtstag verheiratet sein. Das bedeutet für sie in der Regel das Ende einer selbstbestimmten und lebenswerten Zukunft. Es sind weitgehend traditionelle Vorstellungen, die die Ungleichheit zwischen Mann und Frau weiterhin bestimmen und junge Frauen täglich ihrer Chancen auf Teilhabe und Selbstbestimmung berauben.

Deshalb bestärken wir sie darin, nein zu Frühverheiratung zu sagen und sich Gehör für ihre Belange zu verschaffen. Wir wollen aber auch Jungen ermutigen, über ihr „Mann sein“ zu reflektieren und eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen. Wir überzeugen Väter, die Bildung ihrer Töchter so zu wertschätzen wie die ihrer Söhne. Wir möchten Brüder, Väter und Lehrer dazu bringen, sich als „Champions of Change“ für die Rechte von Mädchen und Frauen stark zu machen. Gleichberechtigung ist auch Männersache. Wenn wir Jungen und Männer als Mitstreiter gewinnen, müssen bald nicht mehr Tausende Mädchen täglich gegen ihren Willen heiraten. Es ist ganz besonders die Aufgabe der Welt-Frauenkonferenz, auch solche neuen kreativen Wege zu finden. Dafür setzen wir uns in New York ein.

PLAN – Deutschland, Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung

Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung. © Morris Mac Matzen

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