Museumsflug durch Bengalen

Wie dünne Fäden an einer Marionette hängen weiße Spuren in der Luft. Es sind Kondensstreifen im tiefblauen Himmel über Südasien. In der Tiefe eine grüne Agrarlandschaft. Kleine Dörfer, dicht an dicht. Verbunden durch ein enges Netz von Kanälen und Flüssen – und wenigen Straßen.

Eher winzige Sandwege, wie es von hier oben scheint. Diese ländliche Idylle in Pastellfarben macht deutlich, weshalb das Flugzeug eine Alternative für Reisen durch Bangladesch ist: Schlecht ausgebaute Straßen und die endlos verzweigten Wasserwege machen Überlandfahrten zu zeitaufwendigen Unterfangen.

Inlandsflug Bangladesch - Foto M.Tornow1

Das Flugzeug senkt sich im gleißenden Licht und taucht ein in eine Smogglocke über der Millionenmetropole Chittagong. Wer hier in die Luft geht, hat es teilweise mit einem museumsreifen Flugzeugpark zu tun. Mal finden sich die Gäste in kleinen Regionalfliegern wieder, mal starten kaum nur eine Handvoll Passagiere in riesigen Großraumjets auf die 20 Minuten dauernden Inlandverbindungen – Bangladesch ist auf dem Luftweg überschaubar. Viele lokale Airlines haben einen zweifelhaften Ruf und teilweise endlose Verspätungen.

Fliegen wie in den 1970er-Jahren - Foto M.Tornow2

Schon der kurze Sprung aus der Hauptstadt Dhaka nach Chittagong raubt den beiden Triebwerken ihre Kraft: Die Zwischenlandung in der Hafenstadt wird für Wartungsarbeiten genutzt. Mit drei Kanistern Öl geschmiert, sorgen die Düsen schon bald wieder für ohrenbetäubenden Lärm. Er erfüllt die Kabine, in der sich kleine Kakerlaken eingenistet haben.

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