El Salvadors „Sexual Rights Champions“

von Janina Schümann

Frühe Schwangerschaften sind eines der Hauptprobleme in El Salvador. Nach Angaben des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) gab es im Jahr 2015 durchschnittlich 69 Teenageschwangerschaften am Tag. Insgesamt waren rund ein Drittel von den 83.500 Schwangeren Mädchen und junge Frauen zwischen 10 und 19 Jahren. Plan International arbeitet zusammen mit Jugendlichen daran, Teenagerschwangerschaften in El Salvador zu verhindern.

Wir klären Kinder und Jugendliche über ihre sexuellen und reproduktiven Rechte auf und informieren sie über Risikofaktoren und den Schutz vor Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten wie z. B.HIV/Aids. Wir ermutigen die Jugendlichen, dieses Wissen mit anderen zu teilen. Die „Sexual Rights Champions“ geben ihr Wissen an Gleichaltrige, Lehrer und Eltern weiter und arbeiten daran, die Diskriminierung gegenüber Mädchen, die bereits schwanger sind, zu reduzieren.

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Auf „Messen“ klärt Noelia über sexuelle und reproduktive Rechte auf. © Plan

Noelia, 14 Jahre, lebt mit ihrer Mutter und ihren zwei Schwestern in La Libertad. Sie hat vier weitere Brüder und Schwestern. Aufgrund der mangelnden Möglichkeiten in ihrer Gemeinde, in der die meisten Menschen in der Landwirtschaft arbeiten und wenig verdienen, haben sie sich entschlossen, in die USA auszuwandern. Noelie jedoch ist geblieben und wurde durch Plan International ein „Sexual Rights Champion“.
„Das Projekt ist sehr wichtig für meine Gemeinde, da frühe Schwangerschaften eines der größten Probleme sind. Die Menschen wissen zu wenig über dieses Thema. Eltern müssen ihre Kinder besser aufklären können“, erklärt Noelia. Sie glaubt, dass es wichtig ist, dass die verschiedenen Generationen zusammenarbeiten müssen, um die notwendigen Veränderungen für die Gemeinschaft zu schaffen. „Ich kann jetzt mit meiner Familie über viele Dinge reden und meine Ziele und Interessen mit ihnen besprechen.“

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Noelia ist glücklich an dem Projekt teilgenommen zu haben. © Plan

Anfangs war Noelias Mutter nicht damit einverstanden, dass ihre Tochter an diesem Projekt teilnimmt, da es samstags stattfand. Samstags half Noelia ihr Obst zu verkaufen, doch ihre Mutter versteht jetzt die Bedeutung dieses Projektes und respektiert ihre Entscheidung, an den Gruppentreffen teilzunehmen.

Dank der Ausbildung ist Noelia zuversichtlicher und fühlt sich frei, ihre Ideen zum Ausdruck zu bringen. „Als Teil dieses Projektes ist mein Wunsch gestärkt, meiner Schule und Gemeinde zu helfen. Ich werde weiterhin an Projekten wie diesem teilnehmen, sodass mehr junge Menschen über ihre sexuellen Rechte wissen und wie man eine Schwangerschaft verhindert.“

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Auch Noelias Mutter steht hinter ihrer Entscheidung. © Plan

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