Meine erste Asien-Reise!

Yam und Carolin bei der Begrüßung (Foto: Plan)

Yam und Carolin bei der Begrüßung (Foto: Plan)

Zusammen mit Louise, Projektkoordinatorin bei Plan International Deutschland, machte ich mich am 16.11. von Hamburg auf nach Bangkok. Als wir ungefähr einen Tag später ziemlich müde in Thailand ankommen, schlägt uns zuerst die schwüle Hitze entgegen. Meine Winterjacke kann ich getrost weit unten in meinem Koffer vergraben und dafür das Mückenschutzmittel hervorholen. Nach einer schnellen Fahrt in die hochhauslastige Großstadt ruhen wir uns kurz im Hotelzimmer aus und werden uns bei einem Gang durch die Straßen schließlich bewusst, wo wir gelandet sind. Es ist laut, voll, bunt und riecht so ungewohnt!

Am Morgen des 18.11. geht es schon wieder zurück zum Flughafen. Dort treffen wir die quirlige Yam, die für Plan Asien arbeitet und uns begleiten wird. Gemeinsam fliegen wir eine Stunde Richtung Norden, in die Provinz Chiang Mai. Um uns für die knapp dreistündige Fahrt zu stärken, kosten wir die deliziöse thailändische Küche. Dann fahren wir in den Distrikt Fang, ein früheres Handelszentrum, mit ungefähr 200.000 Einwohnern. Hier laden wir unser Gepäck in einem Hotel ab und treffen P’Sumit, den Programmbereichsleiter. Yam übersetzt freundlicherweise für uns ab hier so gut wie jede Konversation mit den hier lebenden Menschen. Beim gemeinsamen Abendessen klärt P.Sumit uns über die aktuelle Situation auf und beantwortet fleißig unsere vielen Fragen, wie: Wie viele Kinder werden derzeit registriert und wie viele leben in Thailand als Staatenlose?

Die übersetze Antwort erstaunt und freut uns zugleich: Durch Plans Hilfe können fast 100% der heute geborenen Kinder registriert werden. Dagegen sind viele Mitglieder der Bergvölker und Immigrantinnen und Migranten aus Laos, Myanmar sowie Kambodscha immer noch ohne Geburtsurkunde und ohne thailändische Staatsbürgerschaft. Sie müssen seit 1990 in Thailand leben und ihre Kinder müssen in Thailand geboren sein, damit diese eine Geburtsurkunde erhalten können.

Staatenlose haben nur eine limitierte Auswahl an Job-Möglichkeiten und benötigen zusätzlich eine Arbeitserlaubnis vom Distriktbüro, was ca. zwei Monate dauert. Sie können kein Land besitzen, allein schon, weil die meisten durch die schwierigen Arbeitsbedingungen nicht den dafür nötigen Geldbetrag erwirtschaften können. Wenn sie von einer Naturkatastrophe betroffen gemacht werden, werden Staatenlose nicht finanziell von der Regierung bei der Behebung der Schäden unterstützt. Sie erhalten eine weiße Karte, mit der sie wenig bis keine Rechte besitzen.
Ein wenig mehr Bedeutung hat die pinke Karte: Thailänderinnen und Thailänder erhalten den blauen Ausweis, der ihnen unter anderem eine kostenlose Nutzung des Gesundheitssystems ermöglicht. Das alles lernen wir auch direkt am 19.11. im Fang Distrikt.

(Text von Carolin (22)  aus dem Jugendbeirat)

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