Zentralafrikanische Republik: Nach Jahren des Konflikts öffnen die Schulen wieder

von Janina Schümann

In der Zentralafrikanischen Republik tobt ein Bürgerkrieg zwischen religiösen Milizen, der Zehntausende in die Flucht treibt. Vier Jahre lang hatten bewaffnete Armeen Schulen besetzt und dadurch Kinder abgehalten, die Schule zu besuchen. Jetzt können die Kinder den Unterricht wieder aufnehmen.

Viele Möbel und Materialien wurden verbrannt. © Plan International / Ina Thiam

Viele Möbel und Materialien wurden verbrannt. © Plan International / Ina Thiam

Die Besetzung der Schulen durch die Streitkräfte zerstörte die bereits unzureichende und schlechte Bildungsinfrastruktur des Landes. Die Milizen verbrennen häufig Möbel und Bücher – und die Lehrer, die versuchen, sie zu stoppen, werden mit Gewalt konfrontiert.

Ohne den Zugang zu Bildung haben Tausende von Kindern keinen geregelten Alltag und werden so dazu gebracht, den bewaffneten Gruppen beizutreten. Nach Schätzungen der UNO sind mindestens 13.000 Kinder seit Beginn des Konflikts auf beiden Seiten des Konflikts angeworben wurden.

Auch Abigäel war von der Krise betroffen und konnte die Schule nicht besuchen. © Plan International / Ina Thiam

Auch Abigäel war von der Krise betroffen und konnte die Schule nicht besuchen. © Plan International / Ina Thiam

Abigäel, 15, ist eine Studentin an einer staatlichen Grundschule in Bossangoa. „Während des Konflikts fand kein Unterricht statt. Als die Rebellen kamen, mussten wir fliehen und uns im Wald verstecken. Unsere Klassenzimmer wurden total zerstört.“

In dieser Schule in Bangui müssen die Kinder während des Unterrichts auf dem Boden sitzen, da es nicht genügend Bänke und Tische für alle gibt. Nach der Krise sind viele Kinder im Schulalter noch nicht zurück in der Schule.

Vielen Kindern war der Zugang zu den Schulen lange verwehrt . © Plan Viele Möbel und Materialien wurden verbrannt. © Plan International / Ina Thiam

Vielen Kindern war der Zugang zu den Schulen lange verwehrt . © Plan Viele Möbel und Materialien wurden verbrannt. © Plan International / Ina Thiam

Bildung und Schutz der Kinder, die vom Konflikt des Landes betroffen sind, sind eine Priorität in der Arbeit von Plan International. Wir arbeiten mit den Gemeindemitgliedern in den betroffenen Städten und Dörfern zusammen, um das Bewusstsein für Bildung zu wecken und die seit Jahren geschlossenen Schulen zu renovieren und wieder zu eröffnen.

Um die Kinder dazu zu ermutigen, wieder zum Unterricht zu gehen, verteilten wir von Plan International Hygiene- und Schulkits an die Schülerinnen und Schüler. Vor der Verteilung der Kits haben wir uns mit den Präfekturbeamten, den Repräsentanten der Seleka und UN-Friedenstruppen getroffen, um sicherzustellen, dass die Schulmaterialien nicht von einer der 15 bewaffneten Gruppen, die noch im Land tätig sind, verkauft werden.

Um die Kinder wieder gut vorbereitet in die Schule zu schicken, wurden Hygiene- und Schulkits verteilt. © Plan International / Ina Thiam

Um die Kinder wieder gut vorbereitet in die Schule zu schicken, wurden Hygiene- und Schulkits verteilt. © Plan International / Ina Thiam

Bei einer Zeremonie, unter dem Schutz von UN-Friedenstruppen, erhielten die Kinder ihre Schulkits. Die Schule begrüßt Kinder unabhängig von Religion, ob muslimischer oder christlicher Hintergrund.

Schulleiterin Olivia Koulayom, 32, widmet sich der Betreuung der Kinder in ihrer Schule. Sie ist die jüngste Lehrerin in Bossangoa und lebt nach ihrem Motto „niemals aufgeben.“

"Niemals aufgeben" ist das Motto von Schulleiterin Olivia Koulayom. © Plan International / Ina Thiam

„Niemals aufgeben“ ist das Motto von Schulleiterin Olivia Koulayom. © Plan International / Ina Thiam

Interessant? Weitersagen:



Schreibe einen Kommentar