Djenebou (13) begrüßt ihre Gäste im Sahel.

Djenebou (13)

Hinter einer Schleuse aus fremden Geräuschen und Gerüchen führt der Weg über hartgestampften Feldboden zu Djenebou. Sie begrüßt Besucherinnen und Besucher zu einer Tour durch ihr Dorf. Wie lassen sich die Möbel aus einer deutschen Dreizimmerwohnung in einer Rundhütte in diesem Dorf unterbringen? Und umgekehrt: Wohin würde Djenebous Familie aus Mali ihren Hausrat in einem Einfamilienhaus hierzulande bringen? Die Ausstellung liefert die Antworten.

Was bedeutet es, Wasser vom Brunnen zu holen? In der Erlebnisausstellung lässt sich das ausprobieren – und der volle Eimer wie in Mali auf dem Kopf balancieren. Man stelle sich vor, diesen schweren Eimer mehrmals täglich einige Kilometer weit tragen zu müssen. Wieder daheim muss das Essen vorbereitet werden. Das braucht viel Muskelkraft! Die Hirsekörner müssen im Mörser zerkleinert und das Mehl im Sieb gefiltert werden.

Ich begrüße dich im Sahel

„Ich heiße Djenebou, bin 13 Jahre alt und wohne in dem Dorf Sanokoroba in Mali. Wegen der vielen Arbeit kann ich nicht zur Schule gehen. Mein zehnjähriger Bruder Harouna hat mehr Zeit dafür, denn Jungen müssen nur auf den Feldern, aber nicht bei der Hausarbeit helfen. Außerdem denken meine Eltern, dass sich die Schule für mich nicht lohnt, weil ich nach meiner Heirat sowieso in der Familie meines Mannes arbeiten muss.

Meine Brüder werden nach ihrer Heirat weiterhin bei unseren Eltern wohnen. Sie sollen später Geld verdienen, während ihre Frauen und Töchter den Haushalt führen. Meine Eltern hoffen, dass sie von ihren Söhnen besser versorgt werden können, wenn sie einmal alt sind. Denn wer besser ausgebildet ist, verdient mehr Geld.“

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